Spargel, gut versteckt

SpargellasagneEs hätte mich stutzig machen müssen, dass es in Lafers Kochbuch* kein Foto der fertigen Lasagne gibt. Aber da ich zur Zeit in Spargel schwelge, ich könnte ihn wirklich jeden Tag essen, und alle möglichen Zubereitungsarten testen muss, entschied ich mich dafür, die grün-weißen Stangen in einer Lasagne zu verstecken.

Für die Spargel-Lasagne mit Zitronenthymiansauce:

  • 8 Stangen grüner und 4 Stangen weißer Spargel, geschält
  • 1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschniten
  • 27 g Butter und 25 g Mehl
  • 200 g Spargelkochwasser
  • 200 g Vollmilch
  • Salz, Pfeffer, 1 Pr. brauner Zucker
  • 1 EL Zitronenthymian, gehackt
  • Saft und Schale 1/2 unbehandelten Zitrone
  • 100 g roher Schinken, in dünne Streifen geschnitten
  • Parmesan nach Belieben
  • 1 Portion Lasagneblätter nach diesem Rezept

Während ich den Spargel schälte und die holzigen Enden entfernte, schnippelte Herr H., wie inzwischen üblich, die restlichen Zutaten. Ich kochte zunächst den weißen Spargel 5 Minuten und gab dann den grünen Spargel hinzu und ließ beide gemeinsam noch 6 Minuten kochen. Das Spargelkochwasser goss ich anschließend in eine Schüssel. Dann zerließ ich die Butter in einer Stielkasserole, schwitzte das Mehl kurz darin an und zog die Kasserole vom Herd. Unter heftigem Rühren mit dem Schneebesen goss ich zunächst das Spargelkochwasser und danach die Milch an. Ich zog die Kasserole wieder auf die Platte, schmeckte mit Salz, braunem Zucker und Pfeffer ab und ließ die Sauce 15 Minuten köcheln. Zuletzt gab ich Zitronensaft, abgeriebene Zitronenschale und den gehackten Zitronenthymian hinein, schmeckte erneut ab und staunte. Köstlich! Mein neuer Spargelsaucenfavorit!

Herr H. hatte inzwischen den Backofen auf 190°C vorgeheizt und die Auflaufform mit Olivenöl ausgestrichen. Zuerst bedeckte ich den Boden der Form mit Lasagneblättern. Darüber strich ich die Sauce und legte die Spargelstangen abwechselnd hinein. Darauf kam eine weitere Schicht Sauce, eine Lage Lasagneblätter, Sauce, 2 grüne Spargelstangen in Stückchen, Schinken, die letzte Lage Lasagneblätter, Sauce und Parmesan. Fertig!

LasagneserieNach gut 30 Minuten zog ein betörender Duft durch die Küche. Wir hatten inzwischen aufgeräumt und frittierte Artischocken und ein Glas Wein genossen. Das liebe ich an Ofengerichten so sehr! Während sie vor sich hin garen, kann man alles mögliche erledigen und danach entspannt genießen.

Ich nahm die Lasagne aus dem Ofen und ließ sie 10 Minuten abkühlen. Danach versuchte ich, mit einem schafen Messer ein Stück aus der Form zu entnehmen. Aber, ach, ich hatte den Spargel scheinbar nicht sorgfältig genug geschält (kann man ihn überhaupt so perfekt schälen?) und konnte kein schönes Stück abschneiden, die Stangen flutschten hinaus…

Spargellasagne 3Fazit: Die Idee, Spargel in einer Lasagne zu verstecken ist gut. Pasta schmeckt großartig zu Spargel und die fein säuerliche Sauce harmonierte perfekt mit dem Ganzen. Optisch ist das Gericht allerdings schwierig. Ich würde den Spargel beim nächsten Mal in kleinere Stückchen schneiden und auch wesentlich mehr Spargel verwenden. Wir wurden nur satt, weil es die frittierten Artischocken bereits als Vorspeise gab.

*sehr frei nach (Lafer verwendet u. a. Kerbel für die Sauce, stelle ich mir auch sehr stimmig vor, hatte ich aber nicht zur Hand):

Der große Lafer Johann Lafer

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38 Gedanken zu „Spargel, gut versteckt

  1. Pingback: Das Veto | Kochpoetin

  2. Da stimmt was nicht mit der Zeiteinstellung….wir essen nie vor halb sieben (schaff ich nicht, will ich auch nicht), und an dem Tag war es später – um halb sieben hab ich grade Töchterchen abgeholt….

    • Stimmt, ist mir bei der Timerfunktion beim Veröffentlichen schon aufgefallen…es gibt scheinbar keine Sommerzeit. Ihr esst also auch abends warm? So richtig mit der ganzen Familie, sehr sympathisch! 🙂

  3. Pingback: Erdbeerschnitte, gefroren standhaft | Kochpoetin – In jedem Gericht ein Gedicht

  4. Ich verzweifle grundsätzlich an Pasta-Fotos. Lasagne ist dabei aber wirklich auch noch mal eine Stufe schlimmer! Deine Fotos finde ich sehr appetitlich. Und die Schritt-für-Schritt-Anleitung ist total hilfreich. Toll, jetzt hab‘ ich Hunger!

  5. Ich finde ja auch, dass Pasta mit Spargel ganz toll ist, und Deine Lasagne klingt sehr spannend! Die zitronige Sauce vor allem, mmmmh… Und mal wieder alles selbstgemacht bis zu den Teigblättern, toll. Was die Optik betrifft, mach Dir nichts draus, so ziemlich alle Auflauf-Schichtgerichte sind ein nicht ganz so leichtes Foto-Sujet. Man braucht unter anderem mehrere Schichten und eine etwas kompaktere Füllung, sonst wird das schwierig.

