Zitrusduotörtchen

ZirtrustörtchenAlle Welt scheint Kuchen zu lieben und in mannigfaltigen Variationen zu backen. Gerade sonntags ist die Kuchendichte in den Foodblogs hoch. Die Tradition, nachmittags zum Kaffee, der allerdings in der Regel kein schnöder Filterkaffee mehr ist, sondern gern als Cappuccino oder Latte Macchiato daher kommt, Kuchen zu verzehren, hält sich hartnäckig. Trotz Low Carb-Diät, Dinner Cancelling oder ähnlich skurrilen Methoden, um dem Speck zuleibe zu rücken. Kuchen muss. Zumindest am Sonntag Nachmittag.

Als Kind habe ich es auch so gehalten, nichts war besser, als eine frische Puddingschnecke von Bäcker Hahn. Den Bäcker gibt’s schon lange nicht mehr. Gute Puddingschnecken auch nicht und irgendwie verlor ich das Kuchenessen aus den Augen. Bis vor Kurzem. Die allgegenwärtigen Bilder stupsten meine virtuellen Geschmacksknospen an. Und plötzlich war der Backwunsch übermächtig. Bloß was? In der Zitrusfrüchtezeit etwas Fruchtiges. Zitronenkuchen, herrlich altmodisch. Ich halbierte das Rezept von Chef Hansen, klein anfangen, und der Kuchen war herrlich zitronig, saftig, gerade richtig süß.

Zutaten (1/2 Menge) für eine 18 cm Kastenform:

  • 125 g weiche Butter
  • 100 g feiner Zucker
  • 2 Eier (ich: Gr. M)
  • Saft 1/2 Zitrone
  • Schale einer Zitrone
  • 140 g Mehl 405er
  • 1/2 TL Backpulver (ich: Weinstein)
  • 1/4 TL Salz
  • 25 g gemahlene Mandeln

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Zunächst Butter und Zucker schaumig rühren, nach und nach Eier hinzugeben, rührenrührenrühren. Zum Glück erledigt das mein Mixer. Keine Ahnung, wie meine Urgroßmutter das mit dem Kochlöffel geschafft hat. Dann die restlichen Zutaten kurz unterrühren, den Teig in eine gebutterte Form geben und bei 180°C ca. 40 Minuten backen. Stäbchenprobe. So weit, so gut. Zuckerguss fand ich irgendwie zu süß. Der Kuchen war auch so vorzüglich, aber die Form ließ mir keine Ruhe. Ich mag kleine Sachen. Und ich besitze eine, tja, keine Ahnung, wie sie heißt, Kleinkuchenform, aus der man den Kuchen stürzen kann. Der hat dann eine Mulde auf der Oberseite.

Form

So sieht sie aus. Eigentlich wollte ich eine Muffinform haben. Die habe ich mir inzwischen gekauft. Mit dieser wusste ich bislang nicht viel anzufangen.

Und so sehen die fertigen Küchlein aus. Ich hatte schon Angst, dass der filigrane Rand beim Lösen aus der Form bröckeln könnte, aber es klappte tadellos. Ich hatte die Form gut gebuttert und sicherheitshalber mit Bröseln bestreut. Man könnte natürlich die Unterseite noch begradigen, damit sie perfekt auf dem Teller ruhen, muss man aber nicht.

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Für die Füllung hatte ich zunächst an eine dunkle Schokoladenganache gedacht, aber Orangengelee erschien mir verlockender, schön fruchtig mit Agar Agar in Form gebracht. Passend zum zitronigen Teig.

Für die Füllung:

  • Saft von zwei mittelgroßen Orangen (ca. 120 g), durch ein Sieb gegeben
  • 2 TL Blutorangengelee
  • 1 g (ca. 1/2 TL) Agar Agar in 20 g kaltem Wasser gelöst

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Orangensaft mit Blutorangengelee unter Rühren erhitzen, gelöstes Agar Agar darunter rühren und zwei Minuten kochen. Abkühlen lassen. Der Saft bleibt ziemlich lange flüssig (ab 45°C sollte er beginnen zu stocken, tat er aber nicht sichtbar) und wird dann schlagartig fest. Ich wollte erst abwarten, ob ich noch mehr Agar Agar hinzugeben müsste und hätte den Einfüllzeitpunkt fast verpasst. Das war auch meine erstes Mal mit diesem unglaublich praktischen Geliermittel. Es ist nicht nur vegan, sondern auch viel leichter zu verarbeiten als Gelatine. Und sollte einmal nicht die gewünschte Konsistenz erreicht sein, kann man das mit Agar Agar Angedickte einfach wieder erwärmen und entweder verdünnen oder weiter andicken. Ich bin begeistert!

ZitrustörtchenFazit: Ich werde jetzt noch ein köstliches Törtchen verdrücken und bestimmt bald das nächste Kuchenrezept testen.

