Gado Gado, ein bisschen von allem

gadoGekochtes und rohes Gemüse, serviert mit einer unwiderstehlichen Erdnußsauce, garniert mit frittiertem Tofu, Tempeh und Ei. Ein Rezept* aus Jakarta, Indonesien, um das ich seit einer Weile herum geschlichen bin. Klang interessant, aber irgendwie nicht aufregend genug. Am Wochenende musste ich dann meine Kochpläne aufgrund von Zeitmangel spontan umstellen und erinnerte mich. Gado Gado also. Herr H. war zwar von der Vorstellung, rohes und gekochtes Gemüse gemeinsam zu verzehren nicht besonders angetan. Es gibt wirklich nicht mal eine Handvoll Dinge, die er nicht mag. Kalter Salat mit warmen Beilagen ist leider eins davon. Er nahm dennoch den inzwischen vertrauten Platz am Schneidebrett klaglos ein.

Für das rohe Gemüse:

  • 1/2 Salatgurke, geschält, entkernt, in feine Stifte geschnitten (ich: 1/3)
  • 4 Cherrytomaten, in Spalten geschnitten
  • 4 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten (ich: 2)
  • 1/2 rote Spitzpaprika, in feine Streifen geschnitten (ich: eine ganze)
  • 2 Romanasalatherzen (ich: weggelassen)

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Für das gegarte Gemüse:

  • 100 g Mungbohnensprossen, mit kochendem Wasser übergossen, abgetropft
  • 100 g grüne Bohnen, gedämpft (ich: weggelassen)
  • 1/2 kleiner Blumenkohl, in Röschen geteilt, gedämpft (ich: eine gute Handvoll Rosenkohl, gedämpft, halbiert)
  • 2 mittelgroße Kartoffeln, gedämpft, in Scheiben geschnitten
  • 2 mittelgroße Möhren, gedämpft, in Scheiben geschnitten
  • (ich: eine Handvoll braune Champignons, ganz langsam in Erdnussöl gebraten)

Ich dämpfte derweil Kartoffeln und Möhren in ca. 30 Minuten gar und gab während der letzten 10 Minuten den Rosenkohl mit hinzu. Während die Champignons langsam vor sich hin brutzelten, kümmerte ich mich um sie Sauce.

Für die Sauce:

  • 250 g geschälte, geröstete Erdnüsse (ich: 70 g)
  • 2 Knoblauchzehen, geschält, halbiert (ich: 1 kleine)
  • 2 EL gehackter Palmzucker (ich: 1 geh. TL)
  • 1 EL Apfelessig (ich: Limettensaft)
  • 3 EL dunkle Sojasauce (ich: 1,5)
  • 4 TL Sambal Olek (ich: reichlich Tabasco, habe die Tropfen nicht gezählt)
  • 1/2 TL Cayennepfeffer (ich: weggelassen)
  • 1 Dose Kokosmilch, 400 ml (ich: 130 ml)

gadoIch gab alle Saucenzutaten in den Mixer und zerkleinerte sie. Das dauerte einige Minuten und einige winzige Nußstücke weigerten sich beharrlich. Danach erwärmte ich die Sauce bei schwacher Hitze in der Pfanne, bis sie heiß und etwas dunkler geworden war. Dabei dickte sie für meinen Geschmack etwas zu stark ein, also gab ich noch etwas Gemüsedämpfwasser hinzu. Probierte und, wow, was für eine geniale Geschmackskombination und das (fast) ohne Beigabe jeglicher Gewürze!

Für die Garnitur:

  • 4 hart gekochte Eier (mag ich absolut nicht, weggelassen)
  • 100 g fester Tofu, gewürfelt und knusprig gebraten (ich: weggelassen)
  • 100 g Tempeh, in Scheiben geschnitten, knusprig gebraten (ich: 200 g, frittiert)
  • 1 mittelgroße Zwiebel, in dünne Scheiben geschnitten, frittiert

