Blaubeertorte Schwarzwälder Art

Blaubeertorte Schwarzwälder Art-kl

Zum Geburtstag gehört die Torte wie der Deckel zum Topf und da wären wir auch schon beim Thema. Zorra feiert ihren 9. Bloggeburtstag. Seit 9 Jahren bloggt sie nahezu täglich und unermüdlich. Respekt! Herzlichen Glückwunsch, liebe Zorra. Ich bewundere deine Ausdauer und Kreativität zutiefst. Ich bin noch nicht einmal ein Jahr dabei und spüre schon jetzt gelegentlich eine gewisse Anstrengung. Zu deinem Geburtstag haben Herr H. und ich uns eine ganz besondere Torte ausgedacht. Köstliche Blaubeeren in sahniger Crème umhüllt von dem besten Schokoladenbiskuit, den ich bislang gebacken habe. Lass es dir schmecken!

Für den Schokoladenbiskuit (20er Tortenring):

  • 3 Eiweiß Gr. M
  • 40 g Zucker
  • 1 Pr. Salz
  • 3 Eigelb Gr. M
  • 35 g Zucker
  • 10 g Wasser
  • 60 g Mehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 2 EL Kakaopulver (20 g)

schokobisquit serieHerr H. trennte die Eier und schlug das Eiweiß mit einer Prise Salz an und gab nach und nach 40 g des Zuckers hinzu. Nach ca. 5 Minuten war der Eischnee glänzend und sehr fest. Ich wog derweil die restlichen Zutaten ab und heizte den Backofen auf180°C. Dann gab ich 35 g Zucker und 10 g Wasser in einen Topf und erhitzte beides auf 118°C. Herr H. schlug die Eigelbe an und ich gab den Zuckersirup in einem feinen Strahl zu den Eigelben. Nach ca. 7 Minuten waren die Eigelbe weißcremig aufgeschlagen und handwarm. Ich hob zunächst behutsam die Eigelbmasse unter den Eischnee und zog anschließend mit einem Schaber die Mehl-Kakaomischung unter. Herr H. stellte den Tortenrig auf 20 cm Durchmesser, setzte ihn auf ein mit Backpapier belegtes Blech, strich die Biskuitmasse in dem Ring glatt und schob das Blech in den Backofen. Nach 20 Minuten war der Boden durchgebacken und durfte auf einem Gitter vollständig abkühlen. Als er erkaltet war, halbierte ich ihn waagerecht mit dem Messer.

Für die Joghurtmousse:

  • 3 Blatt weiße Gelatine
  • 2-3 EL Amaretto
  • 1 EL Vanillezucker
  • 100 g Joghurt
  • 100 g Sahne
  • 2 Eiweiß Gr. M
  • 1 Pr. Salz
  • 75 g Zucker

Joghurtcreme serieIch weichte die Gelatine  10 Minuten in sehr kaltem Wasser ein. Herr H. wog alle Zutaten ab und schlug das Eiweiß mit einer Priese Salz und etwas Zucker an. Nach und nach ließ er den restlichen Zucker einrieseln. Nach gut 5 Minuten war der Eischnee steif und glänzend. Ich schlug derweil die Sahne zu 80% steif und erwärmte 2 EL Joghurt mit dem Amaretto. Darin löste ich die ausgedrückte Gelatine auf und rührte das Ganze anschließend unter den Joghurt. Dann hob ich zunächst den Eischnee unter den Joghurt und zuletzt die Sahne.

Für das Blaubeergelee:

  • 3 Blatt Gelatine (ich habe 2 genommen, aber das Gelee würde nicht richtig fest)
  • 150 g Blaubeeren
  • 100 g Orangensaft
  • 50 g Gelierzucker 2:1

Blaubeergelee serieHerr H. weichte die Gelatine in sehr kaltem Wasser ein, wog die Blaubeeren ab, gab den Orangensaft hinzu und zerkleinerte beides mit dem Pürierstab. Er verzichtete darauf, die Masse durch ein Sieb zu streichen, mehr Frucht, erhitzte das Püree mit dem Gelierzucker und ließ es 4 Minuten köcheln. Dann zog er den Topf vom Herd, ließ das Gelee etwas abkühlen und rührte zuletzt die gut ausgedrückte Gelatine unter. Der Abend war zwar inzwischen schon fortgeschritten, aber wir wollten die Torte unbedingt noch zusammen setzten. Wenn ich geahnt hätte, wie lange es noch dauern würde, hätte ich es auf den nächsten Tag verschoben.

