Best Burger in town – revisited

hirseburger 2Genauso, wie man niemals nie sagen sollte, so sollte man auch niemals „der/die/das Beste“ sagen. Denn das Leben hält stets Ungeahntes parat. Zwei sich nahezu synchron ereignende Dinge trugen zur Entstehung dieser neuen Burger-Variante bei. Am letzten Dienstag kurz vor dem Mittagessen – ganz gefährlich –  sah ich beim milchmädchen einen unglaublich verlockenden Burger. Er sprang mich geradezu an. Leider konnte ich auf die Schnelle weder Burger Brötchen noch Frikadellen herzaubern. Seufzend schmierte ich mir ein schlichtes Käsebrot und beschloss, mich sobald wie möglich an die Produktion zu machen. Herr H. schleppte am gleichen Abend neue Kochbücher aus der Bücherhalle an, blätterte und hielt mir das Bild eines sehr verführerisch aussehenden vegetarischen Burgers entgegen. Genau den wolle er pronto haben! Rasch notierte ich Stefanies/ Hefe und mehr Rezept und nach kurzen Berechnungen, mehr als 10 Brötchen passen nicht auf mein Backblech und die Gefrierkapazitäten sind bekanntlich begrenzt, begann ich mit dem Brötchenteig.

Für die Burger-Buns (10 Stück):

Water Roux:

  • 108 g Wasser
  • 21 g Weizenmehl 550er

Hauptteig:

  • Water Roux
  • 200 g Weizenmehl 1050er
  • 271 g Weizenmehl 550er
  • 100 g Wasser
  • 5 g frische Hefe
  • 91 g Ei (2 Gr. S)
  • 22,7 g Zucker
  • 10 g Salz
  • 60,6 g Öl (ich: Haselnussöl)
  • (ich: 9 g Backmalz, inaktiv)

buns serieFür das Water Roux verrührte Herr H. Mehl und Wasser klümpchenfrei, erhitzte es unter Rühren auf 65°C (in ca. 3 Minuten bei mittlerer Hitze) und ließ es anschließend vollständig abkühlen. Ich gab alle Zutaten für den Hauptteig (bis auf das Öl) in die Schüssel der Maschine und ließ sie 5 Minuten langsam mischen. Dann ließ ich den Teig ca. 7 Minuten auf schnellerer Geschwindigkeit kneten. Er löste sich komplett vom Schüsselboden. Nun ließ ich das Öl portionsweise unterkneten. Das dauerte noch einmal ca. 5 Minuten. Der Teig durfte 2 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen. Dann wog ich ca. 85 g schwere Stücke ab, schliff sie rund und legte sie auf das mit Backpapier belegte Blech. Eingewickelt in eine große Tüte stellte ich das Blech über Nacht (ca. 10 Stunden) kalt (bei ca. 5°C). Am nächsten Morgen bestrich ich die Oberfläche der Brötchen mit einer Ei-Sahnemischung und bestreute sie mit weißem und schwarzem Sesam. Anschließend buk ich sie ca. 18 Minuten bei 230°C mit Dampf.

Für die Feta-Hirse-Patties (4 Stück, ca. 10cm Durchmesser, 1,5cm hoch):

  • 100 g Hirseflocken
  • 100 g heiße Gemüsebrühe
  • 1 kleine Möhre, feinst gerieben
  • 1 kleine rote Zwiebel, fein gehackt
  • Öl zum Anbraten
  • 30 g Sonnenblumenkerne, geröstet, grob gehackt
  • 50 g Feta (ich: Ziegenfrischkäse)
  • 1 Eiweiß (ca. 30 g)
  • 1 TL Senf
  • 1 TL Zucker
  • 1/2 TL Currypulver
  • Salz, schwarzer Pfeffer

patty serieHerr H. weichte die Hirseflocken in der heißen Brühe ein, schwitze die Zwiebeln glasig und ließ die Möhren kurz mitdünsten. Anschließend ließ er die Mischung abkühlen. Dann gab er alle Zutaten in eine Schüssel, vermengte sie mit einem Löffel und schmeckte mit Salz und Pfeffer ab. Da der Teig noch recht feucht war fügte er zwei EL Hirseflocken hinzu und stellte den Teig für eine halbe Stunde kalt. Danach war er gut formbar. Herr H. teilte ihn in 4 gleich große Portionen, formte die Patties und briet sie einzeln in heißem Öl beidseitig knusprig goldbraun. Die fertig gebratenen Patties durften im warmen Backofen ruhen.

Für die Tomatensauce:

  • 1 EL Tomatenmark
  • 1,5 EL Wasser
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Weißweinessig
  • Salz, schwarzer Pfeffer

ketchup serieWährend Herr H. mit den Patties beschäftigt war, rührte ich aus allen Zutaten eine sämige Sauce, schnitt Tomaten und Gurke in Scheiben und wusch einige Salatblätter. Wer mag, kann natürlich auch fertig gekauften Ketchup verwenden. Ich habe einfach nie welchen im Haus.

