Best Burger in Town!

linsenburger 6Das ist natürlich eine ziemlich waghalsige Behauptung, da ich hier in der Stadt noch niemals einen Burger verzehrt habe, aber mit den fleischigen „Kollegen“, die ich vor langer Zeit jenseits des Atlantiks genossen habe, kann er locker mithalten – oder mein Geschmackgedächtnis spielt mir einen Streich. Es war natürlich Herr H., der auf dem Test des Rezepts bestanden hatte und im ersten Versuch sind wir jämmerlich baden gegangen, da das Rezept zusätzlich zu den Linsen noch knapp 200 g Quark für die Bulettenmasse vorgesehen hatte. An eine Formgebung war auch nach längerer Quellzeit nicht zu denken. Geschmeckt hat sie allerdings so gut, dass ich die üppigen Reste am Folgetag noch als Raviolifüllung verwendete, sensationell lecker. Hier also das angepasste Rezept des zweiten Versuchs.

Für die Linsen-Buletten (ergibt 3 – 4 Buletten, 9cm Durchmesser, 1,5cm dick):

  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 150 g gelbe Linsen, gut gespült
  • 300 g Gemüsebrühe
  • 2 EL Walnüsse, geröstet und gehackt
  • 1 EL Sesamsaat, geröstet
  • 60 g etwas älterer Ziegengouda, gerieben
  • 1 kleines Ei
  • 20 g Kartoffelmehl (oder Maisstärke)
  • 1 EL Haferflocken
  • 1/4 TL Jaipur-Curry
  • 1/2 TL Harissa*
  • 1 kleine Knoblauchzehe mit 1/2 TL Salz zu einer Paste gemörsert
  • Öl zum Braten

burger serieWährend die Linsen ca. 12 – 15 Minuten in der Brühe garten, röstete Herr H. Walnüsse und Sesamsaat und hackte sie anschließend recht fein. Ich schwitzte die Schalotte glasig, rieb den Käse und stellte die übrigen Zutaten bereit. Nachdem die Linsen etwas abgekühlt waren, pürierte ich sie grob und Herr H. vermengte das Püree mit den übrigen Zutaten. Dieses Mal sei die Konsistenz perfekt, merkte er an und formte die Buletten. Dann erhitzte er das Öl und briet sie beidseitig knusprig an.

Für die Burger (3 Stück):

  • 3 Linsen-Buletten
  • 3 Kürbis-Burger-Buns
  • 3 EL Crème Fraîche
  • 1/2 Lauchzwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 3 – 6 Salatblätter, je nach Größe
  • 12 dünne Gurkenscheiben
  • 12 dünne Tomatenscheiben
  • 3 EL Barbecue- Sauce

füllen serieIch halbierte die noch ofenwarmen Buns, bestrich die Unterhälfte mit Crème Fraîche, streute einige Lauchzwiebelringe darüber und legte die Salatblätter auf. Darauf drapierte ich Gurken- und Tomatenscheiben, legte die Linsen-Buletten auf und bestrich sie mit Barbecue-Sauce. Deckel rauf. Fertig. Schnell gemacht, wenn man weiß wie und die Brötchen schon im TK hat. Dazu gab’s einen schlichten Salat.

linsenburger mit detailsFazit: Herr H. überschlug sich förmlich mit Beteuerungen, wie gut es ihm schmecke. Schon wieder, ich weiß, aber es war, als wären alle Bestandteile der Burger wie füreinander gemacht. Ich war auf jeden Fall sehr positiv vom Geschmack der Linsen-Buletten überrascht, die ich bis dato gedanklich in die „militan-vegane“ Schublade gepackt hatte. Wenn es solche Buletten hat, brauche ich nicht unbedingt welche aus Fleisch.

Stark modifiziert nach: Linsen – Das Kochbuch Achim Schwekendiek, Barbara Lutterbeck

* Für die Harissa (ergibt 1 kleines Glas):

  • 25 g getrocknete Chilischoten, mit kochendem Wasser bedeckt, 1 Stunde stehen gelassen, entkernt, gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, grob gehackt
  • 1 TL Kümmel, geröstet und gemahlen
  • 1/2 TL Koriander, geröstet und gemahlen
  • 1/2 TL Kreuzkümmel, geröstet und gemahlen
  • 1/2 TL Tomatenmark
  • 1/2 TL Salz
  • 4 EL Olivenöl

Ich gab alle Zutaten mit 2 EL Olivenöl in den Zerkleinerer und verarbeitete sie zu einer feinen Paste. Dann füllt ich die Paste in ein Schraubglas und bedeckte ihre Oberfläche mit dem restlichen Öl. So hält sich die Harissa bis zu 2 Monate im Kühlschrank und soll angeblich ihren Geschmack noch verbessern.

Aus: Die große Schule der Gewürze Michael Bateman

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47 Gedanken zu „Best Burger in Town!

