Herdlos oder la cremosa

kartoffelsuppe mit Parmesan1Ich wartete leicht genervt auf meinen neuen Herd. Der angekündigte Liefertermin war bereits weit überschritten und ich sah meine Hoffnung auf ein warmes Abendessen bereits schwinden. Zum Glück hatte ich die Brötchen für’s nächste Frühstück schon am Vormittag gebacken. Endlich klingelte es an der Tür! Aber Moment, ich hatte doch gar keinen Lieferwagen gesehen. Ich öffnete und die Nachbarin stand vor der Tür. Ob wir heute Abend schon etwas vorhätten, platze sie strahlend heraus. Nicht wirklich, antwortete ich. Das sei hervorragend, sagte sie. Sie hätte viel zu viel gekocht, ob wir zum Essen kommen wollten. Ich starrte sie ungläubig an. Was für ein Zufall. Sehr gern, brachte ich schließlich heraus. Und während die Lieferanten endlich den Herd anschlossen, ließen wir uns zur Abwechslung einmal verwöhnen. Die Vorsuppe war so köstlich, dass ich um das Rezept bat und sie direkt noch einmal für uns zubereitete.

Für die Kartoffelsuppe mit Parmesan und Salsiccia:

  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 200 g mehlig kochende Kartoffeln, geschält, grob gewürfelt
  • (ich: 1 kleine Fenchelknolle, grob gestückelt, Grünes aufgehoben)
  • Olivenöl zum Anbraten
  • 300 g Hühnerbrühe
  • 1 Thymianzweig
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • 75 g Crème fraîche
  • 30 g Parmesan, frisch gerieben
  • 2 Salsiccia
  • 3 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten

kartoffelsuppe serieIch schwitzte erst die Schalotten in etwas Olivenöl glasig, gab den Knoblauch hinzu und ließ ihn kurz mitdünsten. Dann gab ich Kartoffeln und Fenchel in den Topf, schwitze auch sie kurz an und löschte mit Brühe ab. Etwas Salz, der Thymianzweig und den Deckel aufgelegt. Nach ca. 25 Minuten sanften Köchelns war das Gemüse gar. Ich zog den Topf von der Platte, entfernte den Thymianzweig und gab die Crème fraîche hinzu. Anschließend pürierte ich die Suppe ca. 5 Minuten, bis sie eine seidig-glatte Konsistenz hatte. Nun schlug ich den geriebenen Parmesan unter, schmeckte mit Salz und Pfeffer ab und stellte die Suppe bis zum Servieren warm. Der inzwischen eingetroffene Herr H. briet die Salsiccia rundherum, schnitt sie in Scheiben und hatte, kaum dass ich den Blick abwandte, bereits einige Scheiben stibitzt. Ich rettete den Rest, füllte die Suppe in vorgewärmte Schalen und servierte sie garniert mit Salsiccia, gehacktem Fenchelgrün, etwas Zitronenabrieb, Olivenöl und Streifen von abgetropften, getrockneten Tomaten.

kartoffelsuppe mit Parmesan4Fazit: Die Suppe schmeckt uns beim zweiten Genießen genauso gut wie beim ersten, himmlisch cremig, vollmundig dank Parmesan und einfach zum Hineinlegen. Die angegebene Menge reichte für uns als leichtes Abendessen oder als kleine Vorsuppe für vier Personen.

Die Freude über den neuen Herd hingegen ist leider nicht ungetrübt. Als ich ihn zum „Einbrennen“ auf 250°C hochheizte und ihn eine Weile auf der Temperatur – wie empfohlen – an ließ, wurden Display, Knöpfe und die gesamte Bedienleiste so heiß (85°, so sagte jedenfalls mein digitales Thermometer), dass man sie kaum noch berühren konnte. Auf Nachfrage beim Verkäufer entgegnete dieser zunächst lapidar, dass man einen Backofen ja eher nicht mit dieser Temperatur benutze. Ich hoffe, die Sache wird sich zeitnah aufklären lassen.

Aus: Kartoffeln – Das Kochbuch Achim Schwekendiek, Barbara Lutterbeck

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42 Gedanken zu „Herdlos oder la cremosa

  1. Ich liebe Kartoffelsuppe in allen Varianten – Deine Variante (beziehungsweise die der rettenden Nachbarin) gefällt mir auch sehr, klingt toll! Und mit dem neuen Herd wünsche ich Dir viel Spaß, so ein neuer Küchenbewohner ist bestimmt ein Fest, oder 🙂 ?