    • Danke, ja, normalerweise sind meine Lasagnen auch eher kompakter und folglich nicht so schwer abzulichten… am schlimmsten war es, dass der Spargel beim Herausheben der Stücke einfach wegflutschte… aber egal. Wir haben jetzt übrigens eine Tageslichtlampe. Bin mal gepannt, wie sich das auswirken wird. Herr H. muss sich da aber erstmal reinfummeln.

  6. Ich ess auch fast täglich Spargel. Ich kann einfach nicht anders. Heute Abend schon wieder… Deine Lieblingsspargelsauce könnte auch meine werden, wenn ich mal von der Hollandaise lassen kann. 😉 Dein Making-Of ist wirklich spitze, es reicht ja, wenn das Ergebnis schmeckt.

  7. Spargel jeden Tag essen. Jaaahhh! Geht mir genauso wie dir. Zu Beginn jeder Spargelsaison genieße ich das Gemüse erst ein paarmal eher pur mit feinen Sößchen – bis ich dann nach und nach dazu übergehe, ihn in Risotto oder andere Grundgerichte einzubetten. Lasagne hatte ich noch nicht. Deine Version liest sich aber sehr lecker und ruft nach Nachmachen 😉
    Nebenbei: Hast du wirklich die Butter auf 27 g genau abgewogen? Wow.

    • 🙂 Ja, ich habe einen Abwiegespleen, obwohl mir schon klar ist, dass man durch um- und abfüllen wieder Verluste hat. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, vielleicht kommt es auch daher, dass ich im Grunde meines Herzens eher „Bäckerin“ bin und da ist es unerläßlich… Viel Spaß beim Testen!

  8. Jaja, des Johanns Fotograf wußte warum ;)?
    Lasagne läßt sich allgemein sehr bescheiden fotographieren – am besten gehts noch, wenn sie ausgekühlt ist. Aber ich zweifle keine Sekunde, dass die Laffi-Lasagne super lecker war!

  9. Lasagne….ist meist eine herrliche Sache und fototechnisch fast immer blöd. Immer öfter geht es mir bei wirklich leckeren Sachen so, dass ich mir hinterher denke: „Jetzt weiß ich, warum davon kein Foto im Buch ist“ . Aber die Lasagne werde ich am Wochenende machen – dank deiner Warnung mit in Stücke geschnittenem Spargel 😉

    • Stimmt! Und manchmal sind Fotos von Gerichten in Büchern, bei denen man beim Betrachten schon ahnt, wie sie „geschönt“ wurden… aber egal. Hauptsache, es schmeckt und das tat es 🙂 Sag‘ mal Bescheid, wie deine Lasagne geworden ist!

  10. Ich würds trotzdem essen 😉 Es gibt einfach Sachen die total bescheiden zu fotografieren sind, auch wenn sie noch so gut schmecken!

    Wir hatten letzten Jahr Spargel-Cannelloni, auch sehr lecker und genauso blöd zu fotografieren. Vielleicht etwas besser auf den Teller zu bekommen, da man 4 Spargel zusammen einrollt.

    Ich muss auch endlich mehr Spargel kochen!

    • Oh, Canneloni, auch eine schöne Idee! Bist du etwa noch nicht im Spargelwahn? Ich esse so viel ich kriegen kann bis es mir über ist und dann kann ich problemlos auf die nächste Saison warten 🙂

      • Hier gibt es schon einiges an Spargel, aber irgendwie kommt er mir so teuer vor… ER hat sich aber schon beschwert, dass es mehr Spargel geben muss – wir legen nächste Woche los, aber so richtig 😉

      • Das macht! 🙂 Also ich habe letzten Samstag auf dem Markt 6€/Kilo für Bio-Spargel und fand das durchaus angemessen… aber vielleicht in in Hamnurg das Angebot größer als die Nachfrage.

  11. Alle schwelgen in Spargel und mein Bauer kann wegen des schlechten Wetters immer noch nicht ernten. *Verzweiflung* Ich geh jetzt aus Frust zwei Bund aus Italien oder Spanien oder Griechenland oder sonstwoher kaufen. Spaaargel, ich kooooommmmeee….

  12. Als ich die Bilderfolge sah, wie Du den Spargel in die Form geschichtet hast, habe ich wortwörtlich gedacht: «Na, da bin ich ja gespannt, wie sie das dann zum Schluss rausgeschöpft hat!»

    Ich glaube nicht, dass Du den Spargel schlecht geschält hast. Aber der hat nun mal Längsfasern und die trennt man nicht so leicht durch. Auf dem Teller geht das, aber in einer Auflaufform… Die Lösung sind dann halt wirklich so 5cm-Stücke. Sieht ja unter den Lasagneblättern kein Mensch, dass der Spargel schon kleingeschnitten ist.

    • 😀 Im Kochbuch gibt es halt ein Bild, wie die Stangen so hübsch abwechseln geschichtet sind und irgendwie springe ich immer mehr auf Bilder an und schalte dann das Denken aus… Geschmeckt hat es ja sehr gut, nur eben so richtig schön sah es nicht aus. Egal. Jetzt bin ich schlauer. 🙂

  13. Ha – liest Du Gedanken? Habe vor wenigen Minuten überlegt, dass ich gerade unheimlich Lust auf Lasagne hätte – und auf Spargel… ich speichere da shier also mal… 🙂
    Herzlichen Dank & viele Grüße!

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