  1. Pingback: Mini-Deluxe-Burger “Aussie-Style” | Das Rote Bete Blog

  2. ohhhhh, nachdem ich einen gluten-, hefe- und sonstwas-freien Teig gefunden habe, aus dem sich ggf. sogar Brötchen backen lassen, werde ich vielleicht demnächst mal Burger essen ;o)
    Und ich habe gelernt, dass in Australien Rote Bete auf die Burger gehört, sodass ich – wenn’s was wird – sogar drüber bloggen kann ;o)
    HUNGAAAAAAAA! (es ist 10 Uhr morgens …)

      • Häh? Nein, natürlich nicht. Es ist der Teig von meinem „Regenwürmer“-Rezept (Banane, Zucchini, Mehl, Salz). Ich hab den etwas fester gemacht und ohne Kastanienmehl. Natürlich geht er nicht auf, die Brötchen werden winzig klein und kompakt, aber besser als „gar keine Brötchen“. Letzteres hatte ich die letzten Jahre …

        Übrigens: Rat mal, was es heute zum Mittag gab??? Natürlich hatte ich nicht genau deine Zutaten im Haus, aber meine Deluxe-Burger „Aussie-Style“ waren auch richtig, richtig toll. Vielen Dank für die Inspiration!!!

      • Die muss ich mir gleich mal ansehen, „Regenwürmer“, seltsamer Name. Jahrelang auf Brötchen zu verzichten kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, du Arme.
        Und es freut mich, dass ich inspirieren konnte! 🙂

  3. Tolle Rezepte, fantastische Fotos! Ich bin echt begeistert! Mir kommt das Ganze gerade wie 3-D-Kino vor und ich bin fast versucht gierig in den Bildschirm zu greifen und mir so ein Brötchen zu schnappen 🙂

    Und dass da noch Harissa drin ist (love it!) katapultiert deine Best Burgers gleich auf ein noch viel höheres Niveau! Eigentlich bin ich ja eher fleischlastig angehaucht when it comes to burgers, aber die Dinger hier wären echt mal eine Alternative wert 🙂

    • Danke, Marco. Ich werde schon ganz verlegen ob so vieler Komplimente. In den Bildschirm würde ich auch oft gern greifen können. Und ja, die Linsen-Frikadellen sind eine echte Alternative!

  4. Oh ja, die Linsenbuletten und das Harissa nehme ich sofort. Das duftet direkt bis hierher. Aber für Burger war ich komischerweise noch nie zu begeistern – weder „damals“ mit Fleisch noch heute in der vegetarischen Variante. Irgendwie bin ich immer schon vom Anschauen satt. Aber dein Bulettenrezept liest sich verlockend. 😉

  5. Für solch einen leckeren Burger wäre ich direkt zu haben!!!! 🙂 Linsenbulette jaaaaaaaammiiii 🙂 Ich bin ja der Linsenfan schlecht hin…. mehr mehr mehr…. 🙂

  6. Bei der Überschrift dachte ich zunächst, ihr hättet beim Berlin-Besuch nochmal eben alle hauotstädtichen Burger-Locations durchgecheckt ;-).
    Das ist ja witzig – ich mache unsere Burger auch mit einer Linsen-Walnuss-Käse-Masse, nehme allerdings Beluga-Linsen dafür. Deinen Curry-Harissa-Twist merke ich mir, das klingt interessant. Lieben Gruß und gute Heimfahrt!

    • Das haben wir leider nicht geschafft, in 2 Tage geht nicht viel hinein und ich mag lieber etwas lange und gründlich „machen“ als alles hopphopphopp.
      Beluga-Linsen? Die habe ich auch noch da, ist gespeichert.

      Liebe Grüße zurück,

      Eva

  7. Zitat:“Wenn es solche Buletten hat, brauche ich nicht unbedingt welche aus Fleisch.“ – Grund genug für mich, die mal nachzubasteln! Danke und liebe Grüße Eva

  8. Das klingt ja wirklich schwer verlockend! Allerdings habe ich für mein nächstes Burgerprojekt tatsächlich schon eine Fleischvariante im Auge… Aber nach dem nächsten folgt schließlich das übernächste Mal… – danke für die Vorlage!

      • Von Alnatura? Komisch… Entweder habe ich die Linsen dort jahrelang übersehen oder bei euch gibt es ein anderes Sortiment. Danke für die Auskunft. Werde die Augen danach offen halten.

  9. Das Rezept klingt ja unheimlich interessant. Würde ich gern mal probieren. Ich befürchte zwar, dass mein Herr L. dem eher sekptisch gegenüber stehen würde, aber manchmal muss er missioniert werden 😉 !
    Vielen Dank übrigens für das tolle Harissa Rezept. Ich liebe Harissa.

    Liebe Grüße und einen schönen Montag

    Maren

    • Danke, Maren. Die Missionierung wird klappen, Herr H meinte, der Linsen-Burger hatte eine große Fleischähnlichkeit. Und: gern geschehen.
      Liebe Grüße zurück!
      Eva

  10. Oh ja, so ein Burger, den würde ich so in 2 Std zur Mittagszeit nehmen 😀

    Die Paddys mit den Linsen werde ich auf alle Fälle mal versuchen, spätestens zum nächsten Mädelsabend, da haben wir eine Veggie-Dame dabei.

  11. Scheint so als hätte Herr H. lang genug mit dem Zaunpfahl gewunken 😉
    Das glaube ich gerne, dass die der Hammer sind! Linsen-Frikadellen habe ich bislang noch nicht richtig ausprobiert. Ich habe mich nur mal an die kalte türkische Variante gewagt, die sehr lecker, aber viel zu weich zum Braten gewesen wäre. Ich werde dein Rezept mit normalen Brötchen mal ausprobieren, rote Linsen habe ich auch noch da 😉

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