Wenn Scherben Glück bringen…

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Es ist schon merkwürdig, wie man auf die besten Ideen kommt. Der Prozess ist leider überhaupt nicht kontrollierbar und je fester man sich eine Eingebung wünscht, desto weiter entfernt sie sich von einem. Überlässt man sie jedoch dem Zufall, so kann man die umwerfensten Entdeckungen machen. Mir rutschte vor kurzer Zeit eine außen leicht fettige gläserne Butterdose aus der Hand. Und es landete nicht nur ein gerade frisch angebrochenes Stück Butter auf dem Fußboden, nein, auch die Dose musste sich unter lautem Geklirr und Gepolter in hunderte kleinster Einzelteile auflösen. Leicht fluchend sammelte ich sie auf und betrachtete das mit Splittern gespickte Stück Butter nachdenklich. Irgendwie brachte ich es nicht über mich, es einfach wegzuwerfen. Was tun? Die Lösung lag auf der Hand. Nussbutter! Und so hatte ich plötzlich eine riesige Menge an Nussbutter, für die ich eigentlich keine Verwendung hatte. Natürlich ist sie praktisch unbegrenzt haltbar, aber als es die Nichte und mich am Nachmittag nach Keksen gelüstete, ersetzte ich die Butter im Rezept einfach durch die Nussbutter. Das Ergebnis war erstaunlich. Um sicher zu gehen, dass es sich nicht schlicht um ein sehr, sehr gutes Rezept handelte, buk ich sie kurz darauf noch einmal mit normaler Butter und dann noch einmal mit Butter/ Nussbutter halb und halb. Dieses Verhältnis stellte sich als das vorteilhafteste heraus.

Für die Schokoladen-Nuss-Cookies (ca. 15 – 18):

  • 60 g Walnusskerne, grob gehackt (es gehen auch Pekannüsse)
  • 140 g backfeste Chocolatechips 60%ig (oder Kuvertüre, grob gestückelt)
  • 140 g Weizenmehl 405er
  • 2 g Backpulver
  • 100 g zimmerwarme Süßrahmbutter (Butter und Nussbutter halb und halb)
  • 50 g brauner Muscovadozucker
  • 80 g Zucker
  • Mark 1/2 Vanilleschote (1/2 TL Vanilleessence)
  • 2 g Salz
  • 50 g Vollei

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Nachdem ich alle Zutaten abgewogen und bereit gestellt hatte, rührte ich Nussbutter und Butter mit beiden Zuckerarten und dem Salz schaumig. Es dauerte ca. 4 Minuten, bis der Zucker sich nahezu gelöst hatte. Nun rührte ich das Ei mit der Vanilleessenz vollständig unter, gab Mehl und Backpulver hinzu und verrührte alles kurz mit dem Löffel. Die Nichte wagte sich, nachdem das laute Handrührgerät beiseite gelegt war, wieder in die Küche und schüttete Scholadenstückchen und Nüsse zum Teig und versuchte alles mit dem Löffel zu vermengen. Aber die Masse war für ihre Kräfte doch noch etwas zu fest. Ich übernahm, heizte den Backofen auf 180°C vor und setzte mit einem Esslöffel, den sie immer wieder zwischendurch befeuchtete, Häufchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech. Der Abstand sollte großzügig bemessen sein, da die Kekse beim Backen sehr auseinanderlaufen. Beim ersten Backversuch hatte ich dazu den Eisportionierer benutzt, aber die Kekse, die dadurch entstanden, waren für meinen Geschmack einfach zu riesig. Das ist natürlich Geschmackssache. Ich buk die Kekse ca. 13 – 14 Minuten und verwahrte sie nach dem Abkühlen luftdicht verpackt in der Keksdose Theoretisch sind sie bis zu vier Wochen haltbar. Eine sehr graue Theorie.

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Herr H. konnte sich während des Fotografierens tatsächlich nicht beherrschen, so verführerisch dufteten die Kekse. Was für ein Glück, dass sie so schnell gemacht sind. Allein die Herstellung der Nussbutter dauert ein Weilchen. Aber die kann man ja direkt in größerer Menge herstellen. Ich gab dazu die Butter in einen weiten Topf, ließ sie nach dem Aufschäumen ca. 20 Minuten bei schwacher Hitze köcheln und überwachte den Bräunungsgrad der Milcheiweißpartikel im letzten Drittel mit Argusaugen. Sie dürfen allenfalls hellbraun werden. Anschließend gab ich die Butter durch ein mit einem Passiertuch ausgelegtes Sieb und füllte sie in Schraubgläser. Sie ist, wie gesagt, recht lange haltbar. Theoretisch.

