Luftige Kürbis-Muffins mit Pflaumen-Pilz-Ragout

kürbismuffins Es gibt kaum etwas Schöneres an eher trüben regnerischen Tagen, als einen Kürbis zu zerteilen. Von außen läßt sich das unglaublich kräftig leuchtende Orange noch nicht erahnen. Dann setzt man das Messer an, es kostet schon ein wenig Kraft und Umsicht, aber dann, was für eine prächtig, kräftige Farbe! Früher habe ich die Kürbiswürfel einfach gemeinsam mit Kartoffeln im Ofen gebacken. Kräuterquark dazu, fertig. Inzwischen bin ich immer auf der Suche nach neuen Rezepten. Dieses sprang mich kürzlich förmlich an. Ich konnte nicht widerstehen. Es war zwar schon spät und Herr H. würde bald hungrig heimkehren, aber ich musste die Muffins unbedingt backen!

Für die Kürbis-Muffins (12 Stück):

  • 600 g Muskatkürbis (ich: Butternut, Hokkaido), ergibt ca. 400 g entkernt, geschält, geraspelt
  • 4 EL Olivenöl
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • 1/2 TL Zimtblüten, gemahlen
  • 4 Zweige Thymian (ich: Reste vom Zitronenthymian, eine kleine grüne Raupe hat fast alles für sich beansprucht)
  • 70 g Bergkäse
  • 2 Eier Gr. M
  • 200 g Kefir (ich: Buttermilch)
  • 250 g Weizenmehl 405er
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Zucker
  • 1/2 TL Piment d’Espelette

füllung serieZuerst schälte und entkernte ich den Kürbis. Dann schnitt ich ihn in Spalten und raspelte ihn im Food-Processor der neuen Maschine. Ich schaltete sie ein und wollte den Kürbis kräftig herunter drücken, aber die Schneidscheibe scheint so scharf zu sein, dass er fast von selbst herunterglitt. Faszinierend. Ich wog 400 g geraspelten Kürbis ab, erhitzte 1 EL Öl in der Pfanne und briet die Raspel 4-5 Minuten darin an. Dann würzte ich den Kürbis mit Salz, Pfeffer, Zimtblüten und Thymianblättchen und ließ ihn abkühlen. Ich heizte den Backofen auf 180°C vor, raspelte den Käse und verrührte die Eier mit der Buttermilch und dem restlichen Öl. Anschließend hob ich das mit Backpulver gesiebte Mehl, 1 TL Salz und den Piment d’Espelette unter, danach den Kürbis und zuletzt den Käse. Inzwischen war Herr H. eingetrudelt und bemerkte enttäuscht den fehlenden Geruch einer fertig zubereiteten Mahlzeit. Ich drückte ihm die Muffinform in die Hand. Er fettete sie und legte sie mit Papierförmchen aus.

füllenIch verteilte den Teig gleichmäßig in die Förmchen und stellte das Blech für 25 Minuten in den Backofen. Herr H. tröstete sich derweil mit einem Käsebrot. Etwas skeptisch betrachtete ich die Zutatenliste für das Ragout und beschloss meine Zweifel zu ignorieren.

Für das Pflaumen-Pilz-Ragout:

  • 250 g Gemüsezwiebeln (eine große)
  • 450 g gemischte Pilze (ich: TK-Waldpilze und Champignons)
  • 150 g getrocknete Pflaumen, soft
  • 1 kleines Bund Petersilie (ich: 2 EL TK)
  • (ich ergänzt: ca. 50 g Speck, gewürfelt, für Speck-Vegetarier)
  • 1,5 EL Olivenöl
  • 150 g Orangensaft
  • 150 g Gemüsebrühe
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • 1 TL gemahlener Ingwer (ich: 1 TL frisch geriebener)

pilze serieWährend Herr H. die Zwiebeln fein würfelte, wog ich die restlichen Zutaten ab und taute die Pilze auf. Ich schnitt die Pflaumen in kleine Stückchen und rieb den Ingwer. Dann erhitzte ich das Öl und briet den Speck an und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig. Anschließend erhöhte ich die Temperatur und briet die Pilze kurz scharf an, reduzierte die Hitze wieder und gab die Pflaumen hinzu. Nach 8 Minuten Schmurgelns, gab ich Saft und Brühe hinzu und ließ alles so lange einkochen, bis die Sauce stark reduziert und sämig war. Ich würzte mit Salz, Pfeffer und Ingwer und schmeckte ab. Interessant. Ich hob die Petersilie unter und stellte die Sauce warm. Inzwischen waren auch die Muffins fertig.

kürbismuffins serieFazit: Nachdem Herr H. alles abgelichtet hatte, probierten wir gespannt. Die Muffins waren eher saftig als luftig, was vermutlich am verwendeten Weinsteinbackpulver lag. Ich meine mal gelesen zu haben, dass seine Triebkraft schwächer als die des herkömmlichen Backpulvers ist. Geschmacklich waren die Muffins gut. Auch das Ragout mit der klassischen Kombination von Speck, Pilzen und Pflaumen war köstlich. Allein der Orangensaft im Pilzragout war etwas stark dosiert. Ich würde die Menge beim nächsten Mal drastisch reduzieren, eventuell nur etwas Abrieb verwenden.

Und nun verabschieden wir uns mit diesem sonnigen Gruß in den wohlverdienten Wanderurlaub. Hier geht es nach dem 3. Oktober erholt und frisch wieder weiter. Euch allen eine gute Zeit!