füllen serieIch legte zunächst einen Boden mit der Backhaut nach unten in den Ring und verteilte ca. 1/3 der Joghurtmousse darauf. Dann stellte ich die Form in den Gefrierschrank. Nach ca. 20 Minuten war die Crème fest. Ich verteilte die Hälfte des Blaubeergelees darauf und stellte sie erneut ins Eis. Nach weiteren 20 Minuten war das Gelee leider noch nicht fest genug, aber ich verteilte dennoch das zweite Drittel der Joghurtmousse darauf und bedeckte es mit dem zweiten Boden. Darauf verteilte ich die restliche Mousse, stellte die Torte in den Kühlschrank und dann konnten wir endlich schlafen gehen. Am nächsten Morgen musste ich leider feststellen, dass die mittlere Geleeschicht nicht richtig fest geworden war. Ich gab das restliche Blaubeergelee auf die Torte und fror sie einige Stunden ein, damit ich sie später gefahrlos schneiden konnte.

blaubeertorte 3Fazit: Nachdem wir die Torte geschnitten und abgelichtet hatten, war sie augetaut und konnte probiert werden. Die Kombination von Joghurtmousse, Blaubeergelee und Schokoladenbiskuit war umwerfend! Der Schokoladenbiskuit war durch das warm-kalt-geschlagene Eigelb herrlich saftig und hatte nicht diesen eilastigen Nachgeschmack, den ich an schlichten Biskuits oft festgestellt habe. Beide Nachbarinnen teilten unser Urteil und ein Stück Torte reiste dieses Mal tatsächlich noch 20 km weiter und wurde einer Bekannten der besten Nachbarin serviert, die sich auch sehr angetan äußerte. Allein das zu weiche Blaubeergelee gefiel mir nicht. Ich würde beim nächsten Mal die Gelatinemenge erhöhen oder gleich auf Agar-Agar umsteigen. Die Blaubeertorte ist zwar durch die vielen Schichten etwas zeitaufwändig, aber die Investition lohnt sich!
9 jahre kochtopf Blog-Event - Smart Speed Kitchen (Einsendeschluss 15.9.2013)

Schneller Fattoush

fatoush 2Brotsalate scheinen sich überall auf der Welt großer Beliebtheit zu erfreuen. Im östlichen Mittelmeerraum beispielsweise heißen sie Fattoush. Julia hat das dort sehr gut beschrieben. Sie haben etwas von kaltem Eintopf, finde ich. Nur das sie schneller zubereitet sind. Kürzlich drängte die Zeit. Der Hunger war groß und der Abend schon spät. Das passiert oft, wenn wir nur eben schnell noch einen Biskuitboden für das nächste Tortenprojekt  herstellen wollen. Ich erinnerte mich an das Bild des köstlichen Brotsalats, das ich in Jerusalem gesehen hatte. Ein kurzer Blick in den Brotbehälter. Jep. Ein alter Kanten war noch da. Eilig machten wir uns ans Werk. Beinah zeitgleich stellte Turbohausfrau die italienische Variante, den Panzanella vor. Manchmal ist das Phänomen der Synchronizität verblüffend.

Für den Fattoush:

  • 200 g Buttermilch (man kann sie auch selbst am Abend zuvor mit je 100 g Vollmilch und 100 g Joghurt, verrührt, kalt gestellt, ansetzen. Die Konsistenz soll cremiger sein, als die von gekaufter Buttermiclh)
  • 125 g altbackenes, helles Brot, entrindet, gewürfelt
  • 200 g Tomaten, in 1,5cm große Würfel geschnitten
  • 50 g Radieschen, in dünne Scheiben geschnitten
  • 125 g Minigurke, geschält, in 1,5cm große Würfel geschnitten
  • 1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 8 g frische Minze, grob gehackt
  • 13 g Petersilie, grob gehackt
  • 1 TL getrocknete Minze (ich: weg gelassen)
  • 1 kleine Koblauchzehe, mit 1/2 TL Meersalz gemörsert
  • 1,5 EL Zitronensaft
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Apfel- oder Weißweinessig
  • 1 TL Sumach (ich: vergessen)
  • schwarzer Pfeffer

fatoush zutaten 2Die Zubereitung war denkbar einfach. Herr H. machte sich wie üblich über das Gemüse her. Ich entrindete das Brot, brachte es aber nicht über mich, es in Stücke zu reißen. Ich schnitt es stattdessen in mundgerechte Würfel. Dann mörserte ich den Knoblauch mit dem Salz und verrührte die Paste mit Buttermilch, Pfeffer, Zitronensaft, Essig und Olivenöl. Herr H. gab das fertig zerkleinerte Gemüse und die Brotwürfel in eine Schüssel und hob die Buttermilchsauce behutsam unter. Während der Salat noch 10 Minuten durchzog, hackte ich Petersilie und Minze grob und hob sie unter den fertigen Salat. Eigentlich hätte nun noch Sumach über den Salat gestreut werden sollen, aber den vergaß ich vor lauter Hunger.

