Thai-Fischküchlein mit grünem Reis

bällchenIch habe seit einigen Wochen so viele Kochbücher zu Gast, dass ich manchmal am frühen Abend verzweifelt vor dem Kühlschrank stehe und absolut nicht weiß, was ich kochen will. Zum Glück ist Herr H. stukturierter veranlagt und markiert mir Gerichte, die er gern essen möchte, mit kleinen weißen Zetteln. Einer steckte auf Seite 34 bei den Fischküchlein mit grünen Bohnen**. Und da ich gerade einen viel versprechenden grünen Reis, in dessen Broschüre stand, er sei ein perfekter Begleiter für Fischgerichte, von Dorothée bushcook (danke nochmal!) geschickt bekommen hatte, den ich unbedingt kosten wollte, entschied ich mich für die Fischküchlein.

Für die Fischküchlein (1/2 Menge):

  • 250 g Weißfischfilet, gehäutet und gewürfelt (ich hatte keinen Süßwasserfisch und nahm Kabeljaufilet)
  • 1 TL Fischsauce
  • 1,5 TL Maisstärke
  • 1/2 Ei, verschlagen
  • 3 Kaffirlimettenblätter, Mittelrippe entfernt
  • 25 g grüne Bohnen, in dünne Scheiben geschnitten

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Chilipaste (es ginge auch fertig gekaufte rote Currypaste):

  • 1 getrocknete 12 cm lange rote Chili, entkernt, gehackt, 2 Minuten in heißem Wasser eingeweicht
  • 4 cm Zitronengras, fein geschnitten
  • 1,5 Knoblauchzehen, grob gehackt
  • 1 Schalotte, grob gehackt
  • 1 Korianderwurzel, geputzt und fein gehackt

Ich verarbeitete die Zutaten für die Chilipaste mit dem Zauberstab zu einer glatten Paste und gab diese mit den anderen Zutaten, bis auf die Bohnenscheiben, in den Blitzhacker. Nach kurzem Hacken gab das eine noch recht feuchte Masse. Herr H. meinte, dass sich daraus ganz gewiss keine zusammenhaltenden Küchlein formen ließen, also gab ich mit den Bohnenscheiben noch 1-2 EL frisch geschreddertes Paniermehl hinzu.

bällchenIm Kochbuch wird zu den Fischküchlein ein Gurkenrelish und Reis serviert.

Für das Gurkenrelish:

  • 150 ml weißer Reisessig (das kam mir arg viel vor, ich nahm 75 ml)
  • 2 TL Zucker
  • 1/4 TL Salz
  • 10 cm Salatgurke, geschält, geviertelt, fein geschnitten
  • 1 Möhre, geschält, längs geviertelt, fein geschnitten
  • 1 Schalotte, fein geschnitten
  • 1 längliche rote Chili, entkernt, fein gehackt

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Ich kochte den Essig mit Zucker und Salz kurz auf, bis sie sich aufgelöst hatten. Herr H. schnitt derweil filigrane Gemüsestückchen. Diese Aufgabenteilung kristallisiert sich immer mehr heraus. Unsere Ansprüche sind einfach zu verschieden. Letzte Woche kam er abends einmal nach Hause, musterte das von mir geschnittene Gemüse und sagte kopfschüttelnd mit einem Augenzwinkern, das hättest du aber feiner schneiden können.

Nachdem die Essigmischung abgekühlt war, gab ich sie über das Gemüse und ließ es mit gelegentlichem Umrühren eine gute Stunde ziehen.

bällchenWährend Herr H. die Fischküchlein vorsichtig in heißen Erdnussöl briet, kümmerte ich mich um den Reis. Links auf dem Bild befindet sich mein üblicher Tilda Basmatireis, rechts der Green Bambo Reis. Vor dem Kochen optisch deutlich grün. Ich gab 100 g mit 200 ml Wasser in meinen Reiskocher. Der kochte ihn für mich. Als ich nach 40 Minuten den Deckel lupfte, war die Enttäuschung groß. Er war fast genauso weiß, wie normaler Basmatireis. Nun gut, dachte ich, er wird sicher ganz besonders fein schmecken, da er doch „durch die Anreicherung mit biologischem Bambustee-Extrakt ein herbales, frisches Aroma“ erhalten hatte. So versprach es jedenfalls die mitgelieferte wunderschön gestaltete Hochglanzbroschüre.

bällchenFazit: Fischküchlein und Relish schmeckten uns sensationell gut, obwohl Herrn. H. die Schärfe doch etwas zu schaffen machte. Und der Reis? Der schmeckte wie Basmatireis. Herr H. meinte, da er es wisse, könne er eine zarte Bambusteenote im Hintergrund erschmecken. Mir ist sie nicht aufgefallen (und Andy von lieberlecker scheint es ähnlich gegangen zu sein). Mein ganz normaler Basmatireis schmeckt mir wesentlich besser. Er duftet so intensiv, dass mich sein Geruch noch am nächsten Morgen in der Küche erfreut.