Aus: Vegetarisch vom Feinsten Bettina Matthaei

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22 Gedanken zu „Luftige Kürbis-Muffins mit Pflaumen-Pilz-Ragout

  1. Sieht aus wie ein richtiges tolles Herbstessen! Die Kombination klingt sehr interessant.
    Zum Thema Orangensaft haben ja andere schon was gesagt, deshalb sage ich mal was zum Thema Muffins (da bin ich ein bisschen Spezialistin): Nach meiner Erfahrung enthält dein Rezept zu viel Kürbis (und ich hätte ihn feingeraspelt und roh hineingetan), zu wenig Öl und Buttermilch und es fehlt etwas Entscheidendes: Natron. Und dann bestehen Muffins grundsätzlich aus zwei Komponenten: Alle festen und alle flüssige Zutaten werden jeweils miteinander vermischt, dann kommt das Flüssige ins Feste und darf wirklich nur ganz kurz und locker miteinander vermischt werden.
    Gut beschrieben ist die Zubereitungsmethode für Muffins bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Muffin
    Liebe Grüße,
    Antje

    • Danke, Antje. Ja, der Herbst ist definitiv da, obwohl wir hier in Südtirol tatsächlich noch einen Sonnenbrand bekommen haben.
      Das mit dem zuviel Kürbis leuchtet mir inzwischen ein und ich werde ihn nächstes Mal sicher auch roh verwenden. Danke auch für den Link.
      Liebe Grüße,
      Eva

  2. Au ja, Kompliment – das kann ich mir super vorstellen, tolle Kombination sowohl vom Geschmack als auch von den Farben und der Konsistenz her. Ich merke schon, ich kriege Hunger… Leider reicht’s gerade nur für gebackene Kürbisscheiben mit Kräuterquark, aber das ist ja auch nicht schlecht.

  3. Die Kombination von Pilzen und Backpflaumen klingt toll! Die behalte ich dann auch mal für einen Brotaufstrich im Hinterkopf – da geht bestimmt was. Ach, die Berge – ich reise in Gedanken mit und wünsche einen tollen Urlaub!

  4. Das Pilzragout ist gespeichert. Njammi….:) Denke mal, dass es nicht (oder nur) am Weinsteinbackpulver lag. Meiner Meinung nach ist der Teig einfach zu schwer, im Sinne von zu viele Zutaten für die Menge Mehl. Wünsche dir einen schönen Urlaub und erholt euch gut!

    • Danke, Cookie. Ja, nach eingehender Recherche habe ich auch rausgefunden, dass es an der Kürbismenge gelegen haben muss (wobei andere scheinbar mit dem Rezept mehr Erfolg hatten…). Nächstes Mal!
      Der Urlaub war sagenhaft schön, wir sind zu neuen Schandtaten bereit. 🙂

  5. Oh, Kürbis-Muffins! Der perfekte Herbst-Einstieg, zumal mit Pilzen – ganz tolle Idee. Letztere stehen für’s Wochenende auch auf meinem Einkaufszettel. Und mir gefällt Deine Idee, dass das Zerteilen von Kürbissen trübe Herbsttage aufheitert ;-).

    Und nun für Deinen und Euren wohlverdienten Urlaub alles Liebe! Grüß mir die schönen Berge, ich drücke die Daumen, dass ihr allerbestes Herbstwanderwetter und viele Torten-Eingebungen haben werdet :-). Ganz liebe Grüße und bis bald, Claudia

    • Danke, Claudia! Dir auch ein frohes Kochen am Wochenende! Neue Torten-Inspiration ist dringend nötig und auch einfach mal Zeit, um die Berge anzustarren und nichts zu denken. Das Wetter soll in der nächsten Woche ganz vorzüglich werden. 🙂

      Ganz liebe Grüße zurück,
      Eva

  6. Diese Kürbis-Muffins muss ich machen, die tönen klasse.
    Warum fettest Du die Muffins-Form, bevor Du die Papierförmchen reintust?
    Ich wünsche Euch eine wunderschönen Urlaub, bestes Wanderwetter und kommt fröhlich und erholt zurück 🙂

    • Danke, Susanne! Viel Spass beim Backen. Warum ich die Form fette? Weiß nicht. Ich dachte, dann gingen sie besser heraus. Wahrschienlich werde ich sie nächstes Mal ohne Papierform backen, denn daraus ließen sich die Schlingel nur widerwillig lösen. 😉
      Wir geben alles, um uns vollständig zu erholen!

  7. Die Fotos sind wieder mal super! Beim Pilzragout hätte ich den O-Saft wahrscheinlich ganz weggelassen, vor allem, weil Du noch Speck reingemacht hast.
    Den O-Saft haben die Rezeptemacher wahrscheinlich angeführt, um Säure reinzubringen, gibt mit dem Ingwer zusammen natürlich ein bisschen eine asiatische Note. So mit dem Speck hätte ich die Säure eher mit Zitrone oder Weisswein reingebracht.

    Euch einen wunderschönen Urlaub – kommt gesund, erholt und mit neuen Rezeptideen wieder!

    • Danke, Henne! Für Kompliment und Tipp. Ich hab‘ ja auch gestutzt, als ich das Rezept las, aber mir fehlt einfach noch die Erfahrung, so dass ich mir vorab vorstellen kann, wie es schmecken wird – also muss ich probieren. 😉
      Das Wetter für die nächste Woche sieht in Südtirol ganz ordentlich aus. Wir werden laufen, dass die Socken qualmen und vielleicht haben wir dabei ja auch die ein oder andere Eingebung…

  8. Da kann ich mir sehr gut vorstellen – lecker! Ich mag es deftig-leicht süss 🙂
    Und mit Kürbis habe ich es auch ^^
    Am Wochenende wird fleißig damit „gewerkelt“ 😀

    SCHÖNEN URLAUB hier auchnochmal!

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