Couscous gekugelt

fritters 6Es scheint, als sei ich nicht die einzige Person auf Erden, die dem Frittieren zugetan ist. Als ich Anfang letzter Woche in Tanja Grandits Gewürze auf der Suche nach einem leichten sommerlichen Abendessen blätterte, stieß ich noch im Vorspeisenkapitel auf vornehm olivgrüne Bällchen, die auf Zahnstocher gespiesst in einem Kräutertöpfchen steckten. Ich hatte zwar keine Zahnstocher da, aber die Bällchen sprachen mich direkt an. Dazu noch ein Salat von Ofentomaten und Paprika, den ich einige Seiten weiter fand. Perfekt. Herr H. hatte keinerlei Einwände und während die Paprika und die Aubergine im Ofen rösteten, konnten wir bequem noch einige Teige für die große Tortenschlacht am Wochenende vorbereiten.

Für den Ofentomaten-Paprika-Salat mit Feta und Paradieskörnern:

  • 1,5 rote Paprika (ich: 2)
  • 100 g Datteltomaten (ich: 2 getrocknete Tomaten, in feine Streifen geschnitten)
  • Abrieb 1/4 Zitrone
  • 1 TL Paradieskörner, fein gemörsert
  • 100 g Feta, klein gewürfelt
  • 1/4 Bund Minze
  • etwas Sumach
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 EL Rotweinessig (ich: Sherryessig)
  • 1 Spitzer Zitronensaft
  • 1/4 TL Paradieskörner, gemahlen
  • 1 TL Akazienhonig
  • Salz, schwarzer Pfeffer

paprikasalat serieIch heizte den Backofen auf 200°C vor, halbierte und entkernte die Paprika und schob sie auf dem Blech in den Backofen. Nach gut 20 Minuten hatte die Haut schwarze Stellen. Ich holte das Blech aus dem Ofen, ließ die Paprika abgedeckt etwas abkühlen und zog ihr dann das Fell über die Ohren. Falls Datteltomaten vorhanden sind, werden sie halbiert, mit Olivenöl bestrichen, mit Zitonenschale, Salz, Pfeffer und Paradieskörnern gewürzt und 10 Minuten bei 225°C geröstet.

Nach dem Häuten schnitt ich die Paprika in feine Streifen, rührte aus den Öl, Essig und den übrigen Zutaten ein Dressing und vermengte es mit den Salatbestandteilen.

Für den Auberginendipp (dazu erfunden):

  • 1 Aubergine, halbiert, 20 Minuten bei 200°C geröstet
  • 1 Knoblauchzehe, ebenfalls geröstet
  • Zitronensaft und Olivenöl nach Belieben
  • Pfeffer, Salz

aubergine serieNachdem die Aubergine etwas abgekühlt war, schabte ich das Fruchtfleisch mit dem Löffel in eine Schüssel, gab die restlichen Zutaten hinzu und püriert die Masse. Sie sah zwar nicht besonders appetitanregend aus, wie Herr H. bemerkte, aber als ich probierte, strahlte und den Probierlöffel an ihn weiterreichte, musste er zugeben, dass der Dipp äußerst wohlschmeckend war.

Für die Couscous-Koriander-Fritter:

  • 50 g Couscous
  • 100 g kochendes Wasser
  • 25 g Koriandergrün oder Petersilie
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Prise Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 Prise Koriander, gemahlen
  • 50 g Feta, fein gewürfelt
  • 2 EL Pinienkerne, trocken geröstet
  • Salz
  • 2 Eier
  • 150 g frische Weißbrotbrösel ( Mie de Pain)
  • 2 EL Mehl

bällchen serieIch übergoss den Couscous mit dem heißen Wasser und ließ ihn 10 Minuten ziehen. Dann lockerte ich ihn mit der Gabel auf. Herr H. pürierte inzwischen Koriandergrün, Knoblauch, Olivenöl und die Gewürze. Ich gab das Püree gemeinsam mit dem Feta und den Pinenkernen zum Couscous, schmeckte die Masse mit Salz ab und vermengte sie mit 1 Ei und der Hälfte der Brotbrösel. Die Masse hatte eine erstaunlich gute Konsistenz. Herr H. formte aus ihr kleine Bällchen.

frittieren serie Ich erhitzte das Frittieröl auf 175°C und baute die Panierstaße auf. Dann wälzte ich die Bällchen erst in Mehl, dann in verquirlten Ei und schließlich in den Bröseln. Nach 3-4 Minuten waren sie knusprig braun (nicht olivgrün wie auf der Abbildung im Buch) und durften im warmen Ofen warten, bis alle Bällchen frittiert waren.

