Finster war’s…

fenchelrisotto 5Freitag Vormittag. Ich sitze am Schreibtisch und versuche, während ich mich mit müßigen Spielen ablenke, eine kreative Inspiration zu finden. Der Morgen startete wider Erwarten mit herrlichem Sonnenschein. Ich schaue aus dem Fenster, sehe den knallblau leuchtenden Himmel und treibe mich innerlich an. Los, wenn du den Artikel schnell fertig hast, kannst du radeln! Noch ein Spiel. Plötzlich verändert sich das Licht. Es wird dunkler. Nach einigen Minuten schaue ich irritiert aus dem Fenster. Der Himmel ist immer noch blau, aber er wirkt, als hätte sich ein grauer Schleier über ihn gelegt. Wenige Minuten später fällt es mir blitzartig ein. Die Sonnenfinsternis, hier bei uns zwar nur partiell, aber immer noch mit einer Abdeckung von über 80%. Ich stürme zum nach Osten gelegenen Küchenfenster. Und tatsächlich. Das Licht wird von Minute zu Minute unwirklicher. Die Vogelstimmen verstummen. Aufgeregt erzähle ich Herrn H. am Telefon davon. Er kann jedoch, 30 km nördlich von Hamburg, nichts sehen. Es ist neblig. Nachdem ich aufgelegt habe, treiben von Norden Nebelschleier heran. Nun ist es möglich, kurz direkt in die Sonne zu schauen. Sie sieht aus wie ein abnehmender Mond, ca. 2/3 von oben rechts aus gesehen, sind durch den Mond verdeckt. Es ist spürbar kälter geworden. Ich versuche, einige Fotos zu machen, aber nach kurzer Zeit ist der Nebel so dicht, dass ich nichts mehr sehen kann. Ich trolle mich zurück an den Schreibtisch, betrachte die Bilder und beginne zu schreiben. Gegessen werden muss schließlich immer.

Für das Fenchelrisotto mit Gorgonzola:

  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 1 mittelgroße Fenchelknolle, geputzt, geviertelt, quer in Streifen geschnitten, Fenchelgrün aufgehoben
  • Butter und Olivenöl zum Braten
  • 150 g Risottoreis
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • 75 g Weißwein
  • ca. 750 g Gemüsefond
  • 75 g Gorgonzola, in Scheiben geschnitten

fenchelrisotto serieIch schwitzte erst die Schalotte, dann Fenchelstreifen und Reis im Butter-Olivenöl-Gemisch an. Dann gab ich den Weißwein hinzu, ließ ihn vollständig einreduzieren und goss die erste Kelle Fond an. Umrühren tue ich bloß nach der Zugabe von Fond. Dauerrühren kann, wer mag. Nach ca. 25 Minuten war der Risottoreis perfekt gegart. Ich schmeckte mit Salz und Pfeffer ab, ließ das Risotto ca. 10 Minuten ruhen und richtete es dann auf vorgewärmten Tellern an. Die Gorgonzolascheiben legte ich einfach mittig auf. Da Fenchelrisotto allein etwas monochrom daherkommt, hatte Herr H. in der Zwischenzeit ein fruchtiges „Topping“ gebastelt.

Für das „Topping“:

  • 1 Apfel, halbiert, eine Hälfte fein gewürfelt, die andere in Scheiben geschnitten
  • eine Handvoll Walnusskerne
  • Butter
  • 1 TL Zucker
  • 1 Pr. Salz

apefel topping serieEr röstete die Walnüsse trocken in der Pfanne, nahm sie heraus und dünstete die Apfelwürfel und Scheiben in Butter. Er streute den Zucker und eine Prise Salz darüber und ließ ihn leicht karamellisieren. Nun entnahm er die Apfelscheiben, gab die Walnüsse wieder hinzu und ließ alles noch kurz braten. Ich gab das fertige „Topping“ über das Risotto, garnierte mit Apfelspalten und Fenchelgrün und reichte den Teller in Studio.

fenchelrisotto 2Fazit: Fenchel und Gorgonzola sind wie füreinander gemacht! Auch wenn eine Birne sicher noch feiner dazu gewesen wäre, so war das Risotto auch mit Apfel und Walnuss ein Hochgenuss, dahingehend waren Herr H. und ich uns einig. Wie üblich blieb kein einziges Reiskorn auf unseren Teller übrig. Ein Risotto ist zwar keine Paella, aber gewisse Parallelen in der Zubereitung existieren schon, wie ich finde. Und deshalb darf dieses wunderbare Risotto bei Zorras CVII Blog-Event iFiesta del arroz! nicht fehlen.
Blog-Event CVII – ¡Fiesta del arroz! (Einsendeschluss 15. April 2015)

Und jetzt hoffe ich, dass sich die Sonne schnell wieder mit ganzer Kraft einen Weg durch die inzwischen sehr dicke Wolkendecke bannen wird, damit ich endlich radeln kann.

