Kimchi Guk / Suppe

kimchiMeine erste Begegnung mit Kimchi fand nicht in Korea, sondern im Nachbarland Japan statt. So seltsam die Beziehung der beiden Länder auch sein mag, Kulinarisches überwindet jede Grenze. Ich probierte ein Häppchen an einem Marktstand und war sofort begeistert. Welch Köstlichkeit! Damals hatte ich keinen Schimmer, was ich eigentlich aß. Irgend eine Art eingelegter Kohl, dachte ich und behielt den Geschmack tief im Gedächtnis. Wieder zu Hause stellte ich fest, dass es sich um milchsauer vergorenes Gemüse handelt. Kimchi bezeichnet sowohl die Zubereitungsart, als auch das milchsauer vergorene Gemüseprodukt, vorzugsweise Chinakohl.

Ich fand ein Rezept und probierte es aus. Das Ergebnis war niederschmetternd sauer und ungenießbar. Keine Ahnung, was ich falsch gemacht hatte (das extrem fundierte und informative Blog missboulette kannte ich leider noch nicht). Hin und wieder kaufte ich fertiges Kimchi im Asialaden, aber dessen Geschmack konnte mich nicht überzeugen. Die Sehnsucht nach selbst gemachtem Kimchi blieb. Nachdem ich (fast) alles über die Herstellung von Kimchi gelesen hatte, probierte ich mich Anfang letzter Woche noch einmal daran.

Für das Kimchi:

  • ca. 1 kg Chinakohl, längs geviertelt
  • Salz (damit bestreut man den Kohl, auch zwischen den einzelnen Blättern. Keine Ahnung, wieviel ich benutzt habe)

Ich legte die gesalzenen Viertel in eine Schüssel und ließ sie abgedeckt ca. einen halben Tag stehen. Zwischendurch wendete ich sie einmal.

  • 5 TL Gochugaru (koreanisches, leuchtend rotes Chilipulver)
  • ca. 20 g frischer Ingwer
  • ca. 30 g Knoblauch
  • 4 frische rote Chilis, entkernt
  • 2 TL eingelegte Babyshrimps (ich: Fischsauce, der Inhaber meines Asialadens ist leider kein Koreaner…)
  • 2 TL Zucker

Aus oben genannten Zutaten stellte ich eine Paste her. Den Kohl wusch ich gründlich, um das Salz zu entfernen. Die einzelnen Blätter waren durch das Salzen gummiartig weich geworden. Ich ließ ihn danach eine gute Stunde abtropfen, drückte das restlich Waser vorsichtig aus und rieb jedes Kohlblatt mit etwas Paste ein. Zuletzt mischte ich noch eine Möhre, in feine Streifen geschnitten und einen drittel Rettich, ebenfalls in feine Streifen geschnitten, darunter und legte die Kohlviertel eng aneinander in eine verschließbare Dose. Nach 24 Stunden bei Zimmertemperatur hatte sich bereits ein deutlicher Kimchigeruch entwickelt. Für europäische Nasen ungewöhnlich, genauer beschreibe ich ihn nicht, probiert es aus. 😉

Kimchi2Ich stellte das Kimchi, nachdem ich den Strunk vorsichtig entfernt und die Kohlblätter grob gewürfelt hatte, zur Reifung für zwei weitere Tage in den Kühlschrank. Und es ist köstlich geworden! Gestern brauchte ich ein schnelles, umkompliziertes Gericht. Kimchi Guk. Eine Suppe aus Kimchi. Entweder mit Fleisch, Fisch oder Tofu. Ich entschied mich für Tofu. Für die Suppe nahm ich einfach etwa 150 g Kimchi pro Person. Gab es mit etwas Wasser in einen Topf und ließ es 20-30 Minuten leise köcheln. Zum Schluss überprüfte ich die Säure und gab noch einen TL Zucker hinein. Nebenher kochte mein Reiskocher köstlichen Sushireis. Herr H. briet den Tofu goldbraun. Noch einige Lauchzwiebeln, in feine Röllchen geschnitten, und nach nur einer halben Stunde standen die dampfenden Schälchen vor uns auf dem Tisch. Glück kann so einfach sein!  Kimchi (3)Fazit: Ich vermute, dass ich ab jetzt immer irgendeine Art Kimchi im Kühlschrank haben und fleissig damit experimentieren werde. Herr. H. hat jedenfalls keine Einwände erhoben!

Advertisements

33 Gedanken zu „Kimchi Guk / Suppe

  1. Vor Kimchi habe ich ein bisschen Angst. Habe es einmal vor Jahren gegessen und fand es viel zu scharf, obwohl ich sonst sehr gerne hot esse. Da war irgendwas komisch gelaufen. Ich müsste mal Gutes bekommen um zu schauen, wie es sein muss. Auf alle Fälle machen deine Bilder Lust drauf!

      • Muss morgen erst laufen, dann die Kinder in der Schule anmelden, zwischendurch noch ein bisschen arbeiten, dann meine Eltern vom Flughafen abholen und sie danach ein bisschen bepuscheln. Du, ich schaffe es nicht 😉

      • Weiher? Mehr als eine Runde mache ich auch nicht, da ich ja noch hin und zurück muss und dabei kommen so 13 km zusammen…(will dieses Jahr zum ersten Mal das Thema Marathon angehen, keine Ahnung, ob’s klappt)

      • WOW!!!! Ich bewunder dich!! Ich schaff nur genau einmal rum. Dann kann ich keine Schritt mehr gehen. Wo musst du denn dann noch hin? Der Weiher ist ein ganz kleines Gewässer hier in E-Büttel. Da lauf ich mit einer Freundin ein paar Runden im Schneckentempo herum. Aber besser als nix… Aber wir haben uns die Alster bald vorgenommen. Dann sag ich dir bescheid und dann kannst du uns lahmen Enten ein paar mal überrunden.