Für die Silberzwiebel-Mayonnaise:

majo serieIch war sehr skeptisch, ob Silberzwiebeln und Mayonnaise geschmacklich harmonieren würden. Aber nachdem ich beides vereint hatte und einen TL gekostet, waren alle Bedenken dahin. Die Kombination ist absolut köstlich und erinnert ein wenig an Remouladensauce. Nachdem die Vorarbeiten nun abgeschlossen waren, konnte ich endlich die Burger zusammensetzten.

füllen serieIch bestrich die untere Hälfte des Brötchens mit Mayonnaise, legte einige Salatblätter auf und den Patty. Ich bestrich ihn mit Tomatensauce, legte Zwiebelringe, Tomaten- und Gurkenscheiben darauf und bestrich auch die obere Hälfte des Brötchens mit Mayonnaise, bevor ich ihn fest andrückte. Fertig. Herr H. hüpfte beim Anblick des fertigen Burger vor Vorfreude förmlich auf und ab. Aber zuerst musste das gute Stück natürlich noch fotografiert werden.

hirseburger 4Fazit: Was soll ich sagen? Der Hirse-Burger war eine Wucht. Herr H. und ich essen wirklich gern Fleisch, aber in diesem Burger haben wir es wirklich nicht die Bohne vermisst. Das einzige, was Herr H. zu bemängeln hatte, war, dass ich nur zwei Burger zubereitet hatte. Nachdem er seinen inhaliert hatte, saugte sich sein Blick begehrlich an der Überresten meines Burgers fest. Ich ließ ihn noch einen großzügigen Bissen nehmen und versprach, in Zukunft häufiger Burger zu servieren. Einige Buns sind ja zum Glück noch im Eis.

Aus: Kochen für Teilzeit-Vegetarier Martin Kintrup

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52 Gedanken zu „Best Burger in town – revisited

      • Hallo Eva,
        inzwischen habe ich einmal Hirseküchlein mit „Nicht-Flocken“ gemacht. Ich habe eine VK-Hirse, den ich noch da hatte, ganz normal gekocht und abkühlen lassen.
        Dann habe ich den mit gedünsteten Zwiebeln, Ei, Feta-Käse und diversen Gewürzen (u.a. Majoran und All-Arabica) vermengt, bzw. mit einem Mixstab püriert.
        Daraus dann die Küchlein gebacken.
        Sie schmecken so, dass ich es wieder machen werde (ich habe noch normale Hirsekörner da die auch weg sollen) – aber, ich sollte eine Möglichkeit finden, dass sie lockerer werden. Weißt du da eine?
        Heute werde ich nun die restlichen Küchlein (obwohl sie recht flach sind) aufschneiden und als Bun verwenden 🙂
        Hinein kommt eine Scheibe gebratene Aubergine undTomate, Mozarella, Salatblatt.
        Ist alles hingerichtet – mal sehen wie es schmeckt.

      • Danke für die Rückmeldung, Irene.
        Zur Lockerung fällt mir nur ein, dass man das Eiweiß evtl. geschlagen unterheben könnte oder dem Teig etwas Backpulver zusetzen. Ich habe auch noch Hirse da und werde es vielleicht mal probieren. 🙂
        Liebe Grüße,
        Eva

  1. Und ich hab tatsächlich zufällig Hirseflocken im Haus! Wenn das kein Zeichen ist! Der Burger schaut nämlich sehr, sehr gut aus.

  2. Unser heutiges Abendessen bestand aus diesen leckeren Hirseburgern und zum Nachtisch gab es ein Stück deiner Torta morbida al gianduia. Beides hat uns sehr gut geschmeckt😊. Danke für deine immer wieder inspirierenden Rezepte.
    Claudia

    • Ich danke dir, Claudia! Es ist immer eine große Freude, wenn tatsächlich mal jemand etwas nachgekocht und es ihm dann auch schmeckt. 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

  3. Das Paddy hört sich wirklich sehr interessant an! Burger stehen fürs Wochenende auf dem Plan, da kann ich sicherlich noch die Veggie-Variante unterbringen. Schmeckt bestimmt auch kalt am nächsten Tag auf der Arbeit… *das-büromittagessen-für-montag-steht*

    • Danke, Sandra. Ja, die schmecken sicher auch auf die Hand klasse, wobei ein wenig Ketchup, Mayo und Salat ja das Ganze erst richtig abrunden. 🙂

  4. Hallo Eva,
    das hast du dir aber wieder mal was Leckeres einfallen lassen.
    Da ich keine Hirseflocken – aber Hirse habe:
    meinst du, dass es einen Sinn macht, damit zu probieren?
    Grüße – Irene

    • Hallo Irene,
      Ich bin nicht sicher, da die Hirse ja eine Menge Wasser zum Quellen benötigt (ca. die fünffache Menge der Körner) und bei den Flocken ist es 1:1. Wenn man sie dann später brät und sie soviel Wasser enthalten…? Versuch macht wie immer klug. 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

      • Danke, Eva,
        vielleicht koche ich die Hirse zuvor ganz normal zu einem festen Brei, also mit geringerer Wassermenge. Mal sehen.

  5. Hey, der Bürger sieht wirklich klasse aus! Ich weiß nicht, ob ich meinen Mann davon überzeugen könnte. Wahrscheinlich nur, wenn er die Inhaltsstoffe nicht kennen würde, tz, tz 😉 Ich finde die Kombination einfach toll!
    Herzliche Grüße Maren

  6. Oh ja, da glaube ich dir aufs Wort, dass du das Fleisch im Burger kein bisschen vermisst hast! Vegetarische Burger stehen auch noch auf meiner Nachkochliste. Ich finde, da kann man extrem kreativ wirken, wie eh meist bei Burgern 😉 Bereits schon ins Spickbuch niedergekritzelt ist übrigens die Idee mit der Silberzwiebel-Mayo 🙂

    • Nicht wahr? Ich bin auf jeden Fall hoch motiviert, mir noch ein paar andere vegetarische Patties zu basteln. Und die Idee mit der Silberzwiebeln – einfach genial, schade, dass es nicht meine war. 😉

  7. Na toll, ich hab grad Mittag gegessen (ebenfalls Käsebrot) und bekomme glatt wieder hunger! 😉 Ich bin auch so ein Fan von selbstgemachte Burger. Vor ein paar Tagen habe ich „Veggie-Fast-Food“ besorgt, da sind fast alle Burger markiert 😀
    Liebe Grüße
    Emma

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