Der letzte seiner Art

Kürbissuppe 7Ein einsamer, kleiner Butternutkürbis lag noch im Vorratsschrank und harrte geduldig seiner Verwendung. Damit ihn nicht das gleiche Schicksal seiner Hokkaidovettern  vom letzten Jahr ereilte – sie lagen bis zum Februar oben auf dem Küchenschrank und schimmelten eine Weile unbemerkt vor sich hin, bis Herr H. sich erbarmte und sie zur letzten Ruhe in die Biotonne trug – nahm ich ihn mit in die Küche und legte ihn auf den Tisch. Nachdenklich betrachtete ich ihn und ließ meine Gedanken schweifen. Und plötzlich erinnerte ich mich an die im Literaturhauscafé (wunderschönes Ambiente!) genossene, köstliche Kürbiscremesuppe mit gebratener Garnele. Die sollte es sein. Und glücklicherweise fand ich das passende Rezept sofort.

Für das Kürbisschaumsüppchen mit Croutons, gerösteten Kürbiskernen und gebratener Garnele:

  • 300 g Muskatkürbis, geschält, in kleine Würfel geschnitten (ich: Butternut)
  • 100 g Kartoffel, geschält, in kleine Würfel geschnitten
  • 50 g Zwiebeln, in kleine Würfel geschnitten
  • 40 g Butter (ich: 20 g)
  • 30 g Zucker (ich: 20 g)
  • 300 g Geflügelbrühe
  • 100 g Riesling
  • 100 g Sahne (ich: 70 g )
  • 1-2 EL Kürbiskerne, geröstet
  • 2 Scheiben Toastbrot (ich: 1 Scheibe Tour de Meule)
  • 30 g Butter, zum Braten der Croutons (ich: weg gelassen, im Ofen geröstet)
  • 60 g kalte Butter (ich: 30 g)
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • 4 Bio-Riesengarnelen

zutaten suppe serieNachdem wir alle Zutaten vorbereitet hatten, erhitzte ich die Butter in einem Topf, dünstete die Zwiebeln darin glasig und bestreute sie anschließend mit dem Zucker. Nachdem die Zuckerkristalle sich aufgelöst hatten, gab ich Kürbis- und Kartoffelwürfel hinzu und ließ sie ebenfalls leicht karamellisieren. Dann goß ich Brühe und Wein an und ließ die Suppe abgedeckt ca. 30 Minuten köcheln. In der Zwischenzeit präparierte Herr H. die Garnelen, der Darm war bereits entfernt, er musste nurmehr die Schale ablösen. Ich entrindete das Brot, schnitt es in kleine Würfel und röstete es ca. 10 Minuten im Backofen bei 180°C. Unsere Kürbiskerne waren bereits geröstet. Nach der halben Stunde pürierte ich die Suppe mit dem Stabmixer, rührte anschließend die Sahne unter und ließ sie noch offen köcheln, bis sie eine sämige Konsistenz hatte.

Ich würzte die Suppe mit Salz und Pfeffer und probierte einen Löffel. Fantastisch! Abschließend versuchte ich die Suppe mit dem Stabmixer aufzuschäumen, während ich die kalten Butterstückchen hinzu gab. Aber die Suppe weigerte sich, wollte nicht schaumig werden. Herr H. hatte die Garnelen inzwischen kurz angebraten. Ich verteilte die Suppe auf zwei Teller, legte jeweils 2 Garnelen, einige Croutons und Kürbiskerne hinein und tropfte wenig Kürbiskernöl darüber.

Kürbissuppe mit detailsFazit: Die Suppe haute uns völlig aus den Socken, zumal wir beide keine besonders großen Anhänger cremiger Suppen sind. Die Konsistenz war perfekt seidig. Croutons, Kürbiskerne und Garnelen sorgten für den nötigen Biss und das feine Aroma des Kürbisses konnte sich, ohne von Gewürzen, Ingwer oder Sonstigem überdeckt, perfekt entfalten. Diese Suppe wird es definitiv häufiger bei uns geben, vorausgesetzt, mir läuft mal wieder ein Kürbis über den Weg. Sie eignet sich in der angegebenen Menge als leichte Hauptmahlzeit für 2 Personen oder als Vorspeise für 4. Ich gehe zwar davon aus, dass sämtliche Weihnachtsmenues schon stehen, aber vielleicht inspiriert sie den einen oder anderen für das nächste Menue.

Bei uns wird es an Heilig Abend eher schlicht zugehen, nachdem ich meine hochfliegenden Menuepläne kurzfristig über Bord geworfen habe. Es gibt 4 Gnocchi-Variationen und eine Torte zum Nachtisch darf natürlich auch nicht fehlen. Und damit wünsche uns allen entspannte und genussvolle Feiertage!

Aus: Herbst- und Wintergemüse – Kochen wie die Profis Euro Toques, Hädeke

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27 Gedanken zu „Der letzte seiner Art

  1. Pingback: Das frugale Mahl | Kochpoetin

  2. Liebe Eva,

    schöne, entspannte Weihnachtstage wünsche ich dir und deinen Lieben! Kommt gut ins Neue Jahr – ich freue mich sehr darauf dann wieder bei dir mitzulesen!
    Viele liebe Grüße

    Eva

    • Liebe Eva, (fühlt sich irgendwie komisch an, das zu schreiben, nicht? ;-)),
      ich hoffe, ihr habt auch eine schöne und entspannte Zeit. Bis im neuen Jahr, bei dir und bei mir. 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

  3. Liebe Eva, die Kürbissuppe hört sich wunderbar an, so ganz ohne Ingwer und Co. Ich wünsche Dir und Dein Gatte ein schönes entspanntes Weihnachtsfest. Auf deine Torte freu ich mich jetzt schon 😉
    Liebe Grüße
    Emma

    • Das Menue gab’s schon gestern. Ganz großes Kino. 🙂 Morgen wird’s „bescheiden“, aber hoffentlich auch gut. Die Gnocchigötter mögen mir gnädig sein. Torte kommt!
      Euch wunderschöne Feiertage und ich bin gespannt, was du zauberst.
      Liebe Grüße,
      Eva

  4. Hmm, Literaturhauscafé? Kürbissuppe? Ich glaube, ich weiß, bei welcher Gelegenheit Du die gegessen hast! 😉 Bei uns gibt es morgen aus alter Familientradition Matjes und Pellkartoffeln. Größere Menüs werden auf nach Weihnachten verschoben, weil ich keine Lust habe, mich heute mehr als nötig ins Einkaufsgewühl zu stürzen.
    Schöne Feiertage Euch!

    • Ertappt. 🙂 Aber die war einfach zu lecker, als dass ich sie hätte vergeesen können. Und die neu entdeckte Krustentierverträglichkeit musste gefeiert werden.
      Kann verstehen, dass du heute keine Lust zum Einkaufen hattest – war gegen 17h nochmal bei Edeka…
      Euch auch schöne Feiertage!

  5. Die schaut aber auch lecker aus! Ich liebe Suppen – alle, auch die cremigen 🙂
    Und die Farbe ist wirklich herrlich.

    Euch auch schon mal schöne Weihnachtsfeiertag! Lasst es Euch schmecken 😀

  6. Oh, wie samtig verführerisch!!
    Morgen wird unsere Vorspeise auch ein samtiges Selleriesüppchen mit gebratenen Birnen, Walnüssen und Zimt. Schlicht – aber so ergreifend.
    Suppe geht immer!
    Feiert schön!
    Cheriechen

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