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Fazit: Ich halte mich normalerweise mit Superlativen eher zurück, aber das sind wirklich die besten Choclatechip-Cookies, die ich je gebacken habe. Es ist natürlich möglich, dass es ein noch besseres Rezept gibt. Das will ich nicht ausschließen. Aber bis es auftaucht, werde ich mich an dieses halten. Die Kekse erfreuen sich auch in großer Konkurrenz zu übrigem Weihnachtsgebäck größter Beliebtheit in der ganzen Familie und können zum Glück das ganze Jahr über gebacken werden. Diätwilligen rate ich allerdings vom Backen ab, da man ihnen schwer widerstehen kann. Wie froh bin ich, keine guten Vorsätze für das neue Jahr gefasst zu haben. Und damit wünsche ich allen einen wundervollen Start ins neue Jahr! Möge es uns gewogen sein!

Aus: Die große Backschule – Kuchen, Gebäck und Desserts Beate Wöllstein

32 Gedanken zu „Wenn Scherben Glück bringen…

  1. Wie immer habe ich keinerlei gute Vorsätze, daher werde ich mit die Cookies mitnehmen – zumindest das Rezept. 😉
    Ein gutes neues Jahr mit viel Glück und wenig Scherben.

  2. Kekse mit Nussbutter… allein der Gedanke! Und der Duft, j’en suis sûre, reicht bis hier!
    Ich hoffe, er hat Euch bestens ins neue Jahr getragen!
    Und von den Keksen, da nehm‘ ich mir einen, gell?

    Alles Liebe!

    • Jederzeit. Und ja, sie duften. Wenn man die Dose einmal geöffnet hat, gibt es kaum noch ein Halten…
      Euch auch nachträglich einen wunderbaren Start und ein gutes 2017!

  3. Klingt unwiderstehlich. Tatsächlich sind meine liebsten Weihnachtsplätzchen die Heidesand, die ich mit Nussbutter und Fleur de Sel backe. Zum Glück sehen sie nach nix aus, sodass ich meist die Einzige bin, die sie gezielt vom Plätzchenteller klaubt … Aber bald sind sie zu Ende. Zeit für Nachschub mit Schoki drin! Dir und Herrn H. alles, alles Gute für 2017 – und diesem Blog weiter viel Erfolg!

    • Danke, Sabine. Dir auch alles Gute und viel Erfolg!
      Heidesand mit Nussbutter? Oh führe mich nicht in Versuchung. 😉 Ich erkenne meist die unscheinbaren Kekse als die schmackhaftesten. Gut, dass ich nicht vom deinem Teller naschen konnte…

  4. Gerade mal drei Sorten Guetzli (Plätzchen) habe ich diese Saison gebacken: Stollenkugeln, Vanillestangerln, Erdnusshöckli – eindeutig zu wenig! Da besteht Nachholbedarf und deine Anregung kommt deshalb gerade recht.
    Mit Nussbutter habe auch ich noch nie gebacken, aber …
    Danke und Grüsse aus Fernost,
    FEL!X

    • Dann hast du sogar zwei Sorten mehr gebacken als ich. Ich beschränke mich seit ein paar Jahren auf die Elisen. Die sind aber auch schon weg. Zum Glück gibt es noch ca. 4 Cookies und dann muss ich wieder ran. 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

  5. Scherben bringen Glück. Und Kreativität 😉 Ich musste gerade schmunzeln, mir ist nämlich vor einigen Wochen ein ganz ähnliches Malheur passiert. Auch ich habe aus der den Boden geküssten Butter braune Nussbutter zubereitet, welche am Ende als Eiscrème geendet hat. Göttlich, das sage ich dir! Das Rezept landet dann hoffentlich bald mal auf dem Blog. Sobald Kalorien zählen kein Thema mehr ist 😉 Dir, liebe Eva, an dieser Stelle einen fulminanten Start ins neue Jahr. Ich freue mich auf viele neue Inspirationen hier auf deinem Blog!

  6. Den Geschmack der Nussbutter ist einmalig, und nicht nur für die herzhaften Sachen, auch beiSüssem Zeugs ist er, zumindest für mich unwiderstehlich.Da hast du ganz bestimmt einen Volltreffer gelandet. LG Malou

  7. Cookies backe ich sehr selten, zu selten vielleicht? Und mit Nußbutter noch garnie… Ghee habe ich quasi immer im Hause und finde dies ja viel besser für vielfache Zwecke -z.B. Pfannkuchen backen, als jegliches andere Fett. Als Teigzutat allerdings habe ich dies noch seltenst benutzt und werde wohl zukünftigexperimentierfreudiger damit umgehen.
    Happy New Year, dir und Herrn H- und dem Nichtchen selbstverständlich ebenso.

  8. Liebe Eva,
    da scheinen ja wirklich Scherben Glück ins Haus (oder die Keksdose) gebracht zu haben 😀 !
    Sind die Cookies knusprig oder eher chewy?
    Auf alle Fälle wünsche ich dir und Herrn H. für das neue Jahr viele inspirierende Einfälle, Gesundheit und Zufriedenheit.
    Ganz liebe Grüße Maren

    • Danke, Maren!
      Ja, die Scherben hatten (ausnahmsweise) einen sehr positiven Nebeneffekt. :-I
      Die Cookies sind eher knusprig, kommt natürlich darauf an, wie kompakt man die Häufchen macht und wie lange man sie backt.
      Liebe Grüße,

      Eva

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