Todesmutig erhitzte ich eine nicht unerhebliche Menge Rapsöl in meiner Wokpfanne. Ich hatte noch nie zuvor etwas frittiert, zum einen, weil ich keine Dunstabzugshaube habe und jeglicher Geruch sich in kürzester Zeit nicht nur in der Küche breit macht und zum anderen, weil ich nicht wusste, was ich mit der benutzten Ölmenge hinterher anstellen sollte, denn das Öl schmeckt immer nach dem, was darin, frittiert wurde. Aber ich musste einfach wissen, wie sich das Frittieren auf den Geschmack des Tempeh auswirkt. Und es hat sich gelohnt. Er wurde dadurch richtig knusprig und saugte sich nicht so stark mit Öl voll wie beim Braten, auch wenn das kaum vorstellbar ist. Das Frittieren der Zwiebeln erwies sich als schwieriger. Erst passierte eine ganze Weile nichts und dann waren sie innerhalb weniger Sekunden fast schwarz.

gadoFazit: Herrn H.s anfängliche Skepsis wich großer Begeisterung. Die Kombinationsmöglichkeiten waren schier grenzenlos und jeder Bissen offenbarte Überraschendes. Die Erdnuss-Kokos-Sauce, der Limettensaft nimmt ihr die Schwere, ist wirklich absolut unwiderstehlich und verbindet die einzelnen Gemüsezutaten zu einem Ganzen, das größer ist als die Summe seiner Teile. Unbedingte Nachkochempfehlung! Man kann den Tempeh auch weglassen.

* Nach: Vegetarische Rezepte der Welt Celia Brooks Brown

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23 Gedanken zu „Gado Gado, ein bisschen von allem

  1. Oh, den Tempeh wegzulassen wäre wirklich schade, der ist so schön knackig-knusprig wie man Tofu nie hinbekommt. Einfach superlecker! Ich habe Gado-gado auf Bali kennengelernt und mag es gern – aber ohne Tempeh wäre das nix.

  2. Pingback: Alle lieben Potstickers | Kochpoetin – In jedem Gericht ein Gedicht

  3. So, nun schaue ich auch endlich mal nach Deiner Erdnuss-Sauce. Die klingt sehr lecker und sehr machbar! Palmzucker schmeckt ein bisschen malzig-karamellig, sagt Wikipedia. Da könnte ich also auch meinen Agaven-Dicksaft nehmen, der hat auch so ein Aroma und ist nur leicht süß. Oder was meinst Du? Muss ich ganz bald ausprobieren!

    • Ja, das geht bestimmt mit Agavendicksaft und ich hab’s grad gestern nochmal gemacht und sogar meine Oma, die eigentlich sonst sehr klassisch deutsch ist, war schwer angetan 😉

  4. warum Zucker weggelassen? Ich hab zuerst darauf vergessen und die Sauce dann ohne Zucker für sehr gut befunden. Vor Jahren hab ich einmal eine Fertigsauce gegessen, original aus Bali importiert, und die hat eigenartig süß geschmeckt, nicht so meins.
    lg

  5. Solche Essen mag ich sehr gerne. Nur mit dem Begriff „Gado Gado“ konnte ich nichts anfangen und musste ihn erst einmal googeln.
    Mit indonesischer Küche kenne ich mich ja überhaupt nicht aus. Da wäre dein Gericht ein guter Start, mal in eine andere Länderküche hineinzuschnuppern.
    Liebe Grüße,
    Mari

      • Die Sauce gefällt mir sehr!!
        Vor allem wegen der geriebenen Erdnüsse statt fertigem Erdnussmus, und ich hab den Zucker weglassen und mehr Knoblauch (und Ingwer) genommen.
        Die wirds jetzt öfter geben… mit allen möglichen Grünzeugkombinationen

      • Freut mich, dass sie dir gefällt! 🙂 Mehr Grünzeug gibt‘ s bei uns zur Zeit auch immer öfter. Wieso hast du das bisschen Zucker weggelassen?

  6. Aha, da ist er wieder, der (die? das?) Tempeh! Und ich hab noch immer keinen bekommen. Letzte Woche habe ich in einem Asia-Laden geschaut, aber nüscht. Aber ich bleibe dran. Jetzt hast du mich endgültig am Haken mit dem (der?) Tempeh.

    • Es scheint, das Tempeh zu sein, ich habe ihm, analog zum Tofu, ein männliches Dasein zugedichtet 😉 Man braucht ihn für dieses Gericht nicht unbedingt… es war halt noch ein Rest da 🙂

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