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19 Gedanken zu „Zitrusduotörtchen

  1. Hallo, habe heute den Zitronenkuchen nachgebacken! Top 😉
    Habe ihn in der Kastenform gemacht.
    Nach exakt 40 min war er perfekt!
    Habe ihn mit einer Zitronen-Puderzuckerglasur überzogen. Ich fand es dazu genau passend und nicht zu süß. General ist der Kuchen nicht zu süß.
    Sehr saftig und beim nächsten Mal werde ich noch etwas mehr Mandel verwenden.

    Auf jeden Fall ein schnelles und leckeres Rezept 😉

    Lieben Gruß Marika

    • Danke für die Rückmeldung, Marika! Das Lob gebührt natürlich dem Urheber des Rezepts. Ich werde ihn wohl auch mal mit einer Zuckergußglasue machen! Liebe Grüße Eva

  2. Pingback: Sauer macht lustig… « tomatenblüte

  3. Habe gerade gestern in Orangen geschwelgt (ein 3-Gänge-Menue gekocht und überall was von der Orange hineingetan) und die Lust auf die köstliche Frucht ist noch nicht vergangen. Dummerweise habe ich vergessen, den Gästen noch ein paar Stückchen Kuchen von der vorausgegangenen Kaffee-Kuchen-Stunde mitzugeben – nun „muss“ ich eine halbe Käsetorte allein aufessen. Aber dann… könnte ich mir so ein paar Orangentörtchen schon vorstellen. Nur über eine passende Form muss ich noch nachdenken – das mache ich dann am besten beim verlängerten Wandern durch „meinen“ Wald 😉

    • Drei Gänge a l’orange, klingt spannend. Kann man das irgendwo sehen? 🙂 Käsekuchen mag ich am liebsten, in allen Varianten. Das mit der Form ist nicht so wichtig, ich denke, eine kleine Torteletteform tut’s auch. Da ist der „Spiegel“ sogar schöner. Wald… ach… wo ist deiner denn?

  4. Sind die entzückend! Und so Orangezitroniges ist ja voll mein Ding! Aber was sind das bloß für ulkige Kuchenformen, sowas hab ich noch nie gesehen. Sollten das Vulkan-Küchlein werden? Mit der Füllung sind sie auf alle Fälle ein echter Hingucker. Leckerli!!

    • Ich habe so eine Form auch noch nie zuvor gesehen. Keine Ahnung, wie sie heißt oder wo meine Mutter sie her hat… Vulkanküchlein, ein viel schönerer Name als Citrusduo 😉

      • Vulkan-Kuchen finde ich auch herrlich. Uda, Du bist die Beschreibungs-Wortfindungs-Königin ;-).
        Dem tollen AgarAgar wollte ich weiter oben schon zustimmen und hab’s ganz vergessen. Ich bin ja eine leicht hysterische Köchin, wie man inzwischen weiß, und beim ersten Mal habe ich sofort mehr zugegeben, als es noch so plörrig war. Ergab dann Beton-Gummibärchen statt Gelee-Würfel. Inzwischen kenne ich den Effekt, den Du beschreibst, aber auch, das Gelieren tritt erst gar nicht und dann urplötzlich ein. Lustiges Produkt.

      • Mit Agar Agar habe ich noch so einiges vor 🙂 Aber erstmal gibt’s was ganz anderes (heute zum ersten Mal und begeistert!) 😉

  5. Und wenn mein Mann heute wieder Zitronen und Orangen vom italienischen Lieblingsgreißler nach Hause bringt, weiß ich, was ich damit anfangen kann! Diese kleinen Dinger schauen ja unverschämt aus. Was für ein Glück, dass ich nicht auch noch so eine Form habe. Aber ich habe Mini-Gugel-Formen, da kann man das sicher auch drinnen machen und den Gugeln dann so einen Orangenguss verpassen – also hoffe ich einfach mal.

  6. Jetzt auch noch Du mit Zitrus-Orangen-Dings, und dann auch noch als Kuchen! Ich werde ganz wuschig vom Angucken und habe gerade nicht mal eine olle Puddingschnecke griffbereit. Sieht mega-lecker aus!
    Ich bekenne mich der skurillen Methoden übrigens semi-schuldig. Als SOS-Programm in schlimmen Fällen, so nach vervöllerten Sonntagen, Feiertagen, Wochenenden, Weihnachten, Familienfesten. Am Morgen danach ein bisschen Low-Nichts und mittags etwas Sättigungs-Beilagen-Canceling. Und abends dann so ein Zitrus-Törtchen von Dir!

    • Könntest gern eins abhaben 😉 sonst wird die Nachbarin in Versuchung geführt… Ich mache keine Diäten mehr. Vorsorge ist besser als Nachsorge. Lieber gleich nicht völlen und immer geniessen (und zur Not ein paar Kilometer weiter laufen :-)). Puddingschnecken werden wohl als nächstes nachgebaut…

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