Burgerminimalismus

bohnensuppe 1Als ich das Rezept zum ersten Mal las, blickte ich irritiert auf das Foto. Ich sah goldbraune Bällchen in cremiger Suppe. Wo bitte sollten die Burger sein. Herr H. klärte mich schließlich auf. Das Burger-Brötchen war einfach maximal reduziert auf eine Schicht Pankobrösel um die Bällchen. Zudem wird der Hackteig nicht durch Ei, sondern durch Joghurt gelockert. Sehr spannend, befand ich und machte mich auf zur Lavendel-Ernte. Unsere Lavendel“felder“ sind zwar nicht so weitläufig und üppig wie ihre, aber um ein Süppchen wie dieses zu würzen, reichte es allemal.

Für die weiße Bohnensuppe:

  • 1 kleine Zwiebel, gewürfelt
  • 1 kleine Knoblauchzehe, gewürfelt
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL Lavendel- oder Blütenhonig
  • 100 g Weißwein
  • 200 g gekochte weiße Bohnen
  • 1 EL Rosmarinnadeln
  • 1/4 TL Lavendelblüten, getrocknet
  • 300 g Gemüsebrühe
  • 200 g Sahne (ich: 100 g)
  • Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1/2 TL Zitronensaft

suppe serieIch schwitzte Zwiebel und Knoblauch im Olivenöl an, löschte mit Honig und Weißwein ab und ließ ihn etwa auf die Hälfte einkochen. Dann gab ich Bohnen, Rosmarin, Lavendelblüten und Gemüsebrühe hinzu und ließ alles ca. 10 Minuten köcheln. Nun gab ich die Sahne in die Suppe, ließ sie noch einmal 5 Minuten köcheln und schmeckte mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft ab. Anschließend pürierte ich die Suppe, gab sie durch das feine Sieb und stellte sie warm.

Für die Gremolata:

  • 1 EL Rosmarinnadeln, frittiert
  • 2 EL feine rote Zwiebelringe, frittiert
  • 1 EL Pinienkerne, gröstet und gehackt
  • Schale 1/2 Zitrone
  • 1/2 Tl getrockneter Lavendel, gemörsert

gremolata serieNachdem ich frittiert hatte, mischte ich einfach alle Zutaten in einer Schüssel und stellte sie beiseite.

Für die Lammburger:

  • 1/2 Scheibe Toastbrot, gewürfelt (ich: helles Weizensauerbrot, entrindet)
  • 40 g Naturjoghurt
  • 1/2 TL Pimentkörner, geröstet und gemahlen
  • 150 g Lammhackfleisch
  • 1/4 TL Zimtpulver
  • 1/2 TL Salz
  • 1 EL Pinienkerne, trocken geröstet, gehackt
  • 1/2 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1/2 Frühlingszwiebel, fein gehackt
  • 1TL Cranberries, fein gehackt
  • 1 Pr. Lavendelblüten, gemörsert
  • 25 g Panko

klopse serieAls erstes weichte ich die Brotwürfel im Joghurt 10 Minuten lang ein. Dann vermengte ich alle Zutaten bis auf das Panko zu einer homogenen Masse und stellte sie eine Stunde lang kalt. Herr H. formte aus der Masse kleine Bällchen, wälzte sie in Panko und, da wir eh gerade dabei waren, frittierte sie goldbraun. Man kann sie natürlich auch in der Pfanne braten. Als alles fertig war, füllte ich die Suppe in Schalen und gab je zwei Bällchen und etwas Gremolata hinein.

bohnensuppe 2Fazit: Wer hier schon länger mitliest, weiß gewiss, dass ich kein großer Fan cremig pürierten Essens bin. Der erste Löffel dieser unglaublich samtigen Bohnensuppe belehrte mich eines bessern. Die feine Bohnensuppe schmilzt förmlich am Gaumen. Und wieder, wie bei allen bislang von Frau Grandits getesteten Rezepten, ist die Würzung sehr fein austariert. Für den nötigen Knusper sorgten Lamm“burger“ und Gremolata. Selbst Herr H., der normalerweise auf seine Lieblingsfrikadellen nichts kommen läßt, musste zugeben, dass die Idee Joghurt statt Ei zu verwenden für einen sehr feinen Geschmack und ein sehr lockeres Innenleben sorgte. Ich bereite inzwischen alle meine Frikadellen auf diese Art.