      • Das ist nicht wirklich bewundernswert (habe die letzten fünf Monate streng nach Plan Halbmarathon trainiert und war mit der Zeit nicht 100% zufrieden, aber das ist nicht so wichtig. Im Moment warte ich auf Frostfreiheit und laufe nur so aus Spass). Und, eben, besser als nix 🙂 da brauchst du dann aber noch ein Erkennungszeichen, rote Rose oder so 😉

  2. Das sieht so aus, als ab ich da jetzt doch endlich mal ran müsste. Vorher mach ich aber noch Tofu ;-). Und in den Asia-Shop muss ich wohl auch, denn ohne Gochugaru wird es wohl nicht gehen….., oder?

    • Wow, du machst dich echt an den Tofu? Da bin ich gespannt 🙂 Ja, laut missboulette ist Gochugaru essentiell, anderes Chilipulver wird ja meist mit Kernen verarbeitet und ist nicht so leuchtend rot und fruchtig… (Kimchi zu machen, klingt nur aufwändig, die Zeit erledigt die meiste Arbeit ;-))

      • Du hast mich jetzt angefixt, ich komme grade aus dem Asia-Shop. Ich kann ja auch Kimchi und Tofu machen :-). Und ich schätze, ich muss es oft machen, denn Gochugaru gab es nur im Kilopack…..

      • 🙂 freut mich. Gochugaru kannst du bestimmt vielseitig verwenden! Und, hast du mit dem Tofu schon angefangen? (bei mir gibt’s heute auf speziellen Wunsch von Herrn. H. und der Nachbarin was ganz norddeutsches, mal schauen, wie’s wird…)

  3. Nach der Einladung von Miss Boulette habe ich mich ja richtig ins Kimchiabenteuer gestürzt. Mein Favorit ist Möhrenkimchi….das esse ich wirklich oft. Immer fein so ein Glas im Kühlschrank zu haben 🙂

  4. Mir war so, als hätte ich vorhin schon einen Kommentar hinterlassen, aber vielleicht habe ich einfach nicht auf senden gedrückt. Ich werde alt… Also, sieht sehr, sehr lecker aus! Die Handlungsanweisungen für den Kimchi klingen so, als würde ich mir beide Hände dabei brechen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Spaß macht, so etwas auszutüfteln.

      • Na, ihr in Berlin habt doch all diese Asia(gourmet)läden 🙂 Zur Not einfach mal einen korenanisch aussehenden Mitarbeiter fragen. Wie, du bist schon soo alt 😉 Ach, ist doch auch egal, was das Geburtsdatum sagt. Du wirkst auf jeden Fall herrlich erfrischend!

      • Ja, wir haben hier in Berlin so allerlei, aber es ist oft gerade deshalb gar nicht so leicht zu finden. Den Cima zum Beispiel habe ich jetzt endlich zweimal aber dann nur fast gefunden – in einem Fall war er welk und im anderen Fall gerade ausverkauft. Ist das nicht unglaublich?
        Die erfrischende Anfang-40erin dankt für das ebenso erfrischende Kompliment 😉

      • Also hier in Hamburg gibt’s in jedem Asialaden abgepacktes Kimchi (aber das schmeckte mir meist nicht so). Ideal wäre einer mit einer „Frischtheke“, wo sie es lose zum Verkauf anbieten. Wird sich schon finden. (Jahr des Hundes, habe ich natürlich gleich nachgeschaut 😉 ich wurde im Jahr des Schweins geboren…)

      • Gut, dann kommt auf meine Lister der Jagdtrophäen nun eben auch noch Kimchi aus der Frischteheke. Immerhin habe ich kürzlich fermentierte Bohnen gefunden, zu denen die Küchenschabe angestiftet hat.
        Im Jahre des Schweins geboren… Dann bis Du also süße 18, das hätte ich nicht gedacht ;-). Die wie ich unter dem Hundestern geborenen gelten wohl als konservativ und wenig experimentierfreudig. Ich fühle mich damit überaus treffend beschrieben.

      • Die Bohnen habe ich auch 🙂 (aber als Sauce in einer Flasche). Und ich bin echt froh, nicht mehr 18 zu sein 😉 Und das mit dem konservativen…ist ja nur ein Aspekt (und irgendwo bist du doch bestimmt konservativ :-))

  5. Kimchi ist was Tolles! Ich kannte es bis vor kurzer Zeit nur aus dem „Indochine“ in Wien – sön sarf! 😀
    Letztens habe ich mein erstes Kimchi selber gemacht und mit asiatischem Schweinebauch serviert. War genau wie bei dir: Das war nicht das letzte Mal!

  6. Meine Mutter liebt Kimchi auch. Ich jedoch kann dem gar nichts abgewinnen. Habe es mehrmals probiert. Mir ist er einfach zu scharf.
    Aber Reis und gebratener Tôfu mit einem Schuss Ponzu macht mich auch schon glücklich.^^

  7. Du also auch. Ich komm langsam ins Grübeln. Vielleicht sollte ich doch? Ich kenn Kimchi gar nicht, hab mich immer abschrecken lassen: Kohl? Muss ich nicht haben. Aber vielleicht ist ja doch was dran. Ist das Rezept von missboulette, oder hast du da eine andere Quelle?

    • Das ist was dran 😉 Das Rezept habe ich vor vier Jahren aus einem (?) Kochbuch abgeschrieben. Dann fast alles gelesen, was missboulette über Kimchi geschrieben hat und losgelegt. Du kannst ja auch erstmal Fertiges probieren 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s