fatoush 1Fazit: Obwohl ich normalerweise das Brot lieber seperat zum Salat esse, überzeugte der Fattoush auf ganzer Linie. Die Sauce hatte genug Zeit, in die Brotwürfel einzuziehen und gab ihnen einen speziellen, leicht säuerlichen Geschmack. Den Sumach habe ich nicht vermisst, würde ihn dennoch nächstes Mal darüber streuen. Herr H. machte sich ebenso begeistert über den Fattoush her und in kürzester Zeit war die Schüssel geleert. Ein perfektes schnelles Abendessen für warme Sommerabende. Deshalb geht das Rezept an Uwe. Ich hoffe, wir bekommen die 200 Posts noch zusammen!

HighFoodality Blog-Event Wir kochen alle nur mit Wasser

Aus: Jerusalem – Das Kochbuch Yotam Ottolenghi Sami Tamimi

Perfektes Mimikry

Graupenrisotto 14-klMit Risotto fing alles an. Zu meinem 29. Geburtstag bekam ich mein zweites Kochbuch geschenkt. Italienisch einfach. Zuvor war Herr H. der Kochbeauftragte gewesen. Ich beschloss, ihm das Feld streitig zu machen und kochte begeistert drauflos. Sehr schnell meinte ich das Grundprinzip des Risottokochens durchschaut zu haben. Fortan gab es Risotto. Mindestens dreimal pro Woche. In meine damaligen Risotti wanderte alles, was der Kühlschrank hergab und die Zusammenstellungen waren, nun ja, gewagt. Herr H. aß sie immer klaglos, mal mehr, oft weniger begeistert.

Das Ende der Risottophase fiel nicht zufällig mit der Geburt dieses Blogs zusammen. Ich stellte erstaunt fest, dass es auf dem Gebiet der Kochkunst noch unendlich viel zu lernen gab und kehrte reumütig zur strengen Rezeptbefolgung zurück. Als ich kürzlich auf der Suche nach einem schnellen Abendessen über ein Risotto ohne Reis stolperte, konnte ich nicht widerstehen. Und im den hintersten Winkel des Schranks befand sich sogar noch ein Rest Perlgraupen.

Für das Graupenrisotto:

  • 100 g Perlgraupen
  • 15 g Butter (ich: 10 g)
  • 90 g Olivenöl (ich: 15 g)
  • 1 Stange Staudensellerie, in 5mm große Würfel geschnitten
  • (ich: 1 Möhre, in 5mm große Würfel geschnitten)
  • 1 Schalotte, in 5mm große Würfel geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, in 2mm große Würfel geschnitten (ich: 1)
  • 2 Thymianzweige
  • 1/4 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 1 Lorbeerblatt
  • Abrieb 1/2 Zitrone
  • 1/4 TL Chiliflocken
  • 1/2 Dose (400g) Tomatenstücke (ich: 200 g herrlich frische, gewürfelt)
  • 150 g passierte Tomaten aus der Dose (ich: 2 EL Tomatenmark + 130 g Wasser)
  • 350 g Gemüsebrühe

graupenrisotto kochen serie-klIch spülte die Graupen unter fließendem Wasser gründlich ab und ließ sie im Sieb abtropfen. Danach schnitt ich Gemüse, Zwiebeln und Knoblauch in winzige Würfel und Tomaten in eher grobe Stücke und erhitzte Butter und Olivenöl. Darin schwitzte ich zunächst Schalotten, Sellerie, Karotten und Knoblauch bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten an. Dann gab ich Graupen, Thymian, Paprikapulver, Lorbeer, Zitronenschale, Chiliflocken, Tomaten, Brühe und 1/4 TL Salz hinzu, verrührte alles gründlich und brachte es zum Kochen. Während das Graupenrisotto ca. 45 Minuten leise vor sich hin köchelte, bereitete ich den Feta vor.