      • Hm, es sieht leider nicht danach aus. Der Techniker hat mir gerade erklärt, dass Temperaturschwankungen von bis zu 30°C völlig normal seien. Ich solle die Temperatur eben einfach niedriger einstellen und die Bedienblende dürfte bis zu 90°C heiß werden… ich sehe einen langen steinigen Weg vor mir…

  2. Hallo Eva, das erinnert mich doch stark an unseren neuen Herd, der auch richtig warm wurde an den Knöpfen und sich beim Aufheizen auf 250 Grad (unabdingbare Mindesttemperatur für den Pizzastein, der Vorgänger schaffte 280) nach einiger Zeit schlicht abstellte.
    Es stellte sich dann heraus, dass der obere Ventilator, der für die Kühlung zuständig war, verklemmt war und der gute Ofen jedesmal einen Hitzschlag erlitt. Ich bin nicht mehr ganz sicher, ob der Bosch-Kundenservice uns zuerst auch mit diesem typischen „Das gehört so“ (wahlweise „Na, dafür ist das Gerät aber nicht ausgelegt“)-Gewäsch abwimmeln wollte – wie du dir vorstellen kannst, kann Svenja recht energisch werden und es kam dann ein Techniker, der ordentlich schuften musste. Läuft jetzt. Ich hoffe, dass sich das bei euch auch regelt, nichts ärgerlicher als ein neues Gerät, das nicht so funktioniert wie es soll. Gruß an Herrn H., wir melden uns bald mal wg. Date.
    Sönke

    • Hallo Sönke,
      ja, das klingt in der Tat nach einem ähnlich gelagerten Problem. Der Techniker kommt am Dienstag. Mal sehen, ob er den Schaden beheben kann oder ob es letztlich auf ein neues Exemplar hinausläuft. Immerihn können wir den Ofen bis dahin nutzen, wir sollen bloß aufpassen, dass wir und nicht die Finger verbrennen. Das geht in Ordnung und das Topfbrot, das ich gerade gebacken haben, ist das beste, das ich je aus einem Ofen gezogen habe. 🙂
      Ja, meldet euch!
      Liebe Grüße auch vom Herrn. H. und an die Familie,
      Eva

  3. Nun habe ich ja auch einen neuen Ofen , und der wird natürlich regelmäßig auf 250°C vorgeheizt. Außer dem Ofen wird da nix heiß. Die Hitze bliebt im Gegenteil so brav im Ofen, dass ich jedes Mal zurückhopse, wenn ich die Ofentür aufmache, damit mir der Hitze- und Dampfschwall nicht das Gesicht versengt.

    • So soll das wohl auch sein. Aber du hast wahrscheinlich einen 60cm Herd, da hat man deutlich mehr Auswahl als bei den 50cm Modellen und wenn wir hier einen größeren herd aufstellen würden, müssten wir die ganze Küche auseinander reißen. Wozu ich wenig Lust habe. Mal sehen, was ich gleich zu hören bekommen. 🙂

      • Ja stimmt, ich habe einen Einbauherd in Standardgröße. Aber unabhängig von der Auswahl, wenn das Ding so heiß wird, dann deutet das auf eine sehr schlechte Isolierung hin. Das sollte heutzutage bei einem neuen Herd nicht mehr vorkommen.

      • Denke ich auch. Am Dienstag (zwischen 7h30 und 12h…………) kommt der Techniker. Du glaubst gar nicht, wie gespannt ich bin. 🙂

  4. Hmm, köstliches Süppchen. Da freut man sich ja fast auf die kälteren Tage trotz bevorstehendem Sommer. Bei der Antwort des Herstellers musste ich lachen – 230 Grad (meine Maximaltemperatur, leider) ist meine am häufigsten genutzte Temperatureinstellung :D…was denken denn diese Backofenhersteller? Ein Backofen muss doch backen! …oder geht das jetzt neuerdings auch kalt?

    • Danke Susanna. Hier ist es noch immer nicht richtig warm, wenn auch sonnig. Morgen soll es wohl mal EINEN warmen Tag geben, bevor es sich wieder abkühlt und dann tut so ein Süppchen sehr gut. 🙂
      Kalt backen geht definitiv nicht – genauso wenig wie Brot zu kaufen. Hoffentlich verhungern wir nicht. 😉

  5. O je, die Herdgeschichte klingt, als gäbe es da noch Fortsetzungen vor dem Happy End! Die Suppe sieht jedenfalls köstlich aus – auch so schön angerichtet.

  6. Bei manchen deiner Überschriften befällt mich die nackte Panik… wo geh ich denn Torten gucken, wenn nicht hier?? Und ohne Ofen geht das nicht…
    Was für ein Schmarrn, Ofen nicht mit dieser Temperatur benutzen… ich hoffe, das ganze klärt sich noch zur Zufriedenheit!

  7. Bei Gasbacköfen werden die Knöpfe sehr heiss (meine Fingerspitzen können ein Liedchen davon singen), aber bei Elektroöfen dürfte so etwas nicht passieren. Bloss nicht abwimmeln lassen, 250 Grad ist eine normale Betriebstemperatur, auch wenn er etwas anderes behauptet.

    • Das habe ich auch so in Erinnerung. Und keine Sorge, ich lasse mich nicht abwimmeln. Auch wenn man es sich nicht vorstellen kann, kann ich ziemlich „unangenehm“ werden. 😉

  8. Hallo Eva,
    Sag mal, was ist das denn für eine Aussage von dem Händler?! Wo 250 Grad drauf steht, müssen auch 250 Grad drin sein! Gerade beim Brotbacken braucht man doch auch hohe Temperaturen und überhaupt: Das geht ja wohl gar nicht!
    Dein Süppchen allerdings ist ja wieder ganz nach meinem Geschmack. Das mit dem Parmesan in der Kartoffelsuppe werde ich auch mal testen.

