Flachgelegt: Spargel auf grünen Bett

spargelAls Kind der Siebziger hätte ich mir niemals träumen lassen, dass ich jemals Nietenhosen tragen würde, diese steifen, engen Beinkleider. Ähnlich verhielt es sich mit meinen Nahrungsmittelvorlieben. Schnitzel, Pommes oder notfalls Kroketten und ansonsten, alles was süß genug war. Gemüse – bäh. Inzwischen trage ich sowohl Jeans und ich esse tatsächlich am liebsten Gemüse. Schon seltsam, wie man sich verändert. Die Ankunft des ersten heimischen Spargels wird seit Jahren sehnsüchtig erwartet. Letztes Wochenende war es endlich soweit. Ich ergatterte ein halbes Kilogramm zu einem einigermaßen akzeptablen Preis. Und dieser erste Spargel wollte natürlich gefeiert werden. Wir überlegten hin und her und beschlossen schließlich, etwas eigenes zu probieren.

Für das Spinat-Kartoffelpüree:

  • 500 g mehligkochende Kartoffel, in der Schale gar gedämpft
  • 125 g frischer Spinat (TK geht natürlich auch oder anderes Grünzeug)
  • 1/2 Knoblauchzehe mit 1/2 TL Meersalz gemörsert
  • 150 g Milch
  • 50 g Sahne
  • 30 g Butter
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Muskat, frisch gerieben

Ich dämpfte die Kartoffeln in der Schale innerhalb einer halben Stunde gar. In der Zwischenzeit pürierte ich den Spinat mit Milch, Sahne, den Gewürzen und der gemörserten Knoblauchzehe. Ich pellte die heißen Kartoffeln und gab sie durch die Presse mit der Butter zu dem Spinatpüree, vermengte alles kurz und stellte den Topf in den auf 50°C vorgeheizten Backofen.

Herr H. schälte den Spargel (500 g) und gab ihn mit wenig Wasser in einen großen Topf. Eine Prise Salz, etwas Zucker und in gut 10 Minuten war der Spargel gar und durfte abgedeckt ebenfalls in den Backofen. Ich kümmerte mich derweil um die Sauce.

Für die Kurkuma-Senf-Dill-Sauce:

  • je 20 g Mehl und Butter
  • 1/4 TL Kurkuma
  • 1 TL scharfer Djionsenf
  • 1 TL Ahornsirup
  • 300 – 400 g Spargelkochwasser
  • Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Dill nach Belieben (ich: 3 EL)

Ich zerließ die Butter in einer Stilkasserolle, rührte das Mehl mit dem Schneebesen unter und zog den Topf von der Platte. Dann rührte ich die Mehlschwitze mit etwas Spargelwasser glatt, gab die Gewürze hinein und stellte den Topf wieder auf die Platte. Nach und nach rührte ich das restliche Wasser unter und ließ die Sauce noch 15 Minuten offen köcheln. Schmeckte noch einmal ab, streute den Dill hinein und fertig war eine sehr schmackhafte Sauce. Ich bettete den Spargel auf seine grüne Ruhestätte und garnierte mit etwas Räucherlachs und Sauce.

spargelFazit: Besonders von dem Spinat-Kartoffelpüree waren wir schwer begeistert. Die zarte Knoblauchnote unterstrich den feinen Spinatgeschmack und das Püree war schön locker und cremig. Der Spargel war perfekt geschält, nicht ist ärgerlicher als Schalenreste zwischen den Zähnen, und die Sauce dazu ein echter Bringer. Zum Glück hat die Spargelsaison gerade erst begonnen und es liegen noch 5 genussreiche Wochen vor uns.

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25 Gedanken zu „Flachgelegt: Spargel auf grünen Bett

  1. Pingback: Lachs mit Evas Sauce | mittagbeimutti

  2. Sauce schmeckt schon! Ich bin doch nicht mehr los und muss mir Boardmitteln arbeiten. Meine Sauce ist viel gelber. Vielleicht poste ich es gleich, dann kannstes sehen! 😉

    • Herrlich! Boardmittel kommen hier auch häufig zum Einsatz und Herr H. mault, „was ist denn so schwer daran, sich ein Rezept auszusuchen, dafür einzukaufen und es dann zu kochen?“ – die Entscheidung für ein bestimmtes Rezept natürlich 😉

  3. Ich hatte heute schon überlegt, ob ich an so einem Erdbeerhäuschen stehen bleiben soll. Habe es mir aber doch verkniffen. Jetzt werde ich mich doch aufmachen, am Schlump ist Markt. Deine Sauce reizt mich sehr! Ich mach ja gerne Hollandaise, da kann man doch auch mal Sirup, Dill und Kurkuma reingeben, oder? ich mach das mal. Deine Bilder sind toll.
    Nach eurer Konversation und den Farben der Bilder fällt mir ein, dass ich in den 70ern einen ganz schlimmen kratzigen von Omi selbst gestrickten grün-gelb geringelten Poly-Pulli anziehen musste, der so eng am Hals war, dass ein Reißverschluss im Nacken angebacht war. Ganz böse…. dazu trug ein eine giftgrüne Cordhose, die fand ich allerdings schick:)

    • 🙂 Ich bestand früher förmlich aus Zucker (+ Fett und meine Figur entwickelte sich dadurch auch nicht positiv, aber irgendwann habe ich die Kurve bekommen…)

  4. Wunderbar! Ich liebe es, wenn die Kartoffeln gedämpft sind, dann bleibt wenigstens Geschmack!
    Muss ich schnellstens ausprobieren, die Mischung aus Spargel und Spinat ist sicherlich sehr lecker!

  5. Ein sehr hübsches (und sicherlich sehr schmackhaftes) Bett hast Du dem ersten Spargel da bereitet! Mmmmh….
    Nietenhosen, herrlich. Wie hast Du das geschafft, in den 70ern keine Jeans zu tragen ;-)? Die waren ja eigentlich unverzichtbar, mit Schlag und im Verbund mit grün-orange gestreiften selbstgestrickten Pullovern, grusel…

    • Ja, das Bett war fast besser als sein Insasse… Mit 10 stand ich auf Cord- und fiese Polyesterstoffhosen mit viieel Bewegungsfreiheit und dann waren die 70iger ja auch schon vorbei (in der Schule war ich nicht sonderlich beliebt, ob das auch an meiner unmöglichen Kleidung gelegen haben kann? 😉 Selbst gestrickte Pullis kamen später, immer in XL mit Jeans, Halstüchern und Camelboots…)

      • Doppelkreisch, die Polyester-Stoffhosen kenne ich auch noch, und Cord-Latzhosen, halleluja ;-). Spargel mochte ich damals übrigens gar nicht, das war in meinen Augen ein garstiges Gemüse.

      • Die Polyesterhosen hatten vorn eine Falte, wenn ich mich recht erinnere *grusel* und Spargel habe ich gehasst (und alles was grün und nicht süß war, war mir zutiefst suspekt 😉 Erbsen und Möhren aus der Dose waren gerade noch akzeptabel, wie konnte ich bloß überleben?)

  6. Jaja, man muss die (kulinarischen) Feste feiern wie sie fallen!!
    weißer Spargel und was Grünes, das mag ich auch. Ich hab letztens ein hellgrünes mildes Pesto aus Brennesseln zum gebratenen Spargel gemacht.
    lg

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