Muu Gratiam Prig Thai oder schlicht Pfeffer-Schwein

schwein serieKürzlich stellte Herr H. fest, dass wir schon eine ganze Weile kein Fleisch mehr gegessen haben. Als er das sagte, fielen mir zwei Dinge auf, zum einen natürlich, dass er recht hatte und zum anderen, dass ich absolut nichts vermisst hatte. Es war keine bewusste Entscheidung gewesen, hatte sich einfach so ergeben und als er mir das Rezept vom Pfeffer-Schwein unter die Nase hielt, bekam ich sofort Appetit darauf. Ich bin definitiv kein Vegetarier und werde wohl freiwillig auch keiner werden, aber mein Konsum hat sich in den letzten Jahren durch die gestiegene Sensibilität bezüglich Herkunft und Qualität deutlich gesenkt. Schweinefleisch gab es eine Weile gar nicht mehr, bis ich „meinen“ Schlachter auf dem Markt fand. Nun stand dem Genuss nichts mehr im Weg!

Für die Marinade:

  • 1 TL weiße Pfefferkörner
  • 1 EL Knoblauch, fein gehackt
  • 1 Korianderwurzel, fein gehackt
  • 1 Pr. Salz
  • 1 TL Zucker
  • 1,5 EL helle Sojasauce

Für das Fleisch:

  • 150 g Schweinelende, in Streifen geschnitten
  • 2 EL Öl
  • 2 Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten
  • 1 Frühlingszwiebel, in Scheiben geschnitten
  • 2 EL Wasser
  • 1 EL Reiswein

massage serieHerr H. mörserte Pfeffer, Knoblauch, Salz, Zucker und Korianderwurzel zu einer feinen Paste, mischte sie mit der hellen Sojasauce und schnitt das Fleisch in ca. 1,5cm breite Streifen. Dann gab er Fleisch und Paste auf einen tiefen Teller, massierte die Paste ins Fleisch und ließ es abgedeckt ca. 30 Minuten ruhen. Ich hatte derweil den Reis gewaschen und ein Rezept für gebratenes Gemüse ausgesucht. So ganz ohne Gemüse geht es bei mir nie. Für das gebratene Gemüse – Pad Pag Ruam:

  • 350 g gemischtes Gemüse (ich: eher 500 g) wie z. B.  Chinakohl, Möhre, Paprika, Zucchini und Zwiebel, in feine Streifen geschnitten
  • 1 EL Öl
  • 50 g Gemüsebrühe oder Wasser
  • 1,5 EL helle Sojasauce
  • 0,5 EL dunkle Sojasauce
  • 1 EL Austernsauce
  • 1 TL Sesamöl
  • 1 Pr. Zucker
  • 1 TL Tapoiakamehl oder Speisestärke aufgelöst in 1-2 EL Wasser
  • 1 Handvoll Sprossen (ich: weggelassen, keine da)

gemüse serieWir schnitten das Gemüse gemeinsam in feine Streifen. Das scheint langsam zur Regel zu werden, so geht es einfach schneller. Dann erhitzte ich das Öl im Wok, bis es leicht zu rauchen anfing und gab das Gemüse bis auf den Chinakohl hinein und briet es unter Rühren ca. 2 Minuten kräftig an. Nun kam der Chinakohl hinzu und ich pfannenrührte 2 weitere Minuten. Danach löschte ich mit Wasser gab, gab alle Saucen, das Sesamöl und den Zucker hinzu und briet weiter, bis das Gemüse gar, aber noch knackig war. Zum Schluss band ich die Restflüssigkeit mit Stärke und streute noch etwas Gochugaru darüber. Ein bisschen Schärfe muss sein. Das fertige Gemüse durfte im warmen Backofen auf das Fleisch warten. Herr H. erhitzte inzwischen 2 EL Öl in der zweiten Pfanne und frittierte die Knoblauchscheiben darin goldbraun. Anschließend ließ er sie auf Küchenkrepp abtropfen. Nun durften die Fleischstreifen 1-2 Minuten anbraten.  Danach gab er Frühlingszwiebeln, Wasser und Reiswein hinzu und briet das Fleisch noch einige Minuten, bis es gar war. Ich gab Reis, Gemüse und Fleischstreifen auf die Teller und streute die frittierten Knoblauchscheiben und etwas gehackten Koriander darüber. schwein 3Fazit: Ich war zunächst skeptisch gewesen, ob das Fleisch so „leicht“ gewürzt schmecken würde. Die meisten Thai-Gerichte, die ich sonst kenne, sind wesentlich kräftiger aromatisiert. Aber ich wurde mit dem ersten Bissen eines besseren belehrt. Weißer Pfeffer und frittierter Knoblauch fügen sich harmonisch mit Korianderwurzel und Sojasauce zusammen. Gemüse und Reis passten perfekt dazu und ich war fast ein bisschen traurig, nachdem ich das letzte Fitzelchen verdrückt hatte. Auch Herr H. seufzte zufrieden und lehnte sich mit der Frage, „und was ist mit Torte?“, erwartungsvoll zurück.

Aus: Das (Baan) Thai Kochbuch Chainarong Toperngpong, Gisela Goppel

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14 Gedanken zu „Muu Gratiam Prig Thai oder schlicht Pfeffer-Schwein

    • Danke, Verena. 🙂 Es ist wirklich schwierig, wenn man die Küchen mehrerer Länder mag. Bei uns gibt es meist ausgeprägte Phasen, wobei der Wechsel in letzter Zeit häufiger geworden ist.
      Liebe Grüße,
      Eva

  1. Haha – die Torte 🙂

    Es schaut aber auch wirklich großartig aus! Da würde ich direkt mal zugreifen 🙂 Den Wok könnte ich auch mal wieder rauskramen…. Ihn würde ich auf alle Fälle damit begeistern. Bis auf die helle Sojasauce müsste auch alles an „sonstigen“ Zutaten im Haus sein. Also wird am Wochenende auf dem Markt noch das Fleisch und Gemüse mitgenommen 😀

    • Danke, Sandra!
      Ja, du hast doch sogar einen richtigen Wok, ich habe ja bloß eine Wokpfanne, die ich nicht so stark erhitzen kann, wie es eigentlich nötig wäre (wegen der Keramik-Beschichtung).

  2. Das find ich immer sehr schön, wenn ihr miteinander kocht. Hier ist das fast immer ein Solo von mir, in seltnen Fällen wird der Turbohausmann zum Befehlsempfänger.

    Mit dem Vegetaierdasein haben wir etwas gemeinsam: In diesem Leben nicht mehr. 😉

  3. Ich koche zu wenig thailändisch, das merke ich, wenn ich diesen Artikel lese. ich merke mir das Pfefferschwein mal vor – immerhin habe ich ja außer dem Fleisch alles zu Hause – sogar Korianderwurzeln habe ich eingefroren für den Fall der Fälle 🙂

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