    Ich drück euch die Daumen für einen befriedigenden Ausgang der Herdgeschichte.
    Liebe Grüße Maren

    • Danke, Maren. Die Suppe schmeckt euch garantiert. 🙂
      Und ich rufe jetzt gleich zum zweiten Mal im CAllcenter der Firma an (20ct/Anruf), beim ersten Mal war leider deren System aufgehängt. Vielleicht kommt der Techniker ja zügig. Die Hoffnung stirbt zuletzt… 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

  9. Dein Problem mit dem Herd erinnert mich an einen Autotest vor einigen Wochen. Wir haben einen neuen Turbolader getestet, der nach 30 Minuten Betrieb den Geist aufgab. Lapidarer Kommentar des Herstellers war, dass man Turbolader nie lange nutze und nur für kurze Leistungsspitzen brauche. Wolf sieht das anders und hat mit einer Klage gedroht. Prompt lenkte der Hersteller ein. In deinem Fall handelt es sich offenbar auch um eine Mogelpackung. Da haben die Designer nicht aufgepasst. Nicht abwimmeln lassen. Vielleicht hat google einen Rat. Oder die Verbraucherzentrale. Viel Glück und trotz allem immer: Guten Appetit! 🙂

    • Danke für den Zuspruch, Mayumi. Ich lasse mich nicht abwimmeln. Und diese an vielen Geräten eingebauten Schwachstellen, damit man sich häufiger neue kauft, finde ich unmöglich… dieser Ofen scheint aber eher ein Montagsmodell zu sein. Mal sehen, wie schnell sich die Sache beheben lässt.

  10. Mit Salsiccia und Fenchel, die schmeckt dem Italiener bestimmt. Der ist sonst nicht immer für Suppen zu begeistern 😉

    Und ich drücke mal die Daumen, dass das mit dem Ofen wird! Die Aussage ist ja mal für die Füße…

    • Mir scheint, Männer sind häufig Suppenkasper. 😉
      Ja, das ist sie. Der Verkäufer hat sie auch im Nachhinein zurück genommen und die Firma hat bestätigt, dass solche Temperaturen aussen nicht normal sind. Fragt sich nur, wann der Service-Techniker kommen kann…

  11. Das klingt wirklich nach der besten Nachbarin von allen – sogar Gedanken liest sie! Und serviert dann auch noch ein Süppchen, das schon beim Lesen nach mehr schmeckt… – Eva, Du meldest Dich, wenn bei Euch im Haus was frei wird, ge‘? Dann muss der Kerl nämlich MIR hinterher und wir ziehen endlich in den „richtigen“ Norden…
    Wie macht er sich denn, der Neue?

  12. Ein Traum, diese Suppe! Du hast eine tolle Nachbarin. Aber wahrscheinlich bist du auch net so zwider als Nachbarin. 😉

  13. Die Suppe sieht ja köstlich aus und wird ganz bestimmt bald von mir nachgekocht.
    Der Backofen meines Siemens-Herdes lässt sich sogar auf 300 Grad aufheizen, was ich für Pizza und Co. auch nutze, mit Backstein, den ich natürlich noch aufheizen muss. Also der Backofen hat über eine Stunde dieses hohe Temperatur. Trotzdem wird die Armatur höchstens!! ein ganz klein wenig lauwarm.
    Ein großes Kompliment für Ihr Blog, ich stöbere zu gern darin und habe es natürlich auch abonniert. Neben Ihren guten Rezepten gefällt mir besonders die optische Darstellung und, ich muss es mal sagen, Sie schreiben ein sehr gutes und verständliches Deutsch!
    Marianne Kramer

    • Vielen lieben Dank, Marianne, für das schöne Kompliment. Das hat mich sehr gefreut. 🙂
      Und das mit dem Herd, puh, scheint einfach ein Montagsmodell zu sein. Immerhin funktioniert das Ceranfeld. Aber ein Leben ohne Backofen ist für mich irgendwie schwierig. Abwarten.
      Liebe Grüße,
      Eva

  14. also, dem Backofen mußt du dringend nachgehen- natürlich benutzt man diese Temperatur! Ständig! Als mindestens 1x pro Woche jedenfalls.

    Und die Suppe, die klingt sehr sehr gut, samt der nachbarlichen Rettung zur rechten Zeit.

    • Danke, Christine. Ich sogar häufiger, da ich mindestens zwei Brote und Brötchen und Baguette etc. backe. Mal sehen, wann der Techniker vorbeikommt, ich fürchte, diese Woche wird das nichts mehr…

  15. Oh Eva, das ist ein ganz ein feines Süppchen was du uns präsentierst. Um so eine nette Nachbarin könnte dich manchereiner beneiden. Ich hoffe für dich, dass sich das Herdproblem bald löst. Lieben Gruß, Alexia

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