Für die Zitronen-Crème-fraîche:

  • 50 g Crème fraîche
  • 10 g Sauerrahm
  • Saft und Abrieb 1/4 Zitrone
  • 1 Prise Kardamom
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • Salz
  • (eingelegte) Zitronenzesten zum Garnieren

dip serieIch gab alle Zutaten in eine Schüssel und vermengte sie mit dem Schneebesen. Inzwischen war es wieder einmal reichlich spät geworden. Wir hatten nebenbei noch zwei Mürbeteige angewirkt und einen Biskuit gebacken. Nach einem schnellen Foto konnten wir endlich probieren.

fritters 4Fazit: Zumindest innen waren die Bällchen leuchtend grün. Sowohl Zitronencreme als auch Auberginen-Dipp schmeckten sehr gut zu ihnen. Der Salat war intensiv fruchtig. Ein rundum gelungenes Essen. Mir leuchtet bloß nicht ein, warum im Buch bei den Fotos getrickst werden musste. Ich finde, dass die Bällchen sich auch in Goldbraun sehr gut machen. Beim nächsten Mal werde ich außerdem versuchen, etwas mehr Couscous statt Bröseln einzuarbeiten und berichten.

Aus: Gewürze Tanja Grandits

 

 

 

 

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34 Gedanken zu „Couscous gekugelt

  1. Die hübschen Kügelchen haben mich auch schon angelacht und in goldbraun sehen sie auch sehr schick aus! Ich sollte noch viel mehr aus dem Buch kochen…Liebe Grüße Melanie

  2. Ich bin ja der Anti-Frittier-Typ… Anscheinend eine Ausnahme hier 😉
    Aber so 2-3 Bällchen würde ich trotzdem naschen, natürlich mit Salat und allen Dips dazu 😀

    Und den Auberginen-Dip gibt es genauso hier beim Griechen, wirklich sehr lecker.

  3. Tolles Rezept, tolles Buch! Die haben mich auch schon angelacht… Und aussen so knusprig braun gefallen sie mir eigentlich fast besser, mir war das im Buch schon aufgefallen! Aber however: Essen in Kugelform schmeckt eigentlich eh immer 🙂 Erst recht wenn frittiert jiihaa 😀

    • Danke, Marco. Ja, das Buch ist super. Wir haben daraus schon einiges nachgekocht. Einziges Manko: die Fotos. Teils absolut unrealistisch in der Farbgebung und dem Gargrad des Dargestellten, aber damit muss man scheinbar leben. Gekochte rote Linsen sind halt nicht besonders fotogen. 😉

  4. Das sieht seeehr gut aus! Ich bin zwar nicht sehr oft fürs Frittieren zu haben, aber bei solchen Coucous-Bällchen bietet sich das natürlich an und macht das Ganze wie Arancini so schön saftig :). tolle idee!

    • Danke, Verena. Manche Sachen schmecken einfach frittiert am besten. Ich habe es früher auch nicht gern gemacht, weil ich Angst vor zuviel Fett hatte. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass meine frittierten Sachen viel fettärmer waren als die gebratenen. 🙂

  5. Da habe ich mich gerade damit angefreundet, dass es zum Abendessen den Nudelauflauf von gerstern Abend nocheinmal gibt – und dann begegnet mir hier bei dir ein Rezept von der Sorte: Muss ich SOFORT ausprobieren….. 🙂

    Klingt einfach toll!

    • Ich auch. 🙂 Das mit dem Backofen schmerzt mich auch immer ein wenig, aber ich wollte es unbedingt ausprobieren und zum Warmhalten muss ich ihn ja eh immer anschalten (wenn auch nicht so heiß).

    • Danke. 🙂 Ich finde, es ist ohne Friteuse sogar noch unaufwendiger. Ich erhitze einfach einen halben Liter Öl in einem hohen schlanken Topf. Fertig.
      P. S.: Das Pektin-NH ist gestern angekommen. Reichen dir 20 g zum Ausprobieren?

  6. Tu eine Panier um etwas herum und schmeiß es in heißes Fett, damit kriegst du den Großteil von uns ÖsterreicherInnen!. 😀
    Und jetzt geh ich googeln, was Paradieskörner sind, weil die kenn ich nämlich gar nicht.

    • Ich dachte, Topfen gehört zwingend zu euren Leibspeisen. 😉 Frittiertes ist einfach herrlich, oder? Und die Körner würden dir bestimmt schmecken, sie haben ein recht appartes Aroma.

  7. Das ist genau mein Ding und wird in jedem Fall ausprobiert! Die Paradieskörner waren für mich neu – die habe ich erstmal gegoogelt 😉 Meinst du normaler Pfeffer funktioniert auch?
    Liebe Grüße,
    Tring

    • Das freut mich, Tring. Klar funktioniert normaler Pfeffer auch. Paradieskörner sind nicht gerade güntig, wenn man nur einmal probieren möchte. Ich brauche sie häufiger mal, da lohnte sich die Anschaffung.

  8. Nein Eva, du bist nicht die Einzige, die dem Frittieren zugetan ist 🙂 Beim mir siegt nur oft die Trägheit, irgendwas für 4 Personen zu frittieren, ich suche dann gerne nach anderen Lösungen, die bequemer sind.
    Und ein wenig Angst habe ich jetzt vor dir……so wegen dem Fell über die Ohren ziehen… 😉

    • Puh, da bin ich erleichtert. Und ich kann gut verstehen, dass du bequemere Lösungen suchst. Ich habe bislang auch nur für 2 Personen frittiert und selbst das dauert ein Weilchen.
      Angst brauchst du nicht zu haben, ich ermorde nur Gemüse. 😉

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