Und ewig lockt der Herd

Erbsensuppe mit Estragon 2

Nach einem sehr, sehr ruhigen Jahreswechsel abseits jeglichen Trubels, konnten Herr H. und ich es kaum erwarten, wieder an den heimischen Herd zurückzukehren. Es ist zwar schön, an einem wunderschönen Ort zu weilen, aber natürlich bedeutet das auch den Verzicht auf die vertraute, eigene Küche. Man könnte fast meinen, dass wir inzwischen leicht besessen von der Zubereitung köstlicher Speisen wären. Dabei haben wir einfach nur festgestellt, dass es wenig „kostet“ sich allabendlich eine kleine Freude zu bereiten. Denn auch wenn viele im Kochen und Backen Arbeit und lästige Pflicht sehen, so ist es für uns einfach nur Entspannung gekrönt von der Belohnung des Genusses. Nach den vielen Fleischgerichten, in denen wir zu und zwischen den Festen geschwelgt hatten, stand uns der Sinn nach etwas frischem, leichtem Grünen. Ich wurde schnell fündig und erstaunlicherweise war alles im Haus.

Für die Erbsensuppe (Vollmahlzeit für 2 oder Vorsuppe für 4):

  • 2 kleine Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
  • Öl zum Braten
  • 400 g Gemüsefond
  • 200 g Sahne
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • 250 g Erbsen A
  • 1/2 Bund Estragon, Blättchen abgezupft, grob zerkleinert (ca. 35 g)
  • 250 g Erbsen B, wenige Minuten in Salzwasser blanchiert
  • 1 Handvoll Zuckerschoten, frittiert (ich: Erbsensprossen)

Suppe SerieHerr H. dünstete die Frühlingszwiebel in wenig Öl an, gab Gemüsefond und Sahne hinzu und ließ alles 3 Minuten kochen. Dann gab er die Erbsen A hinzu und ließ die Suppe abgedeckt 5 Minuten sanft köcheln. Ich fügte danach den Estragon hinzu, pürierte die Suppe, passierte sie durch das feinste Sieb und schmeckte mit Salz und Pfeffer ab. Vielversprechend! Herr H. gab abschließend die blanchierten Erbsen in die Suppe. So weit, so gut.

Für den Flan:

  • 110 g Sahne
  • 1/2 Bund Estragon, samt Stielen, grob geschnitten
  • 1 Pr. Salz
  • 30 g Pecorino, gerieben
  • 1 Ei
  • Olivenöl für die Form

Flan Serie

Ich kochte Sahne und Estragon mit einer Prise Salz auf, pürierte alles und gab es ebensfalls durch das feinste Sieb. Herr H. rührte Pecorino und Ei unter und gab die recht flüssige Masse in geölte Silikonformen (4 cm Durchmesser). Ich hatte den Backofen auf 190°C vorgeheizt. Nun stellte ich die Silikonform in ein Wasserbad und ließ die Flans 12 Minuten im Backofen garen. Erstaunlicherweise waren die tatsächlich verfestigt. Ich schöpfte Suppe in vorgewärmte Teller, legte jeweils 3 Flans ein und dekorierte mit Erbsensprossen, Estragon und einigen Tropfen Estragonöl.

Erbsensuppe mit Estragon 1

Fazit: Wir waren beide gleichermaßen von der fein-cremigen Konsistenz und dem herrlichen Geschmack des Süppchens begeistert! Herr H. merkte an, dass insbesondere der dezente Estragon-Geschmack des Flans das Tüpfelchen auf dem i sei. Die Erbsensuppe ist zudem nicht nur ein leichtes, frisches Abendessen, sondern kann sicher auch den Auftakt zu einem frühlingshaften Menue bilden. Der nächste ist zwar mit den jetzigen Kälteeinbruch in eine gefühlte weite Ferne gerückt, aber kaum das man sich versieht, steht ja auch schon das nächste Weihnachten wieder vor der Tür…

Aus: Kräuter Tanja Grandits

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20 Gedanken zu „Und ewig lockt der Herd