Für den marinierten Feta:

  • 150 g Feta, in 2cm große Stücke gebrochen
  • 1 TL Kümmelsamen
  • 1 TL frische Oreganoblätter
  • 1 ELOlivenöl

Topping serie-klIch röstete den Kümmel ohne Fett in der Pfanne bis er zu duften begann und mörserte ihn anschließend grob. Dann gab ich zerbröselten Feta, Kümmel, Olivenöl und grob gehackten Oregano in eine Schüssel und mischte alles vorsichtig. Herr H. kam just in diesem Moment müde und hungrig zur Küchentür hinein und sah sich suchend um. Mal wieder Risotto? Nicht ganz, antwortete ich, Graupenrisotto, streng nach Rezept. Ich schmeckte das fertige Risotto mit Salz und Pfeffer ab und servierte.

Graupenrisotto 11-klFazit: Natürlich musste Herr H. es vor dem Essen noch ablichten. Danach probierten wir und waren restlos begeistert. So ein feines Risotto habe ich noch nie zuvor gekocht. Es schmeckte absolut rund. Am meisten faszinierte mich, dass ich die fehlenden Speckwürfel nicht vermisste. Ich war davon überzeugt gewesen, dass sie zwingend in ein solches Gericht gehörten und dass es ohne Speck irgendwie fad schmecken würde. Das war nicht der Fall. Das zarte Raucharoma des Paprikapulvers rundete des Geschmack perfekt ab und auch der Kümmel fügte sich bestens ein. Es sieht so aus,als würde es in Zukunft wieder öfter Risotto geben, wenn auch kein „echtes“.

Aus: Jerusalem – Das Kochbuch Ottolenghi/ Tamimi

Abschied leicht gemacht mit Schokoladen-Erdbeer-Torte

Erdbeer Schoko 4Den vorübergehenden Abschluss des Felderschen Tortenkapitels bildet eine fulminate Schokoladen-Himbeer-Torte*. Am Dienstag musste ich das Buch schweren Herzens zurück in die Bücherhalle tragen. Es war vorgemerkt und ich hoffe, das der Entleiher genauso viel Freude mit ihm haben wird, wie wir. Wobei die Freude nicht immer ungetrübt war. Auch bei diesem Rezept erlebten wir eine böse Überraschung. Die gesamte Rezeptmenge soll für eine Torte von 30x40cm reichen. Wir halbierten die Menge und wollten zwei Böden à 20x30cm backen. Nachdem ich die Masse mit dem Spitzbeutel auf die Hälfte des ersten Bodens aufgebracht hatte, stutze ich. Es war nicht mehr besonders viel Teig im Spitzbeutel.

Für den Schokoladenbiskuit (2 20er Böden, geschätzt):

  • 3 Eigelb Gr. L
  • 75 g Mehl 405er
  • 10 g Kakaopulver
  • 3,5 Eiweiß (ca. 120 g)
  • 90 g Zucker

Schokobiskuit serieHerr H. siebte Mehl und Kakao in eine Schüssel. Ich wog die restlichen Zutaten ab, schlug das Eiweiß mit ein wenig Zucker langsam an und gab restlichen Zucker nach und nach hinzu, während ich den Eischnee auf höchster Stufe ca. 6 Minuten lang sehr steif schlug. Dann gab ich die leicht verschlagenen Eigelbe in den Eischee und arbeitete sie sorgfältig ein. Herr H. verteilte etwa die Hälfte der Mehl-Kakao-Mischung auf der Masse und hob sie vorsichtig unter. Danach hob er die zweite Hälfte unter. Ich gab die Masse in den Spritzbeutel (12er Lochtülle) und begann, sie in gleichmäßigen Strängen auf das Backpapier zu spitzen. Als ich realisierte, dass die Masse nicht für die gesamte Fläche reichen würde, hatte ich etwa 10x30cm bedeckt. Wir überlegten kurz und beschlossen, zwei Torten à 10x15cm zu machen. Da mein Backrahmen sich nicht so klein einstellen läßt, bastelte Herr H. aus Pappe und Alufolie zwei passende Rahmen. Ich schob die Böden nacheinander in den auf 200°C vorgeheizten Backofen und buk sie in 15 Minuten fertig.

