Über mich

Mein kulinarischer Werdegang

  • 1976 – 1981 Ich wachse im Umfeld von Oma Mariechens, eigentlich Uroma, ostpreußisch geprägter Küche auf. Ich darf beim Hühnerrupfen helfen, eine Parade von Kuchenteigschüsseln auslecken, „Wasserkaffee“ trinken und eine stattliche Anzahl von Plinsen, Kartoffelpuffer, verdrücken. Ich liebe Rinderleber, Steckrübeneintopf und Königsberger Klopse, leider ist Oma Mariechen verstorben, bevor ich sie um das Rezept bitten konnte, und natürlich Schnitzel mit Pommes, aber die gibt es nur, wenn Familienfeste in Restaurants stattfinden.
  • 1981-1985 Oma, die richtige, Elfriede übernimmt. Beim Kekse backen dürfen meine Cousine und ich helfen. Ansonsten nur zuschauen. Mein Interesse am Kochen und Backen schwindet – die Hormone…
  • 1985-1993 Ich interessiere mich lediglich für das Kuchen backen, lerne Thermogrütze, unglaublich scheußlich, und Vollkornnudeln kennen. Was macht man nicht alles mit. Aus dieser Phase hat lediglich das Hausbrot überlebt. Als ich von zu Hause ausziehe, gebe ich jegliche Küchenaktivität auf. Keine Ahnung, wovon ich gelebt habe. Die Erinnerung ist verschwommen… in die Mensa bin ich jedenfalls exakt drei Mal gegangen. Beim dritten Mal gab es freitags einen Eintopf. Darin waren sowohl Reis, Nudeln, Kartoffeln als auch andere undefinierbare Dinge. Dann doch lieber Käsebrötchen.
  • 1993-1999 Erste Kochversuche. Ein TK-Fischfilet. Da war doch was. Säubern, säuern, salzen. Zitrone hatte ich keine, aber Citroback (gelartig). Mein damaliger Freund aß das ungenießbare Essen stoisch… Es folgten Schlemmerfilet, Tiefkühlmixgemüse und immerhin selbst gekochte (Salz-)Kartoffeln. Freund Nummer drei, Herr H., besuchte einen Männerkochkurs, servierte allerlei Leckereien. Es sah gar nicht so schwierig aus.
  • 2001 – 2005 Inzwischen backen Herr H. und ich recht kompakte Hausbrote und noch kompaktere Hefebrötchen. Wir legen uns das Bäckerbuch zu, verstehen aber noch nicht viel. Zum Geburtstag bekomme ich von einer Freundin Italienisch einfach. Der Durchbruch. Plötzlich gibt es mindestens dreimal pro Woche Risotto inklusive wildester Gemüse- und Gewürzmischungen. Pizza kann man tatsächlich selber machen, aber wie schafft man es, dass der Teig nicht durchweicht?. Ich beginne, stapelweise Kochbücher aus der Bücherei auszuleihen und lese die Rezepte gewissenhaft. Allein bei der Umsetzung hapert es noch ein wenig. Hhm, statt x könnte man auch y nehmen, es lebe die Kreativität. Meist leider mit zweifelhaften Ergebnissen.
  • 2005 – 2006 Auszeit. Auf unsrerer Fahrradweltreise muss ich mich auf eine Gasflamme beschränken, darf dafür auf der halben Welt durch Supermärkte, Läden und Märkte streifen. Ich stelle fest, dass es das beste Steak (bis jetzt) tatsächlich in Argentinien gibt. Der Preis: Herr H. und ich fahren nun fast täglich 4-5 Stunden Fahrrad, schwer bepackt.
  • 2006 – 2009 Wieder in Deutschland müssen wir zunächst eine neue Küche finden. Lustigerweise wird es zunächst die alte. Unsere alte Wohnung steht wieder leer. Ich mache Fortschritte beim Brot- und Brötchenbacken und ziehe das selbst gebackene inzwischen dem meines Arbeitgebers, einem Biobäcker, vor. Lediglich die Brötchen könnten größer sein. Dann ziehen Herr H. und ich beruflich bedingt nach Hamburg. Wenig Zeit zur Entwicklung kulinarischer Fertigkeiten.
  • 2009 – 2011 Ich steige aus, arbeite freiberuflich von zu Hause und habe plötzlich viel Zeit zum Kochen und Backen. Ich stelle fest, dass man Pasta mühelos selber machen kann. Gare erste richtig große Fleischstücke und fange an, Fonds zu kochen. Einzig meine Improvisationsbereitschaft steht mir oft noch im Weg. Dann tritt Fräulein My auf den Plan. Sie mahnt mich, Rezepten beim ersten Versuch zu folgen, Mengenangaben einzuhalten. In anderen Lebensbereichen hat sich das Befolgen ihrer Ratschläge stets als hilfreich erwiesen. Ich habe zwar schon tausende Rezepte gelesen, aber mein Erfahrungsschatz ist noch zu klein. Die Brötchen werden größer, der Pizzaboden knusprig.
  • 2011 – 2012  Ich beginne Rezepte zu bloggen, außer Familie und Freunde interessiert das niemanden. Ich lerne unglaublich viel, verfeinere meine Klassiker. Die Brötchen sind inzwischen riesig. Ich habe einen superaktiven Weizensauerteig, der auch bei 18-19°C, wärmer wird es im Winter nur beim Kochen und Backen in meiner Küche, hervorragend treibt. Endlich sind die Baguettes wild geport. Meine Gewürzsammlung wächst. Ich lerne „geräuchertes“ Paprikapulver kennen.
  • Dezember 2012 Nachdem ich fast drei Monate ausschließlich Kochblogs gelesen habe, traue ich mich. Die Kochpoetin wird geboren. Ohne My, mahnend und mit strengem Blick an meiner Seite, hätte ich das nie geschafft und auch nicht ohne die Unterstützung von Herrn H., sei es durch das Essen, Schnibbeln oder die kritische Begutachtung meiner Texte. Danke, Herr H., ohne sie wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen! Und es funktioniert! Das Kochen, Backen und Schreiben macht mir unendlich viel Spaß.