  1. Kompliment die Suppe sieht herrlich auf diesem tollen Foto aus. Es hat mich sofort an Tanja Grandits erinnert ohne zu sehen dass das Rezept effektiv von ihr ist. Ich habe ihr Kochbuch seit ein paar Wochen im Einkaufswagen bei Amazon, war mir aber nicht sicher, ob die Rezepte, resp. die Produktliste unbedingt alltagstauglich sind. Aber diese tolle Suppe werde ich auf jeden Fall ausprobieren. Das Rezept vom Flan ist ja eigentlich ganz einfach. Ich bin gespannt, wie de Kombi Erbsen und Estragon zusammen schmecken. Ich mag beide sehr gerne, aber zusammen kann ich sie mir eigentlich nicht so richtig vorstellen.
    Vielen Dank für dieses köstliche Rezept. LG Malou

    • Danke, Malou! Es wäre recht schwierig gewesen, die Suppe anders anzurichten. 😉 Das Kochbuch ist klasse, allerdings sind wirklich viele Rezepte dabei, für die man etwas speziellere Zutaten benötigt. Nicht wirklich alltagstauglich, aber fast immer ist das Ergebnis eine echte Bereicherung für den Gaumen. Bin gespannt, wie dir die Suppe schmecken wird!
      Liebe Grüße,
      Eva

  2. Estragon & Erbsen – klingt nach einer Kombi, die wir hier mal ausprobieren sollten. 🙂 Zumal wir uns fest vorgenommen haben, abends (nach der Arbeit) wieder häufiger zu kochen – und weniger essen zu gehen. Das geht nämlich ganz schön ins Geld! 😉

    Liebe Grüße zu dir – und ich wünsche dir ein wunderschönes neues Jahr.
    Sarah

    • Ja, da ist noch das ein oder andere darin, obwohl mir die Zutaten für einige Rezepte etwas zu speziell sind – Stichwort Vorratsschrank, weißt schon… 😉

  3. Schick! Auch wenn ich mich bisher mit frischen Erbsen in der Suppe noch nicht so wirklich anfreunden kann. Vielleicht muss ich dafür aber auch einfach nur mal ein anderes Rezept ausprobieren 🙂 Und so sehr ich die Ruhe auch genossen haben, nach ein paar Tagen Besuch freue ich mich jetzt auch wieder aufs selber kochen!
    Liebe Grüße, Tring

  4. Ist es tatsächlich immer nur Entspannung? Bei mir ist es ab und zu schon lästige Pflicht, wenn ich koche. Aber zum Glück gibt es ja viele Rezepte, die dann im Nu zubereitet sind.

    Die Suppe gefällt mir sehr gut! Ich geh sofort Erbsen einpflanzen, damit ich deine Variante bald nachmachen kann. Das Grandits-Buch ist immer wieder eine Offenbarung.

    • Ja, Susi. Es ist inzwischen für mich tatsächlich immer Entspannung, zumindest, wenn ich mit Herr H. gemeinsam koche. Koche ich allein (unter der Woche), greife ich meist auf Bewährtes zurück und das stresst mich dann auch nicht. 🙂
      Und die Sprossen gedeihen, glaube ich, im Winter auch auf der Fensterbank.

  5. Da seid ihr wieder mit einem herrlichen Gericht ins Neue Jahr gestartet, für das ich euch beiden alles Gute wünsche. Weiterhin viel Freude beim Kreieren und für uns so dazustellen, dass das Wasser schon im Munde zusammenläuft.
    Vielen Dank für euch beiden – und besonders dir, Eva, für deine lebendige Schrei- und Berichtsweise, mit der du uns teilhaben lässt!
    Liebe Grüße – Irene

  6. Ohoho! Du riechst doch, dass ich – derweil der Kerl ab Montag wieder Geld verdienen geht – drei Tage länger Schonfrist habe, sprich: ZEIT für solche „Scherze“, wie meine Familie zu sowas sagt. Platz Eins auf der Nachkochliste, denn eine Erbsensuppe habe ich schon länger versprochen…

  7. Der Flan gefällt mir sehr gut – ich muss wohl das Grandits-Buch wieder mal zu Hand nehmen. Den kann man ja auch wunderbar variieren (Käse und Kräuter). Sieht auf jeden Fall nach einer idealen Wintervorspeise für Gäste aus 🙂

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