Eine gute Entschuldigung

Betesalat 3

Auf der Suche nach einem als Vorspeise geeigneten Wintersalat stieß ich kürzlich auf diese interessante Kombination. Rote Bete mit Spinat, Feta und Kartoffelchips. Mir gefiel daran zum einen die Abwesenheit von Treibhausgrün, aber viel wichtiger waren die Kartoffelchips. Standen sie vor doch langer, langer Zeit noch regelmäßig auf unserem Couchtisch. Dann verschwanden sie schleichend, da es immer häufiger vorkam, dass ich nach ihrem Genuss mitten in der Nacht aufstehen und literweise Wasser trinken musste. Zuviel Salz, klarer Fall und irgendwann stellte ich dann fest, dass ich gekauften Kartoffelchips nichts mehr abgewinnen kann. Würde das bei selbst gemachten auch der Fall sein? Mit dieser guten Ausrede konnten wir uns schließlich ans Werk machen.

Für die Roten Bete mit Spinat, Feta und Kartoffelchips:

Für die Bete:

  • 4 kleine Beteknollen (am besten verschieden farbig, ich hatte leider nur Ringelbete)
  • Butter zum Einreiben
  • grobes Meersalz

Ich wickelte die mit Butter eingeriebenen Knollen mit wenig Meersalz betreut fest in Alufolie und garte sie im Backofen bei 150 ca. 60 Minuten. Die Garzeit ist von der Größe der Knollen abhängig und lässt sich durch einen Stich mit einem spitzen Messer leicht prüfen. Nachdem die Bete abgekühlt waren, schälte ich sie, schnitt sie in 5 mm dünne Scheiben und stellte sie mit Vinigrette vermischt zum Marinieren beiseite.

Für die Vinigrette:

  • 1 kleine Schalotte, fein gehackt
  • 40 g Gemüsebrühe
  • 1/2 TL Weißweinessig
  • 1/2 TL alter Balsamico
  • 1/2 TL Senf (Savora, ich: normaler mittelscharfer)
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Haselnussöl
  • Salz, weißer Pfeffer

Vinaigrette Serie

Ich erhitzte die Brühe, gab Essige, Senf und Schalottenwürfel hinzu und ließ alles bei sehr schwacher Hitze ca. 5 Minuten ziehen. Dann gab ich die Flüssigkeit in eine hohes Gefäß und schlug mit dem Stabmixer nach und nach die Öle unter. Herr H. schmeckte mit Salz und Pfeffer ab und bekundete erstaunt, dass die Vinigrette schon einmal phänomenal gut schmecke.

Für die Kartoffelchips:

  • 4 kleine festkochende Kartoffel (2 cm Durchmesser, ich: 6), geschält, in 1 mm dünne Scheiben geschnitten
  • Purple Curry
  • Fleur de Sel
  • 0,4 l Olivenöl zum Frittieren (ich: Frittieröl)

Chips Serie

Ich überredete Herrn H., dass wir, wenn wir schon einmal beim Frittieren wären, gleich eine größere Menge Chips herstellen könnten. Wer weiß, vielleicht würden sie ja tatsächlich gut schmecken und dann wäre es schade, wenn wir zu wenige hätten. Er erhitzte das Frittieröl (ich hätte auch Olivenöl genommen, aber wir hatten nur noch vom guten da) auf 140°C und frittierte die Kartoffelscheiben darin portionsweise, bis sie goldbraun waren. Das dauerte ca. 4 Minuten. Ich hob die Chips mit der Schaumkelle aus dem Öl, ließ sie auf Küchenkrepp abtropfen und würzte sie mit wenig Curry und Fleur de Sel. Sie sahen gekauften Chips schon einmal täuschend ähnlich.

Für das Fertigstellen:

  • 1 Bund junger Spinat (ich: leider nur TK im Haus)
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz, weißer Pfeffer
  • 20 g Granatapfelkerne (ich: Cranberries, grob gehackt)
  • 60 g Feta aus Schaf- und Ziegenmilch
  • getrockneter wilder Berg-Oregano aus Kreta
  • marinierte Bete
  • Kartoffelchips

Anrichten Serie

Ich briet den Spinat kurz in Olivenöl an und würzte ihn mit Pfeffer und Salz. Herr H. drapierte die Bete auf zwei Teller, gab Spinat, Cranberries – wir sind beide keine riesigen Fans von Granatapfelkernen – Feta und wenig Oregano darüber und beträufelte die Teller mit der restlichen Vinigrette. Ich naschte, während ich die Chips darüber streute und um ein Haar wären keine zum Fotografieren übrig geblieben. Soo gut!