*grüner Reis: Spirit of Bamboo Green, Latao

**Thailändisch kochen Oi Cheepchaiissara

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29 Gedanken zu „Thai-Fischküchlein mit grünem Reis

  1. So ähnliche mache ich oft mit Flusskrebsen, vielleicht sogar nachher noch 😉 mit Fisch möchte ich das auch gerne mal ausprobieren!
    Wünsche ein schönes Wochenende 🙂

  2. Obwohl Vegetarierin, esse ich ab und zu mal gern ein wenig Fisch – den musste ich mir allerdings wegen einer frisch erworbenen Histaminintoleranz in den vergangenen 12 Monaten verkneifen. Doch oh Wunder – Schritt für Schritt vertrage ich wieder immer mehr. Gestern traute ich mich, auswärts Fisch zu essen. Keine Kollateralschäden zu beklagen. Also steht dem Versuch deiner leckeren Küchlein nichts im Wege 😉

    • Oh, das ist blöd. Ich vertrage zum Glück „nur“ Krustentiere nicht (und bis auf frische Nordseekrabben vermisse ich sie auch nicht). Was hast du dagegen getan? Apropos, die Küchlein gehen sicher auch mit Tofu statt Fisch 🙂

      • Veganer/innen müssen jetzt weghören: Meine Histaminintoleranz begann langsam aber stetig zu schwinden, nachdem ich wieder angefangen hatte, „echte“ Milchprodukte wie Quark, Käse und Joghurt zu essen. Deshalb mag ich wohl momentan auch Tofu nicht so gern 😉

      • 🙂 Danke für die Info. Ich esse ja alles gemischt, vielleicht bekommt mir das Soja so besser. Kannst du dann etwa auch keinen Rotwein trinken? (von wegen Histamin)

      • Falsche Frage 😉 Unter dem Rotweinverzicht leide ich sehr. Nachdem ich gestern den Fisch wieder vertragen habe und auch Bitterschokolade keine Probleme mehr macht, bleiben jetzt noch Rotwein, reifer Kuhmilchkäse, Walnüsse und Ruccola, die ich noch nicht wieder getestet habe. Aber der Rotwein wird als nächstes ausprobiert – dazu muss ich einen Abend abwarten, der so weit entfernt von einem beruflichen Termin ist, dass ich notfalls ein paar Tage Migräne zuhause auskurieren kann.

      • Verzeih! Das ist wirklich richtig hart – ein Leben so ganz ohne Rotwein (und Bitterschokolade, andere mag ich gar nicht mehr…) und dass du dann möglicherweise Migräne davon bekommst, nicht schön. Aber irgendwas ist eben immer. Ich drück‘ dir die Daumen, dass es bald wieder klappt! 🙂

    • Phuuu, Sachen gibt’s… Scheiss-Allergien. Als ich Deinen Kommentar las, ist mir grad bewusst geworden, wie pratkisch das ist, keine Allerigen zu haben. Unsereiner geht ja irgendwie total easy an alle Lebens- und vor allem Genussmittel ran. Drücke Dir die Daumen, dass Du die Histaminintoleranz einigermassen in den Griff kriegst.

      • Lieben Dank für deinen Zuspruch 🙂 Ja, sowas ist wirklich ätzend – ich hatte bis vor einem Jahr auch überhaupt nie irgendwelche Allergien. Allerdings ist diese Histaminintoleranz keine Allergie im engeren Sinne – mir fehlt(e) das Enzym, das man braucht, um Histamin abzubauen. Die „Giftliste“ war lang: Ich konnte z.B. auch keine Tomaten, Avocados, Hefe, Weizen, Zitrusfrüchte vertragen. Das war ziemlich unlustig. Aber das meiste geht glücklicherweise wieder.

      • Interessant zu lesen, liebe Antje, danke fürs Teilen dieser Infos! Mir wurde auch mal wieder bewusst, wie angenehm es ist, diese Unverträglichkeiten nicht zu haben… Auf manches kann man ja eine Weile verzichten, aber es gelüstet einen dann doch immer nach den Sachen, die man nicht darf… Histaminintoleranz ist so fies, weil es die richtig guten Sachen sind, die man nicht mehr darf/kann. Umso besser, dass vieles wieder geht! Das habe ich jetzt schon von einigen gehört, nach einiger Zeit ging’s wieder, woran auch immer das liegt. Ich drücke Dir die Daumen, dass es bald noch besser wird, und irgendwann wieder richtig gut!!!

  3. Ja, es kann doch ein Vorteil sein, mit einem (Ex-)Geodäten verheiratet zu sein – eine gewisse Pingeligkeit hilft beim Gemüseschneiden gerade bei asiatischen Rezepten doch ungemein…
    Ich freue mich immer sehr auf und über Deine kleinen Kochpoesien (und irgendwann setze ich auch mal so einen Sauerteig an!)
    Viele Grüße auch an Herrn H.!

    • Sönke, schön, dass du mal was sagst 😉 Herr H. grüsst zurück und lässt ausrichten, einmal Geodät, immer Geodät 🙂 Und einen Sauerteigableger (Roggen oder Weizen) würde ich dir jederzeit übergeben! Liebe Grüße an den Rest!

  4. Das sieht klasse aus! Sag mal, hast du da ungekochte grüne Bohnen reingeschnippelt? Ich dachte immer, das wäre nicht so gesund, oder sind die nach dem Braten durch? Kann man sonst auch Zuckerschoten nehmen, was meinst du? Dann nehme ich mir genau diese kleinen Freunde für nächste Woche mal vor!!

  5. Danke für das schöne Rezept. 25 g grüne Bohnen – da kann man wahrscheinlich an einer Hand abzählen, wie viele Stücke das sind, oder?
    Bei Basmati bin ich eigen, da ess ich nur Tilda. Ich probiere zwischendurch immer wieder andere Sorten und komme immer wieder auf Tilda zurück.

    • Danke. Eine kleine Handvoll grüner Bohnen waren es schon :-), war ja auch nur die halbe Rezeptmenge. Und ja, einen besseren Basmati als den von Tilda hab‘ ich noch nie gegessen!

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