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30 Gedanken zu „Finster war’s…

  1. Risottoooo!!! Darauf springe ich sofort an – finde ich ehrlichgesagt auch interessanter als diese Sonnenfinsternis 😉 Und die Kombination von Gorgonzola mit Apfel im Risotto ist einfach der Hammer!

  2. Wir haben die Sonnenfinsternis wegen Hochnebels nur ahnen können- in Köln, im Cafe im Museum Ludwig beim späten Frühstück- das war zumindest ein außergewöhnlicher Rahmen.
    Und dein Risotto- mit dem Topping ganz wunderbar fein. Satrker Käse und feine Frucht, das mag ich gern.

  3. Fenchel, Apfel und Walnüsse hatten wir hier schon als Salat, aber als Risotto ist das sicherlich ein Knaller 😀

    Wird gleich mal notiert, der Italiener hatte eh schon nach Risotto verlangt!

    Und wir hatten zwar einen wolkenfreien Himmel, aber von der Sonnenfinsternis ist ohne die Brille ja nicht so viel zu sehen…

  4. Hier hatte ich klare Sicht auf die Sonnenfinsternis und es war wieder einmal faszinierend. Fotos hab ich aber leider auch keine zusammengebracht, weil mein Knipseding solche extremen Situationen doch nicht packt.
    Dein Risotto nehm ich mir sofort mit – also wenigstens das Rezept, denn gerade kam eine Lieferung aus Italien an und nächste Woche will ein Kilo Fenchel verkocht werden. 😉

    • Ich habe tatsächlich ein Foto machen können. mal sehen, vielleicht füge ich es noch in den Artikel ein!
      Und ich bin sicher, dass dein frischer italienischer Fenchel um Längen besser ist als mein gut „abgehangener“ Bio-Fenchel, der zwar auch aus Italien kam, aber das war schon eine Weile her… 😉

  5. Hier war der Himmel ein wenig eingetrübt. Es wurde dann ganz merkwürdig dunkler und es war eine antrisch (gespenstisch/ komische) Stimmung…. Wir haben es überlebt 😉 Lieben Gruß… Alexia

  6. Hier war blauer Himmel…aber tja, keine Ausrüstung, kein Blick in die Sonne. Aber ich war auf den Rad zum Einkaufen unterwegs und habe das unwirkliche Licht genossen.
    Na, und jetzt ärgere ich mich ein wenig, dass ich die Fenchelknolle, die in meiner letzten Gemüsekiste war schon anderweitig verplant habe.

  7. Obwohl die Bedingungen hier unten gar nicht schlecht waren, habe ich dieses „Event“ verpasst: Trotz Sonne war’s nämlich frisch genug, um eine letzte ausgedehnte Runde durch Wald und Wiese zu drehen, bevor wir morgen unser Mobil entern und für eine Woche gen Süden fahren. Seitdem ist es hochnebelig und mich halten die Vorbereitungen in Beschlag. Aber mei: hätte sowieso keinen geeigneten Augenschutz gehabt… 😉
    Das mit dem Fenchel ist bei mir so ein Glückspiel: manchmal esse ich ihn ganz gern, manchmal erinnert er mich zu sehr an Stangensellerie – und der ist bekanntlich… ;). Aber vielleicht versuch‘ ich’s bei Gelegenheit mal in Kombination mit mon amour Blauschimmel. Dir viel Spaß im Sattel!

    • Geeigneten Augenschutz hatte ich auch nicht, aber für eine kurze Zeit war der Nebel der perfekte Schutz, bevor er so dicht wurde, dass man nichts mehr sah. Heute: a*kalt, Dauerregen. Ich hoffe, ihr habt in Italien schöneres Wetter! 🙂

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