Betesalat 4

Fazit: Der „Salat“ war, auch wenn er ein wenig unscheinbar daherkommen mag, eine absolute Delikatesse. Aromen und Texturen waren sehr stimmig und allein die marinierten Bete ein Gedicht. Von den Chips will ich gar nicht erst anfangen. Da man die Salzmenge selbst steuern kann, verursachten sie zudem keine Nachdurst. Das Nachkochen kann ich in diesem Fall allerdings nicht empfehlen, da die Kartoffelchips extrem suchterzeugend sind. Wir musste die Reste noch am selben Abend vertilgen. Immerhin hatte es zuvor auch reichlich Gemüse gegeben, beruhigte ich mein schlechtes Gewissen. Herr H. bat lediglich um zeitnahen Nachschub.

Aus: Olivenöl Das Kochbuch Bastian Jordan

Best Burger in town – revisited

hirseburger 2Genauso, wie man niemals nie sagen sollte, so sollte man auch niemals „der/die/das Beste“ sagen. Denn das Leben hält stets Ungeahntes parat. Zwei sich nahezu synchron ereignende Dinge trugen zur Entstehung dieser neuen Burger-Variante bei. Am letzten Dienstag kurz vor dem Mittagessen – ganz gefährlich –  sah ich beim milchmädchen einen unglaublich verlockenden Burger. Er sprang mich geradezu an. Leider konnte ich auf die Schnelle weder Burger Brötchen noch Frikadellen herzaubern. Seufzend schmierte ich mir ein schlichtes Käsebrot und beschloss, mich sobald wie möglich an die Produktion zu machen. Herr H. schleppte am gleichen Abend neue Kochbücher aus der Bücherhalle an, blätterte und hielt mir das Bild eines sehr verführerisch aussehenden vegetarischen Burgers entgegen. Genau den wolle er pronto haben! Rasch notierte ich Stefanies/ Hefe und mehr Rezept und nach kurzen Berechnungen, mehr als 10 Brötchen passen nicht auf mein Backblech und die Gefrierkapazitäten sind bekanntlich begrenzt, begann ich mit dem Brötchenteig.

Für die Burger-Buns (10 Stück):

Water Roux:

  • 108 g Wasser
  • 21 g Weizenmehl 550er

Hauptteig:

  • Water Roux
  • 200 g Weizenmehl 1050er
  • 271 g Weizenmehl 550er
  • 100 g Wasser
  • 5 g frische Hefe
  • 91 g Ei (2 Gr. S)
  • 22,7 g Zucker
  • 10 g Salz
  • 60,6 g Öl (ich: Haselnussöl)
  • (ich: 9 g Backmalz, inaktiv)

buns serieFür das Water Roux verrührte Herr H. Mehl und Wasser klümpchenfrei, erhitzte es unter Rühren auf 65°C (in ca. 3 Minuten bei mittlerer Hitze) und ließ es anschließend vollständig abkühlen. Ich gab alle Zutaten für den Hauptteig (bis auf das Öl) in die Schüssel der Maschine und ließ sie 5 Minuten langsam mischen. Dann ließ ich den Teig ca. 7 Minuten auf schnellerer Geschwindigkeit kneten. Er löste sich komplett vom Schüsselboden. Nun ließ ich das Öl portionsweise unterkneten. Das dauerte noch einmal ca. 5 Minuten. Der Teig durfte 2 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen. Dann wog ich ca. 85 g schwere Stücke ab, schliff sie rund und legte sie auf das mit Backpapier belegte Blech. Eingewickelt in eine große Tüte stellte ich das Blech über Nacht (ca. 10 Stunden) kalt (bei ca. 5°C). Am nächsten Morgen bestrich ich die Oberfläche der Brötchen mit einer Ei-Sahnemischung und bestreute sie mit weißem und schwarzem Sesam. Anschließend buk ich sie ca. 18 Minuten bei 230°C mit Dampf.

