Flammkuchen Suprême

flamm1-klSommertrüffel kannte ich bislang nur aus dem Glas und sie überzeugten mich seinerzeit im Gratin Dauphinois nicht wirklich. Herr H. hatte sich kürzlich in ein Bild verliebt und kurzerhand frische Sommertrüffeln aus Italien bestellt, ohne mir davon zu erzählen. Eines Abends kam er freudestrahlend nach Hause, bat mich, die Augen zu schließen und hielt mir etwas unter die Nase. Ich schnupperte. Hmm, der Geruch war mir zwar nicht sehr vertraut, aber herrlich intensiv pilzig.

trüffelserie-klLeider hatte ich schön öfter gehört, dass Sommertrüffel zwar herrlich duften, aber geschmacklich eher enttäuschend seien. Ich wandte mich vertrauensvoll an Claudia von Food with a view, wußte ich doch, dass sie bekennende Trüffelliebhaberin ist. Sie empfahl mir, die Trüffel fein zu hobeln oder zu hacken und sie vor dem Servieren entweder in heißer Butter zu schwenken oder über Nacht in einem Eigelbbett im Kühlschrank ruhen zu lassen. Ich wollte beides ausprobieren und zum Glück waren es zwei recht stattliche Exemplare, die Herr H. besorgt hatte. Der erste sollte einem Flammkuchen das gewisse Etwas verleihen.

Für den Lauchzwiebel-Trüffel-Flammkuchen (2 Flammkuchen ca. 30 x 40cm):

  • 200 g Weizenmehl 550er
  • 100 g Wasser
  • 3 g Salz
  • 4 g Hefe
  • 1 Pr. Zucker
  • 1-2 Lauchzwiebeln, in feine Ringe geschnitten
  • 100 g Crème Fraîche (oder mehr, nach Belieben)
  • Meersalz, schwarzer Pfeffer
  • 1/2 TL Zucker
  • 35 g frischer schwarzer Trüffel (ich: Sommertrüffel)
  • Trüffelöl nach Belieben (ich hatte keins)

zutatenserie-klDen Flammkuchenteig hatte ich bereits zwei Stunden vor dem Abendessen fertiggestellt. Dazu hatte ich alle Zutaten abgewogen und den recht festen Teig ca. 10 Minuten von Hand geknetet, bis er glatt und elastisch geworden war. Herr H. war inzwischen nach Hause gekommen und hocherfreut, dass er endlich zu seinem Luxusflammkuchen kam. Ich teilte den Teig in zwei gleich große Kugeln und rollte sie nacheinander auf der schwach bemehlten Arbeitsfläche ca. 2mm dünn aus. Herr H. hobelte den Trüffel mit unserem schärfsten Messer in hauchfeine Scheiben, gar nicht so einfach. Anschließend zerließ er einen Teelöffel Butter und schwenkte die Scheiben etwa 1 Minuten darin. Nun durften die Trüffelscheiben ca. eine halbe Stunde ihr Aroma in der Butter entfalten. Ich heizte den Backofen auf 250°C, bestrich den ersten Flammkuchen dünn mit Crème Fraîche, bestreute ihn mit Salz, Pfeffer, Zucker und den Lauchzwiebeln und buk ihn in 10 Minuten goldbraun.

flamm4-klFazit: Genial. Als der Flammkuchen fertig war, nahm ich ihn aus dem Ofen und drapierte die Trüffelscheiben darüber. Es duftete gar köstlich und ich wartete ungeduldig, bis Herr H. das gute Stück abgelichtet hatte. Wir teilten den Flammkuchen und nahmen gleichzeitig den ersten Bissen. Megaknusprig, ganz schwach süßlich, was perfekt zu den feinen Lauchzwiebeln passte und dann erwischte ich die erste Trüffelscheibe. Mund auf, Augen zu. Hinschmecken. Wow. Auch ohne zusätzliches Trüffelöl entfalteten die in Butter geschwenkten Sommertrüffel alles an Aroma, was ihnen möglich war. Ich habe leider keinen Vergleich, da ich noch nie einen schwarzen Wintertrüffel probieren konnte, aber schon der Sommertrüffel versetzte uns beide so sehr in Verzücken, dass wir uns gegenseitig noch Tage später immer wieder an den Flammkuchen erinnerten. Weißt du noch? Jaa, der war soo köstlich…

Frei nach: Der große Lafer Backen Johann Lafer

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20 Gedanken zu „Flammkuchen Suprême

  1. Habe gerade den Flammkuchen verspeist, der macht glücklich! Obwohl ich den Teig 5(!) Tage im Kühlschrank vergessen habe, war er überwältigend gut, oder vielleicht gerade weswegen?

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  2. Ah, das Flammkuchenfieber ist ansteckend. Wie gut, dass die Symptome bei jeder anders ausfallen ;-) Tolle Variante! Der Duft entsteht schon beim Anschauen…

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  3. *zappel* Ich freu mich schon total auf den Trüffelmarkt, den wir jeden Herbst in Wien haben. Letztes Jahr habe ich auch Sommertrüffel gekauft und die waren fein. Klar, nicht so intensiv wie eine weiße Trüffel aus Alba, aber im Preis-Leistungsverhältnis doch wirklich okay.

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  4. Sieht sehr lecker aus! Ich sollte wohl mal Sommertrüffel probieren, wenn der nicht so intensiv ist…

    Ich mag Trüffelbutter, auch mit Frischkäse fand ich ihn lecker, aber beim italienischen Schwiegervater in der Pasta ist er mir „zu viel“…

    Vielleicht mögt Ihr hier mal reinschauen, da dürfte ich mich bei der Kulinart mal durch das Sortiment probieren – sehr lecker!!!

    http://www.dietrueffelmanufaktur.eu/

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    • Ohne deine Hilfe wäre ich aufgeschmissen gewesen! Vielen Dank nochmal dafür, Claudia. Der Flammkuchenteig ist übrigens schwer empfehlenswert – auch ohne Trüffel. Hatte noch nie so einen knusprigen und er ist wirklich leicht zu machen. :-)

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