Für die Schokoladenmousse:

  • 45 g Zucker
  • 25 g Wasser
  • 2 Eigelb Gr. L
  • 1/2 Ei (verquirlt, ca.27 g)
  • 110 g dunkle Schokolade, 70% Kakao
  • 250 g Sahne

Für den Erdbeertränkesirup:

  • 50 g Erdbeeren, püriert
  • 25 g Wasser
  • 1 EL Zitronensaft
  • 25 g Zucker, alles einfach miteinander verrührt
  • 50 g dunkle Schokolade, geschmolzen
  • 25 g Puderzucker

schokomousse serieZunächst wog ich die Sahne ab und stellte sie in einer Metallschüssel in den Kühlschrank. Dann erhitze ich Zucker und Wasser in einem Topf auf 118°C. Herr H. verrührte derweil Eigelb und Ei. Als die Temperatur erreicht war, gab ich den Sirup in einem feinen Strahl in die Eimasse (paté à bombe), während Herr H. rührte. Er rührte weiter, bis die Masse handwarm und luftig aufgeschlagen war. Ich schnitt die Schokolade in kleine Stücke und schmolz sie über dem Wasserbad. Das geht bei uns perfekt im Waschbecken, da unser heißes Leitungswasser eine Maximaltemperatur von über 60°C hat. Herr H. schlug als nächstes die Sahne, bis sie ihr Volumen verdoppelt hatte und am Schneebesen haften blieb. Ich goß die flüssige Schokolade in die Eimasse und rührte sie mit dem Spatel unter. Herr H. gab die aufgeschlagene Sahne hinzu und ich vermischte alles gründlich, bis eine lockere, homogene Mousse entstanden war. Herr H. verrührte alle Zutaten für den Tränkesirup und schmolz die Schokolade zum Bestreichen des unteren Bodens.

Füllen SerieIch schnitt die Ränder der Böden zurecht und bestrich die Unterseite des unteren Boden mit Schokolade. Nachdem sie getrocknet war, bestäubte ich sie mit Puderzucker und legte sie mit der Schokoladenseite nach unten in den „Backrahmen“. Dann tränkte ich den Boden mit Sirup und verteilte die Hälfte der Schokoladenmousse darauf. Herr H. legte den zweiten Boden auf die Mousse, tränkte ihn ebenfalls und verteilte die zweite Hälfte der Mousse darauf. Nun durfte die Torte über Nacht im Kühlschrank erstarren.

Für das Erdbeerkompott:

  • 185 g Erdbeerkonfitüre
  • 125 g Erdbeeren

Am nächsten Morgen pürierte ich die Erdbeeren und gab sie mit der Konfitüre in einen Topf. Ich köchelte das Kompott einige Minuten bei geringer Hitze und ließ es anschließend abkühlen. Dann strich ich es auf die Oberfläche der Torte und stellte sie erneut für eine Stunde kühl.

Erdbeer Schoko 7Fazit: Vorsichtig entfernte ich den provisorischen Backrahmen und halbierte die Torte. Das Kompott war leider nicht fest genug geworden und lief fröhlich am Tortenrand herunter. Herr H. bestand darauf, dass das so gewollt und schön anzuschauen sei. Die beste Nachbarin pflichtete ihm bei. Nach dem Fotografieren probierten wir die Torte gemeinsam. Schokolade und Erdbeere harmonierten bestens miteinander. Die Böden waren locker und saftig und die Schokoladenmousse ein Traum. Auch die Nachbarin von nebenan war hellauf begeistert von dieser Torte. Das machte den Wehmutstropfen der seltsamen Mengenangabe mehr als wett und ich hoffe, das ich das Buch irgendwann wieder einmal in die Finger bekomme.

Aus: Die hohe Schule der Patisserie Christophe Felder

*Himbeeren hatte ich gerade nicht, aber ich vermutete, dass Erdbeeren auch prima passen würden.

Nest oder Krone?

filo serie-klEs war mal wieder ein Abend, an dem ich mich partout nicht entscheiden konnte, was ich kochen wollte. Die mich umzingelnden Kochbücher boten einfach zu viele Möglichkeiten. Ich blätterte mit zunehmender Verzweiflung – in weniger als einer Stunde würde ein sehr hungriger Herr H. zur Tür herein kommen – und plötzlich blieb mein Auge an einem Bild hängen. Kleine Nester mit einer Füllung aus Zucchini, Walnuss und Fetacrème. Oder waren es doch Krönchen? Egal, dachte ich mir. Hatte ich alle Zutaten dafür im Haus? Zucchini – Fehlanzeige, aber eine Aubergine würde es wohl auch tun und statt Walnüssen konnte ich einfach Pekannüsse nehmen. Und im Kühlschrank wartete noch ein Rest Frühlingsrollenblätter. Perfekt.