Für die Feta-Hirse-Patties (4 Stück, ca. 10cm Durchmesser, 1,5cm hoch):

  • 100 g Hirseflocken
  • 100 g heiße Gemüsebrühe
  • 1 kleine Möhre, feinst gerieben
  • 1 kleine rote Zwiebel, fein gehackt
  • Öl zum Anbraten
  • 30 g Sonnenblumenkerne, geröstet, grob gehackt
  • 50 g Feta (ich: Ziegenfrischkäse)
  • 1 Eiweiß (ca. 30 g)
  • 1 TL Senf
  • 1 TL Zucker
  • 1/2 TL Currypulver
  • Salz, schwarzer Pfeffer

patty serieHerr H. weichte die Hirseflocken in der heißen Brühe ein, schwitze die Zwiebeln glasig und ließ die Möhren kurz mitdünsten. Anschließend ließ er die Mischung abkühlen. Dann gab er alle Zutaten in eine Schüssel, vermengte sie mit einem Löffel und schmeckte mit Salz und Pfeffer ab. Da der Teig noch recht feucht war fügte er zwei EL Hirseflocken hinzu und stellte den Teig für eine halbe Stunde kalt. Danach war er gut formbar. Herr H. teilte ihn in 4 gleich große Portionen, formte die Patties und briet sie einzeln in heißem Öl beidseitig knusprig goldbraun. Die fertig gebratenen Patties durften im warmen Backofen ruhen.

Für die Tomatensauce:

  • 1 EL Tomatenmark
  • 1,5 EL Wasser
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Weißweinessig
  • Salz, schwarzer Pfeffer

ketchup serieWährend Herr H. mit den Patties beschäftigt war, rührte ich aus allen Zutaten eine sämige Sauce, schnitt Tomaten und Gurke in Scheiben und wusch einige Salatblätter. Wer mag, kann natürlich auch fertig gekauften Ketchup verwenden. Ich habe einfach nie welchen im Haus.

Für die Silberzwiebel-Mayonnaise:

majo serieIch war sehr skeptisch, ob Silberzwiebeln und Mayonnaise geschmacklich harmonieren würden. Aber nachdem ich beides vereint hatte und einen TL gekostet, waren alle Bedenken dahin. Die Kombination ist absolut köstlich und erinnert ein wenig an Remouladensauce. Nachdem die Vorarbeiten nun abgeschlossen waren, konnte ich endlich die Burger zusammensetzten.

füllen serieIch bestrich die untere Hälfte des Brötchens mit Mayonnaise, legte einige Salatblätter auf und den Patty. Ich bestrich ihn mit Tomatensauce, legte Zwiebelringe, Tomaten- und Gurkenscheiben darauf und bestrich auch die obere Hälfte des Brötchens mit Mayonnaise, bevor ich ihn fest andrückte. Fertig. Herr H. hüpfte beim Anblick des fertigen Burger vor Vorfreude förmlich auf und ab. Aber zuerst musste das gute Stück natürlich noch fotografiert werden.

hirseburger 4Fazit: Was soll ich sagen? Der Hirse-Burger war eine Wucht. Herr H. und ich essen wirklich gern Fleisch, aber in diesem Burger haben wir es wirklich nicht die Bohne vermisst. Das einzige, was Herr H. zu bemängeln hatte, war, dass ich nur zwei Burger zubereitet hatte. Nachdem er seinen inhaliert hatte, saugte sich sein Blick begehrlich an der Überresten meines Burgers fest. Ich ließ ihn noch einen großzügigen Bissen nehmen und versprach, in Zukunft häufiger Burger zu servieren. Einige Buns sind ja zum Glück noch im Eis.

Aus: Kochen für Teilzeit-Vegetarier Martin Kintrup

Der (Farb)Teufel im Detail

rote beete risotto 6Der Inhalt dieser Schale ist Verrat und Frevel zugleich und entspricht so gar nicht Frau Grandits Vorstellung von der Harmonie der Farben und Aromen. Ich hätte das Risotto auch lieber mit Rote-Bete-Kresse garniert, allein, es war keine da. In einem Privathaushalt herrschen andere logistische Regeln. Das musste ich im Laufe der letzten Monate schmerzhaft erkennen. Wie oft bin ich nicht auf einem Bund frischen Korianders, einer Handvoll Blaubeeren, etwas Schnittlauch oder einiger Thai-Auberginen sitzen geblieben. Gekauft in der Hoffnung, daraus fantastische Gerichte entstehen zu lassen und dann drängten Kochlust und Appetit mich doch in eine völlig andere Richtung. Da ich nur ungern etwas „umkommen“ lasse, artete die Verwertung teils in echten Stress aus und wer setzt sich dem schon freiwillig gern aus? Deshalb garnierte ich das Risotto ganz entspannt mit Rote-Bete-Blättern. Geschmacklich auch fein.

