2 in 6

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Oder nu‘ is‘ aber mal gut! Eigentlich wollte ich direkt nach unserem kurzen Abstecher in das Fahrrad-Paradies wieder einmal so richtig durchstarten. An Ideen mangelte es nicht, mein Kopf war frei gepustet und ich fühlte mich (fast) zum Bäumeausreißen fit. Allein, irgendetwas hatte sich gegen mich verschworen. War ich an einem Tag noch fröhlich hüpfend durch die Gegend gedüst, hatte ich direkt am nächsten Tag wieder einen dicken Kopf. Nicht nur so ein belangloser Schnupfen, nein, es war eine richtige Erkältung aus der Hölle, obwohl das ja auch wieder unlogisch ist. Eher aus der Arktis. Wie auch immer. Ich musste zwangsweise eine Vollbremsung hinlegen, schon allein deshalb, weil sowohl Geschmacksknospen als auch Stimme sich komplett verabschiedet hatten. Und diese Erkältung war verdammt hartnäckig. Jetzt geht es mir zum Glück wieder einigermaßen. Zeit, endlich wieder einmal etwas Köstliches zu teilen und dann werde ich vielleicht beim anstehenden Gesundheits-Check die Ursache für den zweiten fetten Infekt innerhalb von sechs (!) Wochen erfahren. An der Ernährung kann es auf jeden Fall nicht liegen.

Für den Gemüsefond:

  • 100 g Zwiebeln, blättrig geschnitten
  • je 80 g Möhre, Sellerie, Lauch, Pastinake und Petersilienwurzel, blättrig geschnitten
  • 2 Tomaten, geviertelt
  • 2 – 3 junge Knoblauchzehen, zerdrückt
  • 1 l Wasser
  • 3 dünne Scheiben Ingwer
  • 1 Stängel Zitronengras, vom harten Stiel befreit
  • 1 TL Korianderkörner, gemörsert
  • 5 weiße Pfefferkörner, gemörsert
  • einige Petersilienstängel, gehackt

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Ich gab das gerüstete Gemüse mit dem Wasser in einen Topf und ließ alles nach dem Aufkochen 1 Stunde lang sanft köcheln. Gegebenenfalls muss nach dem Aufkochen entstandener Schaum abgeschöpft werden. Bei mir gab es keinen. Kräuter und Gewürze gab ich etwas 10 Minuten vor Ende der Garzeit hinzu. Anschließend goss ich die Flüssigkeit durch das feinste Sieb und befand den Fond für klar genug. Man kann sie zusätzlich noch durch ein Passiertuch geben. Ich füllte den Fond noch heiß in vier Glaser und stellte sie nach dem Abkühlen in den Kühlschrank. Dort hält er sich einige Wochen. So ein Glas selbst gemachter Fond ist von unschätzbarem Wert, auch wenn die Herstellung zugegebenermaßen ein wenig aufwendig ist.

Für den Kürbis-Linsen Dip mit Huhn:

  • 3 EL Kürbiskerne, trocken geröstet
  • 250 g Hokkaidokürbis, gerüstet gewogen, in Streifen geschnitten
  • 100 g rote Linsen
  • ca. 400 g Gemüsefond
  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 2 Zweige Zitronenthymian
  • 1 EL Butter
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • 1 – 2 TL Ahornsirup
  • 1 – 2 TL Limettensaft
  • 2 EL Kürbiskernöl
  • (ich: etwas Harissa)
  • ca. 300 g Hähnchenbrust, gebraten
  • (ich: eine Handvoll ofengetrockneter Trauben)

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Als erstes schwitzte ich die Schalotte in Butter farblos an, gab Kürbis und Zitronenthymian hinzu und ließ alles eine Weile mitschwitzen. Dann träufelte ich Ahornsirup darüber, ließ ihn bei etwas höherer Temperatur kurz karamellisieren und löschte mit Gemüsefond ab. Herr H. fügte die Linsen hinzu und ließ alles abgedeckt ca. 15 – 20 Minuten köcheln. Anschließend schmeckte er mit Salz, Pfeffer und Harissa kräftig ab, entfernte den Thymian und pürierte alles zu einer eher dicklichen Creme. Ich hatte derweil die Hühnchenbrüste angebraten und im Ofen gar ziehen lassen. Herr H. gab den Dip in vorgewärmte Schalen, garnierte mit Huhn, Trauben Kürbiskernen und -öl und waltete seines Amtes. Die Tauben hatte ich zuvor halbiert, mit wenig Puderzucker bestäubt und im Backofen bei 130°C ca. 1 Stunde antrocknen lassen. Gegen Ende der Garzeit durfte ein Baguette neben ihnen auftauen.

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Fazit: Die Konsistenz des Dips war herrlich cremig, Huhn, Trauben und Kürbiskerne passten perfekt. Zusammen mit dem Baguette ergab das ein schnell bereitetes und angenehm leichtes Abendessen. Auch Herr H. war zufrieden, merkte aber an, dass Huhn müsse. Wie gut, dass ich neben dem Gemüsefond auch regelmäßig Hühnerfond aus Karkassen koche. Die „übrig“ gebliebenen Teile ergeben so oder in anderer Konstellation ein perfektes „Resteessen“. Gebacken haben wir in den vergangenen Tagen übrigens auch endlich wieder einmal. Ich werde berichten!

Kürbis-Linsen-Dip aus: Linsen & Bohnen Manuela Rüther

Gemüsefond aus:  [K]ein Kochbuch Das Buch, das kein Kochbuch sein will Lucas Rosenblatt, Robert Sprenger

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16 Gedanken zu „2 in 6

  1. Mit der Erkältung können wir abklatschen. Ich hab mich auch gerade erst wieder aufgerappelt. Blödes Wetter aber auch!
    Danke für die nachträgliche Erklärung mit dem „das Huhn muss“, denn da habe ich auch nicht verstanden, was gemeint ist. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass das Huhn da mitmachen muss. Sehr schön ist das Rezept!

  2. Oh, das klingt aber gut. Mal sehen, wann der nächste Kürbis hier aufschlägt 😉.
    Und es stimmt, so ein paar Gläser Fond im Vorrat, die müssen sein. Hab ich immer da….kann man zur Not auch trinken, wenn man kränkelt.

  3. Erkältung aus der Hölle 😀 Gut, dass es dir wieder besser geht! Zur Zeit esse ich ja richtig viel und oft Kürbis. Insofern lustig, weil ich das Gemüse früher als Kind überhaupt nicht gemocht habe… Deinen Dip probiere ich gerne mal aus, irgendwo in der Vorratskammer schlummern nämlich noch Linsen und damit koche ich so so soo selten. Eigentlich nie :-/

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