Für die Zucchini-Walnuss-Füllung (12er Muffinform):

  • 400 g Zucchini, in 5 mm Würfel geschnitten (ich: Aubergine + ein Rest Zucchini)
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln (ich: 2), in Ringe geschnitten
  • 50 g Walnusskerne, geröstet, gehackt (ich: Pekankerne)
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer
  • 1 Zitrone, Abrieb
  • 1 Bund Petersilie, gehackt (ich: 2 EL TK-Petersilie)

füllung serie-klIch hatte gerade begonnen, die Aubergine in Würfel zu schneiden, da hörte ich auch schon den Schlüssel im Haustürschloss. Herr H. war zum Glück nicht so fürchterlich hungrig wie am Tag zuvor und nahm mir sogleich das Messer aus der Hand. Ich röstete die Pekankerne ca. 10 Minuten  in der Pfanne auf dem Herd und hackte sie anschließend recht fein. Herr H. briet zunächst die weißen Frühlingszwiebelringe an und gab dann das restliche Gemüse hinzu. Nach wenigen Minuten waren die Auberginenwürfel leicht gebräunt. Ich würzte das Gemüse mit Salz, Pfeffer, Zitronenabrieb und Petersilie und stellte die Pfanne zum Abkühlen beiseite.

Für die Fetacrème:

  • 100 g Schmand (ich: Crème Fraîche)
  • 150 g Feta (den vom Schaf)
  • 1 Eigelb (ich: 1 Ei)
  • 1-2 TL Harissa (ich: 1 geh. TL Sambal Olek + 1 Pr. Garam Masala)
  • 2 TL Akazienhonig (ich: Eukalyptus)

topping serie-klIch holte den Feta aus dem Gefrierfach und schnitt ihn leise vor mich hin schimpfend in Würfel. Winzige Fetakrümel verbereiteten sich dabei in alle Richtungen. Anschließend gab ich ihn mit den restlichen Zutaten in den Mixbecher und betete, dass mein Pürierstab dem betonharten Feta gewachsen sei. Es dauerte zwar eine Weilchen, aber schließlich erhielt ich eine cremige Masse. Herr H. merkte an, dass das Leben mit einem gewissen Maß an Planung sicher leichter sei. Ich stimmte ihn zu, weiß aber, dass ich nie ein Planungsgenie sein werde.

Für die Tomaten-Paprika-Sauce:

  • 4 mittelgroße Tomaten, grob zerteilt
  • 2 kleine rote Spitzpaprika, grob gestückelt
  • 1 lange rote Chili, gehackt
  • 1 kleine Knoblauchzehe, gehackt
  • 170 g Wasser
  • 2 EL Apfelessig
  • 1 TL Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL gem. Kreuzkümmel
  • 1/2 Bund Thai-Basilikum, Blätter abgezupft

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEs empfiehlt sich, die Sauce als erstes zuzubereiten, da sie erst lauwarm ihr volles Aroma entfaltet. Ich schwitzte Knoblauch und Chili in Olivenöl an, gab die Paprikawürfel hinzu und dünstete sie einige Minuten bei starker Hitze. Dann fügte ich die Tomatenwürfel, die Gewürze, den Essig und das Wasser hinzu und ließ die Sauce eine gute halbe Stunde leicht köcheln. Dann gab ich die Thai-Basilikumblätter, pürierte alles gründlich und stellte die Sauce zum Abkühlen beiseite. Herr H. hatte inzwischen die Muffinform mit Olivenöl ausgepinselt und den Ofen auf 180°C vorgeheizt. Ich holte die Frühlingsrollenblätter aus dem Kühlschrank und legte sie unter ein feuchtes Handtuch, damit sie nicht antrockneten. Dann löste ich drei Blätter ab, bepinselte das erste mit Olivenöl, legte das zweite darauf, bepinselte es ebenfalls und legte das dritte Blatt darauf.

füllen serie-klDann schnitt ich das so entstandene Quadrat in vier gleich große Teile und drapierte sie in die Mulden der Muffinform. Mit den restlichen Blättern verfuhr ich auf die gleiche Weise und bemerkte dabei leicht schockiert, welche Mengen an Olivenöl ich für das Bepinseln brauchte. Herr H. verteilte das abgekühlte Gemüse gleichmäßig in den Nestern und drückte sie vorsichtig etwas an. Ich goss schließlich die Fetacrème darüber und schob das Muffinblech in den Backofen. Nach 15 Minuten sollte die Frühlingsrollenblätter goldbraun sein. Das waren sie bei mir noch nicht. Ich setzte mich vor den Backofen und beobachtete den Bräunungsvorgang, der erst nach 25 Minuten zufriedenstellend war.

filo 4-klFazit: Nachdem wir die wunderschönen Nester abgelichtet hatten, ging es endlich an’s Probieren. Während Herr H. sich mit Messer und Gabel abmühte, griff ich mir ein Krönchen und biss beherzt ab. Mhmmm… ich weiß gar nicht, wie ich den Geschmack beschreiben soll. Die Hülle war herrlich knusprig, die Füllung nussig und gleichzeitig frisch und die Fetacrème rundete jeden Bissen vortrefflich ab. Wir schwelgten und es blieb kaum etwas übrig.

