Winterlasagne

Winterlasagne

Die kulinarische Entwicklung der letzten dreißig Jahre ist erstaunlich. Mitten in den 80er Jahren luden die Eltern meiner damals besten Freundin zum Essen bei einem kleinen Italiener ein. Ich studierte die Speisekarte. Sie: „Ich nehme Lasagne.“ Ich: „Was ist das denn?“ Sie: „Waaas, du weißt nicht, was Lasagne ist?“ Ich (noch nicht besonders weltläufig): „Nee, was denn?“ Sie: „Na, so ein Nudelauflauf mit Tomaten und Hack. Musst du unbedingt probieren.“ Das war der Anfang einer langen, großen Liebe. Lasagne gehörte zu den ersten Gerichten, die ich unbedingt selbst kochen wollte. Und im Laufe der Jahre, vor allem, seit ich festgestellt habe, wie einfach es ist, Pasta selber zu machen, ist sie sogar genießbar geworden.

Kürzlich erblickte ich eine Wintervariante*. Dabei stellt sich sofort das „muss ich unbedingt sofort ausprobieren“-Gefühl ein. Zum Glück waren alle Zutaten im Haus.

Für den Pastateig:

  • 150 g Semola di grano duro
  • 1 Ei
  • 20-30g Wasser

Ich knetete alles in 5 Minuten zu einem geschmeidigen Teig, und ließ ihn mindestens eine Stunde bei Raumtemperatur abgedeckt ruhen. Dann teilte ich den Teig in 3 Portionen teilen und gab jede Kugel dreimal von grob bis fein durch die Nudelmaschine. Die Platten ließ ich eine gute Stunde antrocknen. Währenddessen kochte ich das Sugo.

Winterlasagne

Für das Sugo:

  • 500 g Rote Beete, geraspelt
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 100 g Rotwein
  • Pfeffer, Salz, 1 TL Meerrettich, 1 Pr. Zucker

Zuerst schwitzte ich die Zwiebel gar, bestäubte sie mit Zucker und gab die Beeteraspel hinzu. Dann löschte ich mit Rotwein ab und ließ ihn in ca. 10 Minuten reduzieren. Zuletzt schmeckte ich mit Meerrettich, Pfeffer und Salz ab und gab. Parallel kochte ich die Bechamelsauce.

Für die Bechamelsauce:

  • 25 g Butter, 30 g Mehl
  • 400 ml Milch oder Brühe oder was auch immer
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 300 g Schwarzwurzel, geschält, in ca. 2 cm breite Stücke geschnitten

Ich ließ die Butter in einer Stielkasserolle schmelzen, rührte das Mehl mit dem Schneebesen ein und schmorte es kurz. Dann zog ich die Kasserolle von der Platte und goß etwas Flüssigkeit an, während ich feste rührte. Sobald das Ganze anzudicken begann, gab ich nach und nach die restliche Flüssigkeit hinzu. Ich zog die Kasserolle wieder auf die Platte, würzte mit Salz, Pfeffer und Muskat und gab die Schwarzwurzeln hinzu. Die Sauce ließ ich naschließend noch 15 Minuten leise köcheln.

Nun mußte nur noch geschichtet werden. Ich nahm statt dem im Originalrezept angegebenen Hack (dort im Sugo):

  • 100 g Schafkäse
  • Parmesan

Zuerst heizte ich den Ofen auf 200° C vor. Dann ölte ich die Auflaufform (25 x 25 cm) ein und belegte den Boden mit Lasagneblättern und gab Bechamel darüber geben und darüber Sugo. So fuhr ich fort, bis alle Zutaten verbraucht waren. Unter die letzte Nudelschicht gab ich noch 100 g Schafkäse und  über die letzte Nudelschicht kam der Rest Bechamel und eine größzügige Portion Parmesan. Fertig.

Während die Lasagne in 35-40 Minuten im Ofen vor sich hin brutzelte, konnte ich meinen stetig wachsenden Kochbuchstapel nach Anregungen durchforsten. Es ist wirklich so unendlich genial, dass ich die nicht alle kaufen muss! (Bücherhalle) Auch die Romane nicht, die ich lese und gelesen habe. Wir wären finanziell ruiniert und könnten unsere Wohnung nicht mehr betreten. Bücher wollen gelesen werden und nicht in Regalen verstauben! Ein paar Kochbücher besitze ich natürlich. Aber ich achte darauf, dass es nicht zu viele werden. 😉

Winterlasagne

Herr H. betrat witternd die Küche. „Lasagne?“ „Ja.“ „Al forno?“ „Ähm, nein, heute nicht.“ Sie schmecket uns vorzüglich. Keine Reste zu beklagen, lediglich die Schwarzwurzeln gehen etwas unter. Aber das kann auch daran liegen, dass sie tiefgefroren waren.

*Das grüne Kochbuch Dagmar von Cramm

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10 Gedanken zu „Winterlasagne

  1. Das klingt lecker! Ich bin auch ein großer Rote Beete Fan und liebe Lasagne. Ich habe das letze Mal angesichts des fehlenden Sommergemüses Pastinaken in die Gemüselasagne geschmuggelt, aber das kam leider zu Hause nicht so gut an. Vielleicht hat diese Version ja mehr Erfolg!

    • Sofern keine Rote Beete Abneigung bei den Mitessern besteht 😉 habe grade mal bei dir vorbeigeschaut und was sah ich (im Fotografiebeitrag)? Mohnschnecken…über die habe ich eben beim Spaziergang nachgedacht 🙂

  2. Dass die Schwarzwurzeln untergegangen sind, erstaunt mich nicht. Die Rande ist so kräftig im Geschmack, da kann die feine Schwarzwurzel nicht mithalten. Ich hätte wahrscheinlich eher die Karotte statt der Schwarzwurzel gewählt, die ist robuster.

  3. Nein, auf keinen Fall braucht man Hack dazu; ich stehe im Grunde ohnehin eher auf dem Standpunkt: „Gemüse ist mein Fleisch“.
    Schön, dass Du in der Bücherhalle tolle Bücher finden kannst. In den Stadtteilblibliotheken der Münchner Stadtbibliothek ist das leider manchmal etwas schwierig. Vielleicht sollte ich mal in der Zentrale in der Stadt versuchen…..

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