Aus Gewürze Tanja Grandits

 

 

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36 Gedanken zu „Burgerminimalismus

  1. Weiße Bohnen ignoriere ich den Sommer über normalerweise geflissentlich. Aber die Kombi mit Lavendel und Knusper-Bulettchen (wenn ich sie denn so nennen darf) klingt zu verlockend. Nur blöd, dass mein Balkon-Lavendel eingegangen ist … 😐

    • Echt? Du ignorierst weiße Bohnen ? Damit lassen sich doch auch wunderbare Salate und Minestroni zaubern.
      Und ich bin sicher, dass du irgendwo ein neues Pflänzchen finden wirst, zur Not kannst du die Knusper-Bulettchen ja auch solo genießen. 😉

  2. Mich hat auch schon mal einen weiße Bohnensuppe sehr positiv überrascht – von daher glaube ich dir gerne, dass die toll ist, zumal in der Kombination mit den feinen Bällchen (und Grandits ist ja eh ein Garant für gelungene Rezepte)

    • Das ist sie in der Tat. Ich bin immer wieder auf’s neue von den kleinen, aber feinen Drehs überrascht, die sich erdachte. Und die Bohnensuppe ist ins Standardprogramm aufgenommen. 🙂

  3. Na bitte! Endlich! Es gibt doch noch Menschen, denen klar ist, dass Brötchen keine notwendige Zutat zu Burgern sind. Die sind es nämlich, die beim Burgeressen das Gold auf die Hüfte zaubern. Wir Fressfeinde lassen die auch meist weg. Gebloggt haben wir dazu noch nichts, aber es ist so. Brötchen? Wer braucht denn Brötchen zum Burger?

    • Ich habe generell eigentlich gar nichts gegen Brötchen, zumindest gegen meine selbst gebackenen nicht. 😉 In diesem Fall machte sich der schlanke Burger aber recht gut zur Suppe, das stimmt.

  4. So, jetzt reichts!!! Hab eben das Grandits-Buch bestellt, da kann ich am Wochenende sicher schon drin schmökern – und du bist schuld, wenn mein Bücherregal bald zusammenbricht. Und du wirst schön schauen, wenn ich mit meinen hunderten Kochbüchern mal neben dir einziehe ;-))

    • Du wirst die Bestellung nicht bereuen. Das ist wirklich eins der interessantesten Kochbücher, das mir in letzter Zeit untergekommen ist, auch wenn einiges etwas aufwändiger ist. 😉
      Vielleicht kann der Mitkoch die Regalböden ein wenig verstärken?

  5. Da ich ein Fan von pürierten Suppen bin und Cremesuppen liebe, gefällt mir natürlich auch deine Variante (dafür mag ich aber keinen Lavendel am Essen – lieber als wohlduftende Tischdeko 😉 ).

  6. Das wird noch diese Woche ausprobiert: Diese kleinen runden Fleischdinger liebe ich ja sehr – aber mit Joghurt? Das muss gut sein.Hätte ich nicht so eben eine PHỞ GÀ gegessen, würde ich jetzt noch Hackfleisch durch den Wolf lassen.
    Liebe Grüße
    Gerd

    • Bin gespannt, wie es dir gefällt. Wir lieben Fleisch(oder was auch immer)bällchen auch sehr. Ein Hühnernudelsüppchen ist allerdings auch nicht zu verachten. 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

  7. Die Burger-Bällchen lesen sich ganz klasse, – mit Suppen bin ich ja weniger Freund, zumal pürierte schon gleich garnicht… dein überschwängliches Urteil läßt mich doch nachdenklich werden.
    Hmm… mal schauen. Inspirierte Gedanken kreisen schon.

  8. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass ich dieses Buch haben MUSS!
    Diese Suppe klingt so, als würde der Turbohausmann mich allein dafür noch einmal heiraten, also werde ich sie wohl nachmachen.

    • Ich muss das Buch leider nächste Woche wieder abgeben – zum Glück hat Sandra uns mit einem anderen Werk beglückt (als Leihgabe). Mit der Grandits sind wir aber auch noch nicht fertig…
      Und doppelt geheiratet hält bestimmt besser. 😉

  9. Lecker! Ich bin ja Fan von Suppen aller Art, also auch den cremigen 🙂
    Und die kleinen „Burger“ darin – klasse. Ich bereite meine Frikadellen & Co schon lange mit Joghurt oder auch Quark zu, Ei ist ja nicht… Mein Lavendel auf dem Balkon fängt gerade an zu blühnen – Rezept ist schon vorgemerkt!

    • Danke für das Kompliment – gerade gestern hatte ich eine Eigenkreation, die sehr köstlich war, scheint docht etwas hängen zu bleiben nach einer Weile. 😉
      Liebe Grüße aus Hamburg,
      Eva

  10. Klingt sehr, sehr spannend. Zumal, da wir erst gestern wieder in der ersten Burgerbutze am Platz feststellen mussten, dass Burger ein ganz schön feines Essen sind (Wenn die da jetzt noch lernen würden, auch ihre Brötchen selber zu machen…). Bloß optisch eben nicht so salonfähig. Aber da Bohnensuppe so wie oben ohnehin schon etwas länger auf meinem Kochzettel steht… wird probiert!

    • Danke schön. 🙂
      Erst Burgerbutze am Platz? So etwas gibt’s hier gar nicht mehr – weit und breit nur Ketten. Und wie man Burger mit richtigen Brötchen macht, dafür bist du doch jetzt die Expertin. 😉
      Die Suppe war wirklich fein!

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