Die Tomatensauce jedoch gab erst den entscheidenden Dreh. Ich hätte nie gedacht, wie ein wenig Thai-Basilikum eine Tomatensauce so verändern kann. Dabei war die Idee am Vortag mehr aus Verlegenheit geboren worden, da ich das Basilikum nicht verderben lassen wollte. Und bereits da schmeckte sie uns so gut, dass ich sie gleich noch einmal machen musste. Ganz dringende Nachkochempfehlung für beides!

Krönchen oder Nester nach: Vegetarisch vom Feinsten Bettina Matthaei

Sauce nach: Ottolenghi Das Kochbuch Yotam Ottolenghi, Sami Tamimi

Schwarze Pantoffeln

Schwarzes CiabattaDie Freundin meiner Mutter erzählte mir vor einigen Wochen von einem pechschwarz gefärbten Brot, dass sie im einem Restaurant serviert bekommen hatte und fragte mich, ob ich wisse, wie man Brot schwarz färben könne. Ich musste nicht lange überlegen. Mit Sepiatinte natürlich, schoss es mir durch den Kopf. Die hatte ich zum Färben eines Nudelteigs bereits angeschafft. Teig ist Teig, so dachte ich und schon war eine Gedankenkette entstanden. Schwarze Ciabattescheiben mit weißem Frischkäse und rosa Lachs oder mit leuchtend grüner Avocado und roten Tomaten. Das würde bestimmt herrlich aussehen. Kurzentschlossen schritt ich zur Tat.

Für den Vorteig:

  • 95 g Weizenmehl 1050er
  • 95 g Wasser
  • 10 g Weizensaueranstellgut

Für den Hauptteig:

  • Vorteig
  • 400 g Weizenmehl 550er
  • 240 g Wasser
  • 10 g Olivenöl
  • 10 g Salz
  • 8 g Sepiatinte

Ciabattateig-SerieAm Vorabend des Backtags rührte ich die Vorteigzutaten zusammen und ließ sie abgedeckt 16 Stunden bei Zimmertemperatur stehen. Am nächsten Tag mittags gab ich Mehl und Wasser zum Vorteig, verrührte alles grob und ließ alles eine weitere halbe Stunde ruhen (Autolyse). Dann gab ich Salz, Olivenöl und Sepiatinte hinzu und begann zu kneten. Ich hatte zunächst nur einen 4g-Beutel hinzugefügt, aber der Teig erschien mir noch zu hell, also fügte ich den zweiten Beutel hinzu. Herr H. betrat die Küche und sah mich den schwarzen Teigklumpen kneten und fragte, ob es tatsächlich endlich die versprochene schwarze Pasta gäbe. Ich verneinte und erklärte, dass ich zuvor herausfinden wolle, wie schwarz das Brot durch die Beigabe von Sepiatinte werde.

Ich knetete den Teig insgesamt ca. 10 Minuten von Hand und ließ ihn anschließend gut zwei Stunden gehen. Alle 30 Minuten dehnte und faltete ich ihn in der Schüssel. Ich war sehr gespannt, ob man die Sepiatinte auch schmecken würde. Nach der Ruhezeit gab ich den Teig auf die schwach bemehlte Arbeitsfläche, zog ihn vorsichtig zu einem Rechteck und teilte ihn mithilfe der Teigkarte in drei gleich große Streifen. Ich legte die Ciabatta auf ein mit Backpapier belegtes Blech und deckte sie mit einem Tuch ab. Nach einer Stunde heizte ich den Backofen auf 250°C vor. Das dauert bei mir ca. 20 Minuten. Als er die Temperatur erreicht hatte, gab ich das Blech mit viel Schwaden hinein und buk es ca. 17 Minuten.

