Mal runterschalten

Wintercouscous 1

Es ist schwierig. Nachdem Herr H. und ich uns in den letzten Wochen dermaßen verwöhnt haben, allein das sternenverdächtige Gericht am letzten Samstag, so gut, ich werde berichten, fällt es mir immer schwerer, mich mit einem eher schlichten Mahl zufrieden zu geben. Jeden Abend überlege ich, wie ich dieses und jenes noch aufpimpen und verbessern könnte, um den arg verwöhnten Gaumen erneut zu kitzeln. Das führt gerade unter der Woche im Alltag meist zu sehr späten Mahlzeiten, einem verhältnismäßig ungenädigem Herrn. H. und zur Verknotung kompliziertester Gedanken. Dabei können doch auch „schlichte Gerichte“ durchaus unschlagbar stimmig und befriedigend sein, oder nicht? Es half nichts, ich musste die Probe auf’s Exempel machen.

Für das Gemüse:

  • 2 Möhre, in 2 cm große Stücke geschnitten
  • 2 Pastinake, geschält, in 2 cm große Stücke geschnitten
  • 6 kleine Schalotten, geschält, halbiert
  • 1 Zimtstange
  • 2 Sternanis
  • 1 Lorbeerblatt
  • Olivenöl
  • Salz
  • 1/2 TL Ingwer, gerieben
  • 1 Pr. Kurkuma
  • 1 Pr. Paprikapulver, scharf
  • 1 Pr. Chiliflocken
  • 300 g Kürbis, in 2 cm große Stücke geschnitten
  • 35 g getrocknete Aprikosen, grob gehackt (ich: 50 g halbgetrocknete Weintrauben, halbiert)
  • 150 g Kichererbsen, gegart
  • 200 g Kichererbsen-Kochwasser oder Wasser

gemüse serie

Ich heizte den Backofen auf 190°C vor, ölte die Auflaufform und gab Möhren, Pastinaken und Schalotten hinein. Herr H. fügte alle Gewürze, etwas Olivenöl und 1/2 TL Salz hinzu und vermischte alles gründlich. Ich schob die Form für 15 Minuten in den Backofen. Dann mengte ich die Kürbiswürfel unter und garte alles weitere 30 Minuten. Das Gemüse sollte weich sein, aber noch Biss haben. Herr H. gab anschließend die Weintrauben und die Kichererbsen nebst Wasser in die Form und schob sie für 10 Minuten zurück in den Backofen.

Für den Couscous:

  • 170 g Couscous
  • 1 große Prise Safranfäden
  • 260 g kochend heißer Gemüsefond
  • 1/4 TL Salz
  • 20 g Butter in Flöckchen
  • 20 g Harissa (oder weniger, wem das zu scharf ist)
  • 25 g Schale eingelegter Zitronen, fein gehackt
  • frischer Koriander nach Belieben

Couscous Serie

Etwa 15 Minuten, bevor das Gemüse fertig gegart war, kochte Herr H. die Gemüsebrühe mit Safran und Harissa einmal kurz auf und gab sie gemeinsam mit Zitronenwürfeln und Salz über den Couscous. Abdeckt ließ er den Couscous 10 Minuten quellen, bevor er die Butterflöckchen hinzu gab und den Couscous mit der Gabel auflockerte. Ich richtete Couscous, Gemüse und Koriander in vorgewärmten Schalen an und war sehr gespannt auf das Probieren.

Wintercouscous 4

Fazit: Nicht umsonst wird das Gericht im Buch „der ultimative Wintercouscous“ genannt. Wir beide waren von der ausgewogenen Aromenkombination höchst angetan. Herr H. meinte sogar, dass sei eins der besten Couscous-Gerichte, die er je gekostet habe. Wird es wieder geben, allerdings müsste ich dafür erst ein neues Päckchen Couscous kaufen und ich weiß nicht, ob ich das so schnell tun werde, bin ich doch recht froh, das alte endlich verbraucht zu haben. Als Schatz aus dem Vorratsschrank reiche ich das Gericht nun bei Susanne/ Magentratzerls Dauerevent „Schatzsuche im Vorratsschrank“ ein. Endlich einmal.

Schatzsuche im Vorratsschrank – Dauerevent

Aus: Genussvoll vegetarisch Yotam Ottolenghi

Ach und obwohl ich mit Politik nun wirklich nicht viel am Hut habe, dieser Beitrag ist der bislang beste den ich zu dem ganzen Kuddelmuddel der letzten Zeit gelesen habe!

 

 

 

 

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Zurechtgerückt

Lachs mit Pistaziencouscous 4

Es erstaunt mich immer wieder, wie alles im Leben eine Frage der Perspektive zu sein scheint. Couscous war für mich bislang ausschließlich ein praktisches Nahrungsmittel für ausgedehnte Trekkingtouren in Gebiete, in denen die Nahrungsversorgung allein dadurch gewährleistet wird, dass man sein gesamtes Esssen für die Dauer der Tour mit sich herumschleppt. Praktisch schon allein deshalb, weil es einmal aufgekocht ganz ohne weitere Wärmezufuhr gart, sehr sättigend ist und im rohen Zustand leicht. Von der Konsistenz der fertigen Speise war ich nie besonders angetan, erinnerten mich die kompakten Brocken doch immer irgendwie an Knetgummi. Kürzlich fiel mir das angebrochene Päckchen von der letzten Tour in die Hände, das MHD legte eine dringende Verwendung nah. Zum Glück erinnerte ich mich an Roberts/ lamiacucina Pistazen-Couscous und erstaunlicherweise waren fast alle übrigen Zutaten im Haus.

Für die Avocadocreme:

  • 1 reife Avocado
  • Saft + Schale 1/2 Limette
  • 2 EL Crème fraîche
  • 1 Pr. Kardamom (frisch gemahlen)
  • 1/2 grüne Chili, entkernt, fein gehackt (ich: 1 Pr. Cayenne)
  • 1/2 TL Zucker

avocado creme serie

Obwohl auch die Avocado schon ein Weilchen im Gemüsefach geschlummert hatte, war sie von wenigen braunen Stellen abgesehen noch recht ansehnlich. Ich schälte und entkernte sie, entfernte die braunen Stellen und pürierte sie mit den restlichen Zutaten zu einer glatten Creme. Warum Avocadocreme mal braun wird und mal nicht, ist mir völlig schleierhaft. Ich hege den Verdacht, dass das von der Reife der verwendeten Avocado abhängig sein könnte, da ich der Guacamole, die ich ansonsten üblicherweise zubereite weder Zitronen-, noch Limettensaft beigebe. Sie wird, wenn ich eine gut reife Frucht verwende nie braun. Wie auch immer. Die fertige Creme durfte im Kühlschrak warten.

Für den Fisch:

  • 1 Zanderfilet, ca. 260 g (ich: Lachs)
  • 1/2 TL Kardamom, gemahlen
  • Schale 1 Limette
  • 1 TL grüner Tee, gehackt (ich: 1/2 TL Matcha)
  • 4 EL Olivenöl
  • Fleur de Sel

lachs serie

Da wir uns recht spontan für dieses Rezept entschieden hatten, war natürlich kein frischer Zander im Haus. Ich hoffte, dass Lachsfilet ebenfalls passen würde. Ich schlug die dünnen Enden des Lachsfilets unter, damit sie gleichmäßig garen konnten, heizte den Backofen auf 85°C und ließ das mit den Gewürzen verrührte Öl in einer kleinen Form darin erwärmen. Dann zog ich die Filets durch das Öl und legte die in die Form und stellte sie für 15 Minuten in den Backofen. Da die Kerntemperatur nach der Zeit erst bei ca. 45°C lag, ließ ich den Lachs so lange im Backofen, bis sie knapp 55°C gestiegen war. Das dauerte ca. 7 Minuten.

Für den Pistazien-Couscous:

  • 160 g Gemüsefond
  • 150 g Couscous
  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 1 EL Olivenöl
  • 2 Pr. Salz
  • 2 Pr. Mekeleischagewürz (gleiche Teile Bockshornklee, Kreuzkümmel, Fenchel und Ajowan)
  • 20 g Petersilie
  • 20 g Koriander
  • 2 EL Olivenöl
  • 50 g Pistazien, geröstet, grob gehackt
  • 2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
  • 1 gr. Chili, entkernt, fein gehackt (ich: keine da, Cayenne)
  • 30 g Rucola (ich: weg gelassen und Lauch genommen)
  • Saft und Schale 1 Limette

couscous serie

Ich verzichtete darauf, die Kräuter zu extrahieren, da wir beide frischen Koriander inzwischen sehr schätzen. Ich erhitze den Gemüsefond auf 60°C, gab den Couscous hinzu und ließ einmal kurz aufkochen. Dann zog ich den Topf von der Platte, rührte 2 EL Olivenöl und etwas Salz unter und ließ den Couscous abgedeckt 5 Minuten quellen. Herr H. gab ihn anschließend ins feine Sieb und deckte es mit einem feuchten Tuch ab. Ich hatte inzwischen die Schalotte in Olivenöl angeschwitzt, mit Mekeleischagewürz verrührt und beiseite gestellt. Herr H. dämpfte den Couscous 10 Minuten, lockerte ihn in einer Schüssel etwas auf und hob die restlichen Zutaten inklusive der Schalottenwürfel unter. Ich richtete den Lachs auf einem Couscousbett auf vorgewärmten Tellern an und löffelte etwas Avocadocreme daneben. Man kann sie auch elegant mit dem Spitzbeutel aufdressieren. Aber wenn ich das mache, sieht es stets aus wie gewollt und nicht gekonnt. Also lasse ich es gleich.

Lachs mit Pistaziencouscous 1

Fazit: Ich hätte nie gedacht, dass Couscous dermaßen elegant daherkommen könnte! Von zähem Trekkingbrei keine Spur. Uns beiden gefiel die „sandige“ leicht krümelige Konsistenz sehr. Alle Aromen harmonierten perfekt, allein der Lachs war leider eine Idee zu durch für meinen Geschmack, für Herrn H. war er genau richtig so. Ich habe das Gericht am letzten Wochenende für die ganze Famile nachgekocht. Sie äußerte sich einhellig begeistert und es blieb kein einziges Krümelchen übrig. Fast bereue ich es ein wenig, dass das Päckchen Couscous nun endlich aufgebraucht ist. Es wird wohl  ein neues einziehen müssen.

Couscous gekugelt

fritters 6Es scheint, als sei ich nicht die einzige Person auf Erden, die dem Frittieren zugetan ist. Als ich Anfang letzter Woche in Tanja Grandits Gewürze auf der Suche nach einem leichten sommerlichen Abendessen blätterte, stieß ich noch im Vorspeisenkapitel auf vornehm olivgrüne Bällchen, die auf Zahnstocher gespiesst in einem Kräutertöpfchen steckten. Ich hatte zwar keine Zahnstocher da, aber die Bällchen sprachen mich direkt an. Dazu noch ein Salat von Ofentomaten und Paprika, den ich einige Seiten weiter fand. Perfekt. Herr H. hatte keinerlei Einwände und während die Paprika und die Aubergine im Ofen rösteten, konnten wir bequem noch einige Teige für die große Tortenschlacht am Wochenende vorbereiten.

Für den Ofentomaten-Paprika-Salat mit Feta und Paradieskörnern:

  • 1,5 rote Paprika (ich: 2)
  • 100 g Datteltomaten (ich: 2 getrocknete Tomaten, in feine Streifen geschnitten)
  • Abrieb 1/4 Zitrone
  • 1 TL Paradieskörner, fein gemörsert
  • 100 g Feta, klein gewürfelt
  • 1/4 Bund Minze
  • etwas Sumach
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 EL Rotweinessig (ich: Sherryessig)
  • 1 Spitzer Zitronensaft
  • 1/4 TL Paradieskörner, gemahlen
  • 1 TL Akazienhonig
  • Salz, schwarzer Pfeffer

paprikasalat serieIch heizte den Backofen auf 200°C vor, halbierte und entkernte die Paprika und schob sie auf dem Blech in den Backofen. Nach gut 20 Minuten hatte die Haut schwarze Stellen. Ich holte das Blech aus dem Ofen, ließ die Paprika abgedeckt etwas abkühlen und zog ihr dann das Fell über die Ohren. Falls Datteltomaten vorhanden sind, werden sie halbiert, mit Olivenöl bestrichen, mit Zitonenschale, Salz, Pfeffer und Paradieskörnern gewürzt und 10 Minuten bei 225°C geröstet.

Nach dem Häuten schnitt ich die Paprika in feine Streifen, rührte aus den Öl, Essig und den übrigen Zutaten ein Dressing und vermengte es mit den Salatbestandteilen.

Für den Auberginendipp (dazu erfunden):

  • 1 Aubergine, halbiert, 20 Minuten bei 200°C geröstet
  • 1 Knoblauchzehe, ebenfalls geröstet
  • Zitronensaft und Olivenöl nach Belieben
  • Pfeffer, Salz

aubergine serieNachdem die Aubergine etwas abgekühlt war, schabte ich das Fruchtfleisch mit dem Löffel in eine Schüssel, gab die restlichen Zutaten hinzu und püriert die Masse. Sie sah zwar nicht besonders appetitanregend aus, wie Herr H. bemerkte, aber als ich probierte, strahlte und den Probierlöffel an ihn weiterreichte, musste er zugeben, dass der Dipp äußerst wohlschmeckend war.

Für die Couscous-Koriander-Fritter:

  • 50 g Couscous
  • 100 g kochendes Wasser
  • 25 g Koriandergrün oder Petersilie
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Prise Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 Prise Koriander, gemahlen
  • 50 g Feta, fein gewürfelt
  • 2 EL Pinienkerne, trocken geröstet
  • Salz
  • 2 Eier
  • 150 g frische Weißbrotbrösel ( Mie de Pain)
  • 2 EL Mehl

bällchen serieIch übergoss den Couscous mit dem heißen Wasser und ließ ihn 10 Minuten ziehen. Dann lockerte ich ihn mit der Gabel auf. Herr H. pürierte inzwischen Koriandergrün, Knoblauch, Olivenöl und die Gewürze. Ich gab das Püree gemeinsam mit dem Feta und den Pinenkernen zum Couscous, schmeckte die Masse mit Salz ab und vermengte sie mit 1 Ei und der Hälfte der Brotbrösel. Die Masse hatte eine erstaunlich gute Konsistenz. Herr H. formte aus ihr kleine Bällchen.

frittieren serie Ich erhitzte das Frittieröl auf 175°C und baute die Panierstaße auf. Dann wälzte ich die Bällchen erst in Mehl, dann in verquirlten Ei und schließlich in den Bröseln. Nach 3-4 Minuten waren sie knusprig braun (nicht olivgrün wie auf der Abbildung im Buch) und durften im warmen Ofen warten, bis alle Bällchen frittiert waren.

Für die Zitronen-Crème-fraîche:

  • 50 g Crème fraîche
  • 10 g Sauerrahm
  • Saft und Abrieb 1/4 Zitrone
  • 1 Prise Kardamom
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • Salz
  • (eingelegte) Zitronenzesten zum Garnieren

dip serieIch gab alle Zutaten in eine Schüssel und vermengte sie mit dem Schneebesen. Inzwischen war es wieder einmal reichlich spät geworden. Wir hatten nebenbei noch zwei Mürbeteige angewirkt und einen Biskuit gebacken. Nach einem schnellen Foto konnten wir endlich probieren.

fritters 4Fazit: Zumindest innen waren die Bällchen leuchtend grün. Sowohl Zitronencreme als auch Auberginen-Dipp schmeckten sehr gut zu ihnen. Der Salat war intensiv fruchtig. Ein rundum gelungenes Essen. Mir leuchtet bloß nicht ein, warum im Buch bei den Fotos getrickst werden musste. Ich finde, dass die Bällchen sich auch in Goldbraun sehr gut machen. Beim nächsten Mal werde ich außerdem versuchen, etwas mehr Couscous statt Bröseln einzuarbeiten und berichten.

Aus: Gewürze Tanja Grandits

 

 

 

 

Spontankauf mit Happy End

mangold 9Ich war auf dem Wochenmarkt, holte Bestelltes beim Schlachter und stattete anschließend meinem Lieblingsgemüsestand einen Besuch ab. Natürlich ohne Liste. Ich kaufe am liebsten nach Angebotslage ein und wenn es z. B. keine schmackhaft aussehenden Tomaten hat, entscheide ich mich spontan um. An diesem nass-kalt-grauen Samstag herrschte komischerweise lebhafter Andrang an allen Ständen. Während ich noch in der Schlange stand, fiel mein Blick auf herrlich knackige Mangoldstauden. Ich überlegte gerade, was ich wohl mit ihnen anstellen konnte, als die Dame hinter mir mich sanft anstubste, ob ich denn nun etwas wolle oder nicht. Der Mangold wanderte im prall gefüllten Rucksack mit nach Hause und fristete dann ein recht trauriges Dasein im Kühlschrank. Herr H. hielt mir einige Tage später den nicht mehr ganz so stolz aussehenden Mangold entgegen und forderte mich auf, ihn endlich zu verbrauchen.

Für den Mangold:

  • 1/2 große Staude Mangold, Stiele entblättert, in 4 cm lange Streifen geschnitten (ich: da nur noch der „Kern“ der Staude verwertbar war, zusätzlich 1/4 Chinakohl, in feine Streifen geschnitten, 1 Stange Staudensellerie, in Ringe geschnitten)
  • 25 g Olivenöl
  • 1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 kleine Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 2 TL Kreuzkümmelsamen, geröstet und gemahlen
  • 1 TL Koriandersamen, geröstet und gemahlen
  • 1 kleine Prise Safranfäden (ich: weg gelassen, keine da)
  • 1 TL edelsüßes Paprikapulver
  • 1 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 1 kleine rote Chili, entkernt, fein gehackt
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 50 g Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer
  • 200 g Kichererbsen (ich: gegarte aus der Dose), enthüllt (oder auch nicht)
  • frischer Koriander und Minze nach Belieben (ich: statt Minze Thai-Basilikum)

gemüse serieWährend Herr H. das Gemüse vorbereitete, befreite ich die Kichererbsen von ihren Häutchen. Man kann sie gewiss mitessen, aber mich stören sie. Dann erhitzte ich das Olivenöl in der Wokpfanne, fügte Zwiebeln und Knoblauch hinzu und briet sie goldgelb an. Anschließend gab ich die gemahlenen Gewürze und den Chili hinein und ließ sie einige Minuten mitbraten. Herr H. gab nun die Kichererbsen und alles Gemüse, bis auf Mangoldblätter und Chinakohl, in die Pfanne, goß die Brühe an und ließ alles abgedeckt ca. 10 Minuten köcheln. Dann fügte er Chinakohl und Mangoldblätter hinzu, schmeckte mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft ab und ließ alles noch wenige Minuten offen köcheln.

Für den Couscous:

  • 40 g Sultaninen, 10 Minuten in heißem Wasser eingweicht
  • 150 g Instant-Couscous
  • 25 g Butter
  • 150 g kochendes Wasser
  • 15 g Pinienkerne, geröstet (ich: weg gelassen, keine da)
  • ca. 8 kleine Tomaten, ca. 1 Std bei 140°C confiert

couscous serieDie Tomaten hatte ich, bevor wir mit dem Kochen begannen halbiert, mit wenig Olivenöl und Salz beträufelt, und in den auf 140°C vorgeheizten Backofen geschoben. Nach gut einer Stunde waren sie perfekt.

Ich kochte das Wasser auf, gab Couscous, Sultaninen, Butter und eine Prise Salz in eine Schüssel und goß das kochende Wasser darüber. Dann legte ich den Deckel auf und ließ den Couscous 4 Minuten ziehen. Fertig!

mangold 2Fazit: Besonders überraschte mich der feine Geschmack des Couscous, was ein winziges Stückchen Butter doch bewirken kann, ohne dass das Gericht zwar vegan gewesen wäre, aber nicht annährend so gut geschmeckt hätte. Und das ist und bleibt für mich am wichtigsten. Mangold und Zitrone harmonierten auf altbekannte Weise und die Kichererbsen sorgten für eine herrlich nussige Note. Ein Essen, obschon so schlicht und unaufwendig, das uns voll und ganz befriedigte.

Aus: Die neue vegetarische Küche Maria Elia

Schlicht gut: Couscous mit buntem Gemüse

couscousCouscous führte über Jahre ein Schattendasein in unserem Haushalt. Wir nahmen ihn gern mit auf Wandertouren, da er in Nullkommanichts zubereitet ist und Brennstoff in der Wildnis kostbar. Nach zwei Wochen Couscous und Müsli wanderten die Reste in den Vorratsschrank und wurden vergessen. Wieder war es ein Bild*, das in meinem Kopf stecken blieb und mir keine Ruhe ließ. Dann war es soweit. Ein klassischer Freitag Abend, viele Gemüsereste im Kühlschrank, kein Plan, was kochen. Beim Blättern wieder das Bild. Haben wir genügend Zutaten, um das Gericht einigermaßen authentisch zu kochen? Ja, also los.

Für Couscous mit buntem Gemüse:

  • 1 kleiner länglicher Rettich, grob gestückelt
  • 2 Möhren (ca. 200 g), grob gestückelt
  • 1 Zucchini (ca. 200 g), grob gestückelt
  • 1 kleine orangefleischige Süßkartoffel, grob gestückelt (ich: normale Kartoffel)
  • 1 Staudensellerieherz, grob gestückelt
  • 1 große Zwiebel, in Scheiben geschnitten (ich: 3 Lauchzwiebeln)
  • (ich: je 1 rote und grüne Chili, fein gehackt)
  • Olivenöl zum Anbraten
  • 2 TL Ras el Hanout*²
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 kleine Zimtstange
  • 1 TL Salz
  • 1 Dose Kichererbsen (400 g) (ich: 200 g Kidneybohnen, gegart)
  • 1 Dose Pizzatomaten (ich: 2 große Strauchtomaten, grob gestückelt)
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 EL Honig
  • 120 g Couscous (precooked)
  • 170 g kochendes Wasser
  • Salz
  • 15 g Butter

Herr H. hatte sich sich freundlicherweise um das Gemüse gekümmert. Ich erhitzte etwas Olivenöl in der Wokpfanne, dünstete Lauchzwiebel und Chili kurz an und gab die Gewürze und das Salz hinzu. Dann fügte ich das restliche Gemüse, Tomatenmark und Honig hinzu und ließ es kurz anrösten. Danach bedeckte ich es knapp mit Wasser, legte einen Deckel auf und ließ es ca. 30 Minuten gar köcheln. In der Zwischenzeit füllte ich den Couscous in eine Schüssel, gab die Butter und etwas Salz hinein und bedeckte ihn mit dem kochenden Wasser. Auf der Packung steht zwar, dass man den Couscous 1:1 mit Wasser zubereitet, aber mir war er noch zu trocken, also gab ich etwas mehr Wasser hinzu. Herr H. bereitete derweil einen Dip, den ich mir gut zu dem Gericht vorstellen konnte.

Tahin-Joghurt-Dip*³:

  • 150 g Joghurt
  • 30 g Tahin
  • Saft einer kleinen halben Zitrone
  • 1/2 Knoblauchzehe mit etwas Salz, zu Brei gemörsert

Er gab alle Zutaten in ein Schälchen und rührte sie mit dem Schneebesen glatt. Zum Schluß richtete ich das Gemüse auf einem Couscousbett an.

cous8-klFazit: Ein völlig unkompliziertes, schnelles Gericht, in dem alle Reste des Gemüsefachs sich zu einem köstlichen Ganzen verbinden können und für mich die perfekte Alternative zu (Reste-)Risotto oder Tarte. Der Tahin-Joghurt-Dip paßte, wie vermutet, perfekt. Und da Hamburg kocht! um „Resteveredlung“ bat, reiche ich das Gemüsecouscous gern ein!

Gebt mir den Rest!

*frei nach: Vegetarische Rezepte der Welt Celia Brooks Brown

*²Ich habe eine fertige Ras el Hanout Mischung verwendet. Man kann es natürlich auch selbst mischen. Für ein kleines Glas Ras el Hanout:

  • 12 Kardamomkapseln, die Samen ausgelöst
  • 1 TL schwarze Pfefferkörner
  • 2 Gewürznelken
  • 1 Zimtstange, zerkrümelt
  • 1 Muskatnuss, gerieben
  • 1 TL gemahlene Muskatblüte
  • 1 TL gemahlener Piment
  • 1 TL gemahlener Kurkuma
  • 1 EL gemahlener Ingwer
  • 1 TL Chilipulver

Ganze Gewürze rösten, bis sie zu duften beginnen. Nach dem Abkühlen mahlen und mit den bereits gemahlenen mischen.

aus: Die große Schule der Gewürze Michael Bateman

*³ aus: Genussvoll vegetarisch Yotam Ottolenghi