Für das Rote-Bete-Risotto:

  • 1/2 Rote Bete, reiskorngroß gestiftelt
  • 1 Schalotte, fein gewürfelt
  • 1 EL Olivenöl
  • 125 g Risottoreis
  • 1 kleines Lorbeerblatt
  • 50 g Weißwein
  • 25 g Rote-Bete-Saft
  • 250 g Gemüsefond (ich: 500 g)
  • 20 g Butter
  • 25 g Feta, zerbröselt (ich: 50 g)
  • Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Rote-Bete-Kresse zum Garnieren (ich: einige Rote-Bete-Blätter, in feine Streifen geschnitten)

risotto serieWährend Herr H. die reiskorngroßen Rote-Bete-Stückchen schnitt, trennte ich die Blätter von den Stielen, blanchierte die Stiele in Stücken geschnitten und fror sie, nach dem Abschrecken in Eiswasser, ein. Kann man immer gebrauchen. Dann dünstete ich die Schalottenwürfel im Olivenöl glasig, gab Reis und Lorbeerblatt hinzu und ließ beides ein Weilchen mitdünsten. Nun löschte ich mit Wein und Saft ab und ließ beides fast vollständig einkochen. Ich gab die Rote-Bete-Körnchen hinzu, bedeckte alles knapp mit Fond (heiß!), ließ ihn einkochen und goss wieder nach. So lange, bis das Risotto bissfest war. Danach rührte ich Butter und 2/3 des Fetas unter und schmeckte mit Salz und Pfeffer ab.

Für die Zimt-Ducca:

  • 2 EL Sesam, geröstet
  • 1 EL Koriander, geröstet
  • 1 TL Kreuzkümmel, geröstet
  • 1/4 TL schwarzer Pfeffer, gemörsert
  • 1/8 TL Zimtpulver
  • 1,5 EL Haselnüsse, geröstet und grob gehackt
  • 1 TL Fleur de Sel (besser: 1/2 TL)

ducca serieHerr H. hatte sich in der Zwischenzeit und das Ducca gekümmert. Er röstete die Gewürze trocken in der Pfanne, bis sie zu duften begannen. nachdem sie etwas abgekühlt waren, mahlte er sie in der Gewürzmühle. Dann hackte er die gerösteten Haselnüsse etwas feiner und vermischte alle Zutaten in einer Schüssel. ich schnupperte an der fertigen Mischung – köstlichst! Als ich jedoch mit dem Finger stippte und probierte, stellte ich fest, dass die Salzmenge etwas zu großzügig bemessen gewesen war.

rote beete risotto 2Fazit: Wie fast alle Gerichte, die wir bisher aus diesem Buch gekocht haben, war auch dieses Risotto geschmacklich ausgewogen und überraschend rund. Die Bete-Blätter fügten sich zumindest aromatisch gut ein und da ich das Risotto recht zurückhaltend gesalzen hatte, passte auch die recht kräftige Ducca gut. Herr H. bemerkte später, dass wir tatsächlich noch kein einziges Risotto-Rezept im Blog haben, was angesichts der Tatsache, dass es Risotto vor noch nicht allzu langer Zeit mindestens zweimal pro Woche gab, ein Unding ist und hiermit geändert.

Aus: Gewürze Tanja Grandits (Eine ausführliche und sehr gelungene Rezension des Buches gibt es hier bei Susanne/ Magentratzerl)

Couscous gekugelt

fritters 6Es scheint, als sei ich nicht die einzige Person auf Erden, die dem Frittieren zugetan ist. Als ich Anfang letzter Woche in Tanja Grandits Gewürze auf der Suche nach einem leichten sommerlichen Abendessen blätterte, stieß ich noch im Vorspeisenkapitel auf vornehm olivgrüne Bällchen, die auf Zahnstocher gespiesst in einem Kräutertöpfchen steckten. Ich hatte zwar keine Zahnstocher da, aber die Bällchen sprachen mich direkt an. Dazu noch ein Salat von Ofentomaten und Paprika, den ich einige Seiten weiter fand. Perfekt. Herr H. hatte keinerlei Einwände und während die Paprika und die Aubergine im Ofen rösteten, konnten wir bequem noch einige Teige für die große Tortenschlacht am Wochenende vorbereiten.

Für den Ofentomaten-Paprika-Salat mit Feta und Paradieskörnern:

  • 1,5 rote Paprika (ich: 2)
  • 100 g Datteltomaten (ich: 2 getrocknete Tomaten, in feine Streifen geschnitten)
  • Abrieb 1/4 Zitrone
  • 1 TL Paradieskörner, fein gemörsert
  • 100 g Feta, klein gewürfelt
  • 1/4 Bund Minze
  • etwas Sumach
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 EL Rotweinessig (ich: Sherryessig)
  • 1 Spitzer Zitronensaft
  • 1/4 TL Paradieskörner, gemahlen
  • 1 TL Akazienhonig
  • Salz, schwarzer Pfeffer

paprikasalat serieIch heizte den Backofen auf 200°C vor, halbierte und entkernte die Paprika und schob sie auf dem Blech in den Backofen. Nach gut 20 Minuten hatte die Haut schwarze Stellen. Ich holte das Blech aus dem Ofen, ließ die Paprika abgedeckt etwas abkühlen und zog ihr dann das Fell über die Ohren. Falls Datteltomaten vorhanden sind, werden sie halbiert, mit Olivenöl bestrichen, mit Zitonenschale, Salz, Pfeffer und Paradieskörnern gewürzt und 10 Minuten bei 225°C geröstet.

Nach dem Häuten schnitt ich die Paprika in feine Streifen, rührte aus den Öl, Essig und den übrigen Zutaten ein Dressing und vermengte es mit den Salatbestandteilen.

Für den Auberginendipp (dazu erfunden):

  • 1 Aubergine, halbiert, 20 Minuten bei 200°C geröstet
  • 1 Knoblauchzehe, ebenfalls geröstet
  • Zitronensaft und Olivenöl nach Belieben
  • Pfeffer, Salz

aubergine serieNachdem die Aubergine etwas abgekühlt war, schabte ich das Fruchtfleisch mit dem Löffel in eine Schüssel, gab die restlichen Zutaten hinzu und püriert die Masse. Sie sah zwar nicht besonders appetitanregend aus, wie Herr H. bemerkte, aber als ich probierte, strahlte und den Probierlöffel an ihn weiterreichte, musste er zugeben, dass der Dipp äußerst wohlschmeckend war.

Für die Couscous-Koriander-Fritter:

  • 50 g Couscous
  • 100 g kochendes Wasser
  • 25 g Koriandergrün oder Petersilie
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Prise Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 Prise Koriander, gemahlen
  • 50 g Feta, fein gewürfelt
  • 2 EL Pinienkerne, trocken geröstet
  • Salz
  • 2 Eier
  • 150 g frische Weißbrotbrösel ( Mie de Pain)
  • 2 EL Mehl

bällchen serieIch übergoss den Couscous mit dem heißen Wasser und ließ ihn 10 Minuten ziehen. Dann lockerte ich ihn mit der Gabel auf. Herr H. pürierte inzwischen Koriandergrün, Knoblauch, Olivenöl und die Gewürze. Ich gab das Püree gemeinsam mit dem Feta und den Pinenkernen zum Couscous, schmeckte die Masse mit Salz ab und vermengte sie mit 1 Ei und der Hälfte der Brotbrösel. Die Masse hatte eine erstaunlich gute Konsistenz. Herr H. formte aus ihr kleine Bällchen.

frittieren serie Ich erhitzte das Frittieröl auf 175°C und baute die Panierstaße auf. Dann wälzte ich die Bällchen erst in Mehl, dann in verquirlten Ei und schließlich in den Bröseln. Nach 3-4 Minuten waren sie knusprig braun (nicht olivgrün wie auf der Abbildung im Buch) und durften im warmen Ofen warten, bis alle Bällchen frittiert waren.

Für die Zitronen-Crème-fraîche:

  • 50 g Crème fraîche
  • 10 g Sauerrahm
  • Saft und Abrieb 1/4 Zitrone
  • 1 Prise Kardamom
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • Salz
  • (eingelegte) Zitronenzesten zum Garnieren

dip serieIch gab alle Zutaten in eine Schüssel und vermengte sie mit dem Schneebesen. Inzwischen war es wieder einmal reichlich spät geworden. Wir hatten nebenbei noch zwei Mürbeteige angewirkt und einen Biskuit gebacken. Nach einem schnellen Foto konnten wir endlich probieren.

fritters 4Fazit: Zumindest innen waren die Bällchen leuchtend grün. Sowohl Zitronencreme als auch Auberginen-Dipp schmeckten sehr gut zu ihnen. Der Salat war intensiv fruchtig. Ein rundum gelungenes Essen. Mir leuchtet bloß nicht ein, warum im Buch bei den Fotos getrickst werden musste. Ich finde, dass die Bällchen sich auch in Goldbraun sehr gut machen. Beim nächsten Mal werde ich außerdem versuchen, etwas mehr Couscous statt Bröseln einzuarbeiten und berichten.

Aus: Gewürze Tanja Grandits

 

 

 

 

Neulich im Bistro

f-sarde 4Als ich kürzlich im leider nicht real existierenden schweizer Bistro vorbei schaute, lachte mich ein Gericht auf der Karte an, das leider bereits kurze Zeit später aufgrund angeblicher optischer Mängel und Verstöße gegen Traditionen gestrichen wurde. Wie gut, dass ich mich beim Essen weder um ausgefeilte Darbietungsweisen, noch um sklavisch zu befolgende Zubereitungstraditionen schere. Ich eilte flugs zum italienischen Supermarkt und wurde reich belohnt. Es gab zwar nur eine einzige Sorte Fregola sarda, diese schon seit geraumer Zeit durch diverse Blogs schwirrenden ofengerösteten Nudelkügelchen (die sogar von besonders enthusiastischen Köchen und Köchinnen selbst gerollt wurden), aber das reichte ja auch völlig aus. Ich schnappe das Päckchen und suchte, leider vergeblich, nach ansehnlichen Artischocken. Glücklicherweise hatte ich noch eine aus Südtirol importierte Dose in den Vorräten und so stand dem Bistrogenuss nichts mehr im Weg.

Für die Fregola Sarda mit Artischocken:

  • 200 g Fregola sarda (ich: 170 g)
  • 2 – 3 Artischocken (ich: 1 Dose Artischockenherzen natural)
  • 30 g Zitronen-Olivenöl (ich: weg gelassen)
  • 50 g Gemüsefond (ich: weg gelassen)
  • 1/2 Peperoncinoschote, geschält, fein gehackt (ich: 1)
  • Filets einer zuvor abgeriebenen Bio-Zitrone
  • 6 junge Knoblauchzehen (ich: 1 alte)
  • Puderzucker
  • 200 g TK-Erbsen
  • 1 Frühlingsziebel, das Weiße, fein gehackt (ich: komplett gehackt)
  • Meersalz, schwarzer Pfeffer
  • 40 g Speckwürfel (ich: 50 g)
  • 50 g Feta (ich: 100 g)
  • Minzblättchen nach Belieben

zutaten serieNachdem ich alle Zutaten bereit gestellt hatte, öffnete ich die Dose der Artischocken (zur Zubereitung von frischen Exemplaren siehe Originalrezept) und viertelte sie. Ein Häppchen am Rande offenbarte den überraschend guten Geschmack der Dosenware. Ich gab die Fregola sarda in die entsprechende Menge gesalzenen, kochenden Wassers und gab nach 12 Minuten die Erbsen hinzu. Sie durften die restlichen 5 Minuten mitgaren. Herr H. öffnete die Küchentür und spähte neugierig in den Backofen, da die Fregola beim Kochen einen recht intensiven Röstaromengeruch freisetzten. Ich lenkte seinen Blick auf den Kochtopf und klärte ihn über dessen Inhalt auf. Riecht jedenfalls lecker, befand er und das Essen war auch schon nahezu fertig.

Ich erhitzte etwas Olivenöl in der Pfanne, schwitzte Knoblauch, Lauchzwiebeln und Peperoncinowürfel kurz darin an und besteubte sie mit etwas Puderzucker. Nachdem sie leicht karamellisiert waren, wärmte ich die Artischockenviertel kurz darin auf. Herr H. hatte unterdessen die Speckwürfel gebräunt und den Feta zerbröselt. Ich goss Fregola und Erbsen ab, vermengte sie in der Pfanne mit den Artischocken und schmeckte mit Salz, Pfeffer und Zitronenabrieb ab. Noch etwas Minze, Speck und Feta und fertig.

detail 3Fazit: Was soll ich sagen? Meine Intuiton hatte mich nicht getäuscht. Das Pastagericht schmeckte bei jedem Bissen etwas anders, alle Aromen harmonierten und viel zu schnell waren die Teller geleert. Wie gut, dass der Packungsinhalt noch für zwei weitere Mahlzeiten reicht. Vielleicht gelingt es mir ja auch noch einmal, gute frische Artischocken aufzutreiben, wobei an denen aus der Dose wirklich nichts auszusetzen war. Es scheint tatsächlich gute Dosenprodukte zu geben.