salat1-klFazit: Die Ciabatta schmeckten ganz normal und nicht mal ansatzweise fischig. Ich registrierte erstaunt, dass auf der Kruste noch einige braune Stellen zu erkennen waren. Die Tinte schien sich trotz den langen Knetens nicht völlig gleichmäßig verteilt zu haben. Zu den farbfroh belegten Scheiben bin ich bislang noch nicht gekommen, aber eine schwarze Ciabatta harrt noch im Tiefkühlschlaf auf ihre Verwendung. Über den Sinn oder Unsinn des Färbens kann man geteilter Meinung sein, aber ich kann mir das schwarze Brot zu einigen Gerichten durchaus akzentsetzend vorstellen. Falls man nicht wie ich einen italienischen Fachmarkt um die Ecke hat, kann man die Tinte z. B. hier auch online bestellen. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Schnell, leicht, sommerlich? Frittata

frittata1-klUwe von highfoodality sucht nach leichten, bekömmlichen Sommergerichten, die sich idealerweise schnell zubereiten lassen. Jeder Beitrag dient zudem als Spende für ein Projekt der Viva con Agua Wasser GmbH, die mit den Spenden wiederum Trinkwasserzugänge in bedürftigen Ländern fördert. Eine sehr wichtige Sache, wie ich finde. Mein liebstes, schnelles Sommergericht ist derzeit Frittata. Hinein kann fast alles wandern, was der Kühlschrank an Gemüseresten hergibt. Hat man das Schnippeln erledigt, ist die Zubereitung schon fast abgeschlossen und dazu passt, was gefällt. Brot, ein Tomaten-Gurken-Salat oder ein paar Ofenkartoffeln.

Für die Frittata:

  • 3 Eier gr. L, gründlich verschlagen
  • 1 kleine Zucchini, fein gewürfelt
  • 1-2 Stangen Staudensellerie, geputzt, fein gewürfelt
  • 1-2 Möhren, fein gewürfelt
  • ca. 75 g gräucherter Speck, gewürfelt
  • 1 Lauchzwiebel, in Ringe geschnitten
  • 1 kleine rote Paprika, fein gewürfelt
  • Parmesan nach Belieben
  • Meersalz, schwarzer Pfeffer
  • Butter zum Braten

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIch würfelte das Gemüse, leider, Herr H. musste noch arbeiten, und verrührte die Eier mit Parmesan, Salz und Pfeffer. Dann gab ich Butter in die Pfanne und ließ den Speck aus. Es folgten Lauchzwiebeln und das restliche Gemüse bis auf die Zucchini. Ich garte das Gemüse ca. 10 Minuten (normalerweise gibt man die Eimasse mit dem Gemüse in die Pfanne, aber ich befürchtete, dass Möhre und Sellerie in der Zeit nicht weich genug würden), rührte die Zucchiniwürfel unter und garte sie weiterte 5 Minuten mit. Dann heizte ich den Backofen auf 180°C mit Grillfunktion vor und gab die Eimasse in die Pfanne. Sie durfte bei geringer Hitze stocken. Als nur noch die Oberfläche leicht flüssig war, gab ich die Pfanne unter den Backofengrill und wachte mit Argusaugen vor der Tür. Die Frittata soll nur stocken, keinesfalls bräunen. Nach wenigen Minuten war die Frittata fertig. Inzwischen war auch Herr H. eingetrudelt. Er schnupperte neugierig und bereitete alsgleich einen schlichten griechischen Salat aus Tomaten, Gurke und roten Zwiebeln. Wenn man die Zeit erübrigen kann, empfiehlt es sich, die Zwiebelringe einzusalzen und eine halbe Stunde ziehen zu lassen. Sie werden dadurch viel milder.

Ich legte das eingefrorene Ciabatta in den noch warmen Backofen. Nach 15 Minuten war es aufgetaut und herrlich knusprig.

frittata6-klFazit: Ein fantastisches, schnelles Sommeressen. Ich bin normalerweise kein großer Fan von Eierspeisen, aber in Form einer Frittata kommen Eier(speisen) inzwischen mindestens einmal pro Woche auf den Tisch. Einfach nur mit Käse, nur mit Zwiebeln oder eben mit allem, was der Kühlschrank hergibt.

Wasser spielt in diesem Gericht zwar nur im Gemüse eine Rolle, aber auch das könnte ohne es ja gar nicht wachsen. Deshalb geht dieser Beitrag zu Uwes Event!

HighFoodality Blog-Event Wir kochen alle nur mit Wasser

Nachtrag: Das Ciabatta ist mit Sepiatinte gefärbt. Dabei ändert sich nur die Farbe, der Geschmack bleibt gleich.

Frei nach: Die klassische italienische Küche Marcella Hazan