Ein paar Fakten zum Schluss:

Meine Küchenmaschine verstaubt in der Abstellkammer, seit Oktober 2013 bin ich stolze Besitzerin der Kenwood Major Titanium, wie konnte ich bloß so lange ohne eine gute Küchenmaschine überleben? Hefeteige fühlen sich zwar immer noch gut an, aber die klebrigen Roggenmischteige überlasse ich gern der Maschine. Meine Küche hat 6 qm². Deshalb bin ich die Hälfte der Zeit mit Wegräumen beschäftigt. Ich habe noch nie eine Mikrowelle besessen. Der E-Herd (Mietwohnung) treibt mich regelmäßig in den Wahnsinn. Seit Juni 2015 habe ich einen neuen Herd – ein wahnsinnig schnell reagierendes Induktionskochfeld und ein präziser Turbo-Backofen. Ich bin unendlich glücklich, frage mich aber schon manchmal, warum wir ihn uns nicht schon vor Jahren anschafften. Ich liebe Gemüse, esse aber auch gern Fleisch. Es gibt nichts, das ich nicht probieren würde und nichts, was ich absolut verabscheue (ok „natto“, vergorene Sojabohnen, ist schon speziell). Manchmal oft zwinkere ich Fräulein My zu und verändere Rezepte nach meinem Gutdünken. Und inzwischen kommt dabei gelegentlich sogar etwas Gutes heraus. „Errare (Errasse) humanum est, sed in errare (errore) perseverare diabolicum„. (Wikipedia).

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65 Gedanken zu „Über mich

  1. Hallo Eva, ich habe dich für den Versatile Blog Award nominiert. Ich weiss dass du bei diesen awards nicht mehr mitmachen willst. Das ist auch ganz ok, verstehe ich sehr gut. Aber ich wollte meinen Lesern deinen Blog nich vorenthalten, weil ich ihn wirklich toll finde. Nimm die Nominierung einfach als Kompliment. LG Malou

  2. Hallo, suche Ihren Blog immer wieder auf – wegen der ansprechenden Rezepte UND wegen des kleinen goldigen Fräuleins, das bei der Begrüßung immer so verärgert dreinschaut. Erinnert mich an die Tochter meiner Freundin!!! Hände in die Taille stemmen und so! Außerdem müssen Sie eine unendliche Geduld haben, bei dem, was Sie da immer zaubern. Freue mich auf das nächste Rezept und auf…….
    Beste Grüße, Lo

    • Danke für das schöne Kompliment! Um meine Geduld ist es generell eher nicht besonders gut gestellt, aber da ich stets sehr neugierig auf geschmacklichen Hochgenuss bin, warte ich darauf auch gern ein wenig. 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

  3. über den Andy Lieberlecker habe ich dich entdeckt und mich seither an deinen kommentaren erfreut. Falls dich der eine oder andere urlaub in die Bretagen führen sollte, bist du und der herr H. herzlich willkommen!

    bisous bretons, l’é-f

  4. Ich lese dich immer wieder mit viel Freude. Besonders deinen Kuchen bewundere ich mich. Für Weinarten, wünsche ich mich ein Buch über solchen Kuchen. Hätest du ein Titel zu beraten ? Ich bedanke ich mich im voraus.

  5. Hallo faszinierende Kochpoetin,

    Ich habe vor ein paar Jahren meine Begeisterung für das Kochen entdeckt (beim Backen ist noch Luft nach oben) und suche seitdem gern mal abends im Bett mit dem iPad im Netz nach neuen Rezepten. Wichtigstes Kriterium: Mit Bild!
    Vor ein zwei Monaten bin ich auf deinen Blog gestoßen – für mich der beste Kochblog überhaupt. Sooooo viele Bilder und neue, kreative Rezepte und Kombinationen, die die Fantasie anregen und einfach Lust aufs Kochen, Essen und Genießen machen!

    Vielen vielen Dank dafür!

  6. Deinen Blog lese ich schon länger, das „Über mich“ heute zum ersten Mal 😉
    Und ja: Diser Blog ist ein Gedicht! Danke für die vielen Anregungen, die tollen Photos, die Bemerkungen und Erläuterungen – ich lerne begeistert stets dazu! (Und jetzt hätte ich bitte gerne ein Stückchen der Tarte..)

    Herzliche Grüße
    Elena

    • Vielen Dank, Elena, für das schöne Kompliment. Es ist immer besonders schön, wenn „stille“ Leser sich einmal zu Wort melden. 🙂 Die Tarte ist ziemlich leicht nachzubauen – unsere ist schon weg… 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

    • Liebe Marie, vielen Dank für dein Kompliment. Leider mache ich bei keinen Awards mehr mit. Zweimal habe ich die Fragen bereits beantwortet. Du findest sie in der Rubrik „Beschrieben“.
      Liebe Grüße,
      Eva

  7. Liebe Eva, endlich habe ich -nach Schwesterleins Hinweis- mich mal deiner Seite gewidmet und sie ist soo schön! Wenn ich endlich im Norden bin auch mal wieder einen Herd habe gehts los! Viele Grüße von Sabine B.,…r
    aus M….ck

    • Liebe Sabine, 🙂
      danke schön. Freut mich, dass sie dir gefällt!
      Wirst du eher kochen oder backen? Und, bist du ab nächstem Wochenende im Norden?
      Liebe Grüße,
      Eva

      • Hi Eva, ich werde, wenn ich nach vielen Jahre der Baustelle -und engültig wieder im Norden- mal wieder einen Herd haben sollte, beides mit sehr viel Vergnügen tun. Bin ab 7.8. in LG. Ich war übrigs auch kreativ, aber anders: http://artbie.jimdo.com/
        Lieben Gruß, Sabine

      • Schöne Seite, hab‘ grad ganz kurz geschaut. Heißt das, du ziehst in den Norden? Spannend! Wir können uns gern treffen. 🙂
        Liebe Grüße,
        Eva

  8. Hay,
    ich wollte gern Satine aus dem PH 10 machen.
    Nun ist mir nicht ganz klar ob die Orangen mit der Schale oder ohne verwendet
    werden. Wie verstehst du das Rezept ?

    lg
    Dave

  9. Hallo Eva,
    heute habe ich nun bereits zum zweiten Mal deine ‚über mich‘ Seite gelesen. Beeindruckend, sehr bewegtes Leben….aber am meisten fasziniert mich eure Fahrradweltreise.
    So etwas hätte ich auch immer gerne mal gemacht….aber bis vor einiger Zeit ging es der Kinder wegen nicht und nun bin ich schon ein bisschen alt und mit dem jetzigen Partner geht das auch nicht.
    So bleibt es eben ein Traum…und ich hole mir den Traum ein bisschen virtuell näher, in dem ich bei Menschen wie dir darüber lese.
    Liebe Grüße
    Eva

    • Hallo Eva (immer wieder komisch),
      ich fühle mich irgendwie gar nicht beeindruckend.
      Die Reise war sehr schön, aber auch anstrengend, jetzt würde ich, glaube ich, nicht länger als drei Monate am Stück reisen. Auf jeden Fall habe ich viel daraus gelernt, das stimmt.
      Ich habe dafür keine Kinder, nur „Quasi-Kinder“, meine sehr viel jüngeren Geschwister. Aber das ist schon in Ordnung so. Ich halte dir die Daumen, dass es doch noch mal eine längere Reise für dich gibt. Mit dem Fahrrad zu reisen ist nach wie vor mein Liebstes.
      Liebe Grüße,
      Eva

  10. Hallo Eva,
    Ich bin über die „Boulancherie“ auf deinen Blog gestolpert.
    Deine Vita liest sich spannend wie ein Abenteuerroman. Und das sag ich, der Nichtleser. 😉

    … und heute Abend wühle ich mich mal durch deine Backrezepte. 😃
    Als Hobbybäcker bin ich immer auf der Suche nach neuen Brot- und Brötchenrezepturen als Inspiration um meinem Steinbackofen leckere Dinge zu entlocken.

    Ciao Werner

    • Hallo Werner,
      herzlich Willkommen! Ich musste über deinen „Abenteuerroman“ herzlich lachen, im Moment gleicht mein Leben eher einem Rechtstext. Aber wer weiß, wie sich die Dinge entwicklen. Alles ist möglich. 🙂
      Ich schaue mich nachher mal bei dir um. Ich beziehe meine Brot- und Brötcheninspiration meist bei Lutz (Ploetzblog) und beim Brotdoc und bin nicht sicher, ob ich dir etwas eben so spannendes bieten kann.
      Liebe Grüße,
      Eva

  11. Hallo Kochpoetin,
    bin gestern über Kazuo’s Blog bei Dir rein gestolpert und habe mich jetzt hier fest gelesen. Ein toller Blog, mit vielen Rezepten, die zum sofortigen Nachmachen animieren. Am meisten lachen mich die Torten und Törtchen an. Deswegen bin ich unbedingt am Rezept vom Milchschokoladenguß der Arabellatorte interessiert. Ich habe schon nach dem Buch von Pierre Hermé geschaut, ist ja ein stolzer Preis!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    KaZi

    • Hallo Karin,
      freut mich sehr, dass es dir bei uns gefällt. Vielen Dank für das Kompliment!
      Der Hermé ist teuer? Relativ, wenn man überlegt, wie viele unterhaltsame Stunden wir schon mit ihm verbracht haben, es gibt wesentlich teurere Hobbys. 😉 Das Rezept schicke ich dir heute noch.
      Dir auch ein schönes Wochenende, liebe Grüße
      Eva

    • Hallo Houdini, freut mich, dass der Text dir gefällt. Und oje, das Reiseblog hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel (7) und man lernt ja so einiges mit der Zeit. 😉

    • Danke dir! Ich weiß noch nicht, ob und wann ich dazu komme, deine Fragen zu beantworten… und ob ich taggen überhaupt in dieser Form mag. Mal schauen